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Quartiere kämpfen für ihre Poststellen

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Quartiere kämpfen für ihre Poststellen

Im Jura erwägt man Kundgebungen gegen eine Schliessung

Die Quartiervereine wehren sich gegen die Pläne der Post, in der Stadt Freiburg mehrere Poststellen zu schliessen. Sie wollen in der Projektgruppe der Post konstruktiv mitarbeiten, behalten sich aber auch eigene Aktionen vor.

Von CAROLE SCHNEUWLY

«Bitter enttäuscht hat der Vorstand des Quartiervereins Jura-Torry-Miséricorde von den Schliessungsplänen für die Poststelle Jura Kenntnis genommen», heisst es in einer Pressemitteilung des Vereins vom Dienstag. Die Rede ist von einer aktuellen Studie der Post, die derzeit ihr Netz in den 17 grössten Schweizer Städten überdenkt. In Freiburg sollen gemäss ersten Ergebnissen dieser Studie drei der neun Poststellen geschlossen werden, nämlich die im Jura, im Beauregard und in Bürglen (FN vom 21.8.).

Anliegen offen aufgenommen

Vergangenen Mittwoch hat die Post Vertreter der Quartiervereine und der Stadt über ihre Pläne informiert und den Einsatz einer gemeinsamen Arbeitsgruppe initiiert. In dieser Gruppe seien für die Quartiervereine ursprünglich nur zwei Sitze vorgesehen gewesen, sagte André Schoenenweid, Präsident des Quartiervereins Jura-Torry-Miséricorde, gestern gegenüber den FN. Die Verantwortlichen der Post hätten die Anliegen der Vereine aber sehr offen aufgenommen und ihnen bereitwillig zwei weitere Vertretungen zugestanden. Die Quartiere nehmen nun in der Projektgruppe mit einem Jura-, einem Neustadt-, einem Burg- und einem Bürglenvertreter Einsitz. Die Gruppe nimmt ihre Arbeit im September auf. Ergebnisse sollen Anfang 2004 präsentiert werden.

«Die Quartiervereine haben nicht die Absicht, die Arbeiten in der Gruppe zu blockieren, sondern wollen neue Vorschläge einbringen, um die eine oder andere Poststelle zu retten», betonte André Schoenenweid. Für die Poststelle im Jura zieht er etwa eine Vergrösserung oder gar einen Umzug in Betracht. Generell könnten die bedrohten Stellen ihr Angebot ausbauen und für ihre Leistungen mehr Werbung machen. Aber auch die von der Post angewandten Kriterien müssten grundsätzlich überdacht werden. Die Anzahl der Kunden der einzelnen Poststellen etwa sei in der Studie nicht berücksichtigt worden.

Der Quartierverein Jura hat eine ganze Reihe von Argumenten zusammengetragen, die für eine Beibehaltung der Jura-Post sprechen: die Bedeutung des Quartiers mit 6200 Einwohnern und über 60 Läden und Unternehmen, die regelmässige Nutzung der Quartierpost durch ältere Menschen sowie die Tatsache, dass die Poststelle dank ihrer guten Zugänglichkeit und der vielen Parkplätze auch Kunden aus anderen Quartieren (vor allem Gambach und Guintzet) und aus der Agglomeration anziehe.

Sogar «militante Aktionen»?

Gerade deshalb will André Schoenenweid auch das Argument nicht gelten lassen, dass sich die Post im Jura zu nahe bei der Hauptpost (Tivoli) befinde. Diese sei wegen des vielen Verkehrs nur schwer zugänglich und habe ein grosses Parkplatzproblem. Einen zusätzlichen Kundenansturm, wie ihn die Schliessung der Poststelle Jura mit sich brächte, könnte die Hauptpost kaum verkraften, so Schoenenweid.

Aus all diesen Gründen will der Quartierverein Jura-Miséricorde alles daran setzen, die Post im Quartier zu erhalten. Je nach Fortgang der Diskussionen in der Arbeitsgruppe kann man sich laut Mitteilung gar «militante Aktionen» vorstellen. Präsident Schoenenweid denkt dabei etwa an eine Petition, an Volkskundgebungen oder ähnliche Manifestationen. «Auch wenn wir uns in der Gruppe konstruktiv engagieren, wollen wir uns diese Möglichkeiten auf jeden Fall offen halten.»
Der Staatsrat soll
etwas unternehmen

Mit den Plänen der Post, in Freiburg Poststellen zu schliessen, soll sich auch der Staatsrat befassen. Dies jedenfalls verlangt Grossrat Jean-Pierre Dorand (CVP Freiburg) in einer Anfrage an die Kantonsregierung. Die Post verfolge eine Salamitaktik, und der Bund behandle Freiburg generell immer mehr als Kanton dritter Klasse.

Dorand bittet den Staatsrat um eine Stellungnahme zu den Schliessungsplänen der Post und will wissen, ob er etwas dagegen zu unternehmen gedenke. Weiter fragt er, ob der Kanton im Sinn habe, seine Kräfte zu bündeln, um gegen die zunehmend marginalisierte Position Freiburgs auf eidgenössischer Ebene vorzugehen. cs

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