13.04.2019

Marius Cottier, Freiburg

Marius Cottier wurde als viertes von sieben Kindern des Försters Albert Cottier und der Senslerin Lina geb. Vonlanthen am 14. April 1937 in Jaun geboren. Nach der Primarschule ging er als Internatsschüler ins Kollegium St. Michael und weiter an die Universität Freiburg zum Rechtsstudium mit Doktorat. Danach führte er acht Jahre lang seine eigene Anwaltspraxis. Diese klassische Karriere ergab für einen Greyerzer mit Tatendrang keine volle Befriedigung. Es trieb ihn hinaus in die Welt und in die Lüfte. Als Student war er Pfadfinder und Barpianist. Sein Englisch vervollkommnete er als Schiffsjunge und bei einem Englandaufenthalt. Als Militärpilot entdeckte er seine Heimat aus der Luft. 1966 heiratete er Ilsemarie Dechamps. Der Ehe entsprossen zwei Söhne und zwei Töchter.

Die Lust, in der Gesellschaft etwas zu bewegen, und seine Tatkraft trieben ihn in die Tagespolitik: zuerst bei den Jungkonservativen; 1976 wurde er in den Freiburger Staatsrat gewählt und zweimal bestätigt. 15 Jahre leitete er bis 1991 die Direktion für Erziehung und Kultur. An verschiedenen Baustellen hinterliess Staatsrat Cottier tiefe Spuren: Reorganisation der Universität, Ausbau des Musikkonservatoriums mit der schweizweit ersten Jazzabteilung, Erweiterung des Museums für Kunst und Geschichte, Integration des Kollegiums Heilig Kreuz, Konsolidierung der obligatorischen Schule mit Kindergarten und Orientierungsschule, Neubau von 49  Turnhallen über den ganzen Kanton. Die Zweisprachigkeit und die Harmonie zwischen Deutsch und Welsch waren ihm ein Daueranliegen. Daneben setzte sich Marius Cottier ein für Kunst und Künstler, für Kultur und Kulturschaffende. Tinguely und Max Jendli zählte er zu seinen Freunden. Das Zisterzienserinnenkloster Magere Au freute sich über seinen Jubiläumsbeitrag, die Freiburger Oper und das Théâtre des Osses kamen dank ihm zu öffentlichen Beiträgen.

Nach seiner politischen Arbeit übernahm Marius Cottier 1992 während zehn Jahren den Vorsitz im Verwaltungsrat der Raiffeisengruppe, wo er strenge Massstäbe setzte.

Der Mensch Marius Cottier war lebensfroh und vielen Menschen freundschaftlich verbunden. Er setzte sich zeitlebens für soziale Anliegen ein und gründete mehrere Vereine, einschliesslich des Vereins stara.ch zur Unterstützung einer Schule für Waisenkinder in Nairobi, Kenia. Immer lagen dem waschechten Jauner die Berge am Herzen. Sein «Chlina Mung» unterhalb der Gastlosen war sein Lieblingsort. Im Sommer wie im Winter trieb es ihn mit seiner Familie und mit Freunden in die Berge, wo er seinen Ausgleich fand.

2004 erfuhr Marius Cottier einen tief greifenden Einschnitt in sein Leben durch den Beginn einer schweren Krankheit. In diese Zeit fiel die Trennung von seiner Ehefrau. Er verbrachte fortan sein Leben mit einer neuen Lebenspartnerin. Seine Kinder und elf Enkel blieben seine grösste Freude, ja sein Lebenselixier. Umgeben von seinen Lieben verstarb er am 7. März 2019.

Eing.

Zum Gedenken