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Re-Start in der Badminton-NLA: Tafers-Freiburg mit Ambitionen und Sorgen

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In der Nationalliga A wird wieder Badminton gespielt – ohne Zuschauer und in einem verkürzten Modus. Im Kampf um den Meistertitel will auch die Union Tafers-Freiburg ein Wörtchen mitreden.

Mit den Lockerungen der Corona-Massnahmen hat der Bundesrat im März die Rahmenbedingungen geschaffen, damit in der höchsten Badminton-Liga wieder Interclubspiele möglich sind. Letzte Woche hat Tafers-Freiburg als letztes NLA-Team der Fortführung der Meisterschaft zugestimmt. «Wir haben uns angesichts der aktuellen Corona-Situation gefragt, wie wichtig Sportwettkämpfe sind», gesteht Headcoach Oliver Schaller. Man habe lange diskutiert, ob es vertretbar sei, wieder zu spielen. «Der Bund hat sein Okay gegeben, weil er überzeugt ist, dass es mit dem Interclub funktionieren kann. Deshalb haben wir der Fortsetzung der Meisterschaft auch zugestimmt. Wir sind es unserem Verein, unseren Sponsoren und dem Freiburger Badminton-Verband schuldig, für unseren Sport einzustehen», so Schaller.

Ausgangslage hat sich verändert

Fortgesetzt wird die Saison nur noch mit der Hinrunde, die Spiele der Rückrunde werden ersatzlos gestrichen. Tafers-Freiburg hat somit noch vier Matches auszutragen, bevor die Playoffs der besten vier beginnen. Die Entscheidungen in den Halbfinalspielen und im Finalspiel fallen ausnahmsweise nur in einer anstatt in zwei Partien. Zudem werden sämtliche Playoff-Spiele an einem neutralen Spielort und an einem Wochenende ausgetragen. «Es ist sicherlich nicht die gerechteste Ausgangslage, wenn nur die Vorrunde ausgetragen wird. Aber es ist gut, dass wir zumindest einen Meister küren können», sagt Schaller.

Durch die Modusanpassung hat sich die Ausgangslage für die NLA-Teams grundlegend geändert. Da es in dieser Saison keinen Absteiger geben wird, könnte wohl der eine oder andere Verein die Saison vorzeitig abschreiben. Indem die Vereine darauf verzichten, ihre ausländischen Verstärkungen einzufliegen, könnten sie risikolos ihr Budget schonen. So zum Beispiel Schlusslicht Lausanne, das mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat. Wer es erst jetzt mit den Waadtländern zu tun bekommt – so wie die Union in einer Woche –, dürfte auf weniger starke Konkurrenz treffen als derjenige, der vor dem Corona-Unterbruch gegen Lausanne spielen musste.

Der Kampf um Alex Lane

Aber auch in Bezug auf die anderen Teams gibt es viele offene Fragen. Während die einen wohl freiwillig auf ihre Söldner verzichten dürften, könnten andere durch Einreise- und Quarantänebestimmungen dazu gezwungen werden. «Wir mussten einen enormen Aufwand betreiben, damit Alex Lane für uns spielen kann», erklärt Oliver Schaller. Würde der Engländer am Montag nach den Interclub-Spielen in seine Heimat zurückfliegen, müsste er dort zehn Tage in Quarantäne und könnte am Wochenende darauf nicht erneut für Tafers-Freiburg auflaufen. Die Union musste also eine Möglichkeit finden, damit der 25-jährige Profi in der Schweiz bleiben und während dieser Zeit täglich trainieren kann. «Dank der Hilfe von Swiss Badminton haben wir eine Lösung gefunden», erzählt Headcoach Schaller. «Alex kann eine Spielerwohnung des Verbandes nutzen und mit dem Schweizer Nationalteam in Bern mittrainieren.»

Weil gleich nach dem zweiten Interclub-Wochenende die Europameisterschaft stattfindet, musste Tafers-Freiburg auch dafür sorgen, dass der EM-Auftritt von Lane in der Ukraine sichergestellt ist. «Flugtickets, Einreiseformalitäten, Quarantäneabklärungen – da gab es einiges abzuklären und zu organisieren.»

Die Jungen müssen sich gedulden

Mit solchen oder ähnlichen Situationen sind momentan alle NLA-Teams konfrontiert. Wie viel Aufwand sie dabei auf sich nehmen, hängt in erster Linie von ihren Ambitionen ab. Jene von Tafers-Freiburg sind gross, nicht zuletzt dank Alex Lane. «Er kann die wichtigen Spiele gewinnen und ist eine gute moralische Unterstützung für das Team», sagt Schaller. Weitere ausländische Verstärkungen wird Tafers-Freiburg indes nicht einsetzen können. Der Schotte Alexander Dunn ist verletzt und die drei Dänen, welche die Union kurz vor Ende der Transferperiode für die Rückrunde engagiert hat, sind nicht spielberechtigt, weil nur die restlichen Spiele der Vorrunde nachgeholt werden.

Die Option, dass die Union die kurze Restmeisterschaft nutzt, um der zweiten Garde die Möglichkeit zu geben, ohne Abstiegsdruck in der höchsten Spielklasse erste Erfahrungen zu sammeln, ist trotzdem vom Tisch. «Wir haben das im Verein ausführlich diskutiert und haben uns entschieden, die Saison richtig zu Ende zu spielen, da man uns die Gelegenheit dazu gibt», erklärt Schaller. «Richtig» zu Ende spielen, das bedeutet für den 26-Jährigen «mit Vollgas und Titelambitionen.» Nach dem ersten Wochenende werde man Bilanz ziehen. «Liegen die Playoffs drin, dann spielen wir so weiter, ansonsten lassen wir die Jungen zum Zuge kommen.»

Trainingsrückstand

Wegen des mässigen Saisonstarts im Herbst hat Tafers-Freiburg in der Tabelle einiges an Terrain gutzumachen. Der ungekrönte Dominator der vergangenen Saison liegt mit vier Punkten aus drei Begegnungen nur auf Rang 6, drei Zähler hinter den angestrebten Finalplätzen. Zudem wartet auf die Union ein happiges Auftaktprogramm mit dem Heimspiel gegen das Team Argovia (Samstag, 15 Uhr) und dem Auswärtsmatch beim drittklassierten Uzwil (Sonntag, 12 Uhr). Sowohl der Tabellenleader aus dem Aargau als auch der Titelverteidiger aus St. Gallen haben erklärt, dass sie auf ihre ausländischen Spitzenspielerinnen und – spieler zählen wollen. Argovia wird allerdings auf seinen russischen Doppelspezialisten Nikita Khakimov, der wegen Wettmanipulationen vom Weltverband (BWF) für fünf Jahre gesperrt worden ist, verzichten müssen.

Tafers-Freiburg muss dafür das Handicap wegstecken, dass es nach der dreimonatigen Zwangspause erst seit drei Wochen wieder trainieren kann. «Teams wie Argovia haben durchtrainieren können, weil die Corona-Massnahmen nicht in allen Kantonen gleich gehandhabt wurden», erklärt Oliver Schaller. «Das macht schon einen Unterschied. Aber wir wollen uns nicht beklagen. Wir geben unser Bestes, dann werden wir sehen, was dabei herausschaut.»

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