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Roggeli wirbelt wieder Sand auf

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Normalerweise spielen sie auf Rasen Fussball, beim FC Plaffeien, bei Plasselb, Rechthalten-St. Ursen oder Alterswil. Im Sommer jedoch werden aus den Regionalkickern Beachsoccer-Spieler, die als Lokomotive Roggeli in der höchsten Schweizer Beachsoccer-Liga mitmischen. 30 Spieler umfasst das Kader von Roggeli, ein halbes Dutzend bildet den harten Kern, der sich das Trikot bei jedem Spiel überstreift. Die anderen tun dies mal mehr, mal weniger – aber immer so, dass zwölf Spieler, die für einen Match gemeldet werden dürfen, zusammenkommen.

Hochzeit als Saisonvorbereitung

Für den bunten Haufen Sensler Amateurfussballer ist das Beachsoccer in erster Linie Spass. «Es ist eine tolle Gelegenheit, im Sommer zusammen mit den Kollegen etwas zu unternehmen», sagt Sandro Kolly, Präsident von Roggeli. «Fussball spielen wir in unterschiedlichen Clubs und Ligen, aber im Sand können wir für einmal im gleichen Team sein.» Am Samstag starten der 3.-Liga-Spieler des FC Plasselb und seine Freunde in die Swiss Beach Soccer League. «Die Saison beginnt schon bald, die Mannschaft bereitet sich gerade darauf vor!», steht auf der Homepage von Lokomotive Roggeli. Wer das Team etwas kennt, weiss, dass dies nicht ganz ernst zu nehmen ist. «Unsere Saisonvorbereitung bestand aus der Hochzeit eines Mannschaftskollegen», sagt Stefan Burri mit einem Lachen. Teambuilding steht bei Roggeli über dem Training. «Wir haben kein einziges spezifisches gemeinsames Training absolviert», ergänzt Kolly.

Lange konnten die Freiburger Sandfussballer gar nicht auf Sand trainieren, weil es im Kanton weit und breit kein Beach­soccer-Feld gab. Inzwischen hätten sie in Schwarzsee die Möglichkeit, auf Sand zu spielen. Hätten. «Wir trainieren alle mit unseren Clubs auf Rasen, auf zusätzliche Trainings im Sand werden wir wohl auch künftig verzichten.»

Zwei Welten prallen aufeinander

Die Aussagen des Roggeli-Präsidenten lassen das Dilemma erahnen, in dem sich die Schweizer Beachsoccer-Szene zurzeit befindet. Was sich 2010 noch äusserst vielversprechend mit grossen Sponsoren und Grossevents im Zürcher Hauptbahnhof und auf dem Bundesplatz präsentierte, steckt seit einiger Zeit in der Krise. Die Schweizer Beachsoccer-Nati kickt sich zwar von einem Erfolg zum nächsten und präsentiert sich regelmässig an der WM im Scheinwerferlicht einem Millionenpublikum. Doch in der Schweizer Liga sieht es weniger rosig aus. 2010 gab es noch 30 Männerteams, diese Saison sind es nur noch zwölf. Eine zweite Liga gibt es nicht mehr, sie wurde vor zwei Jahren mangels Mannschaften aufgelöst.

«Im Prinzip ist die Situation für niemanden richtig befriedigend.»

Sandro Kolly

Präsident Lokomotive Roggeli

So prallen in der einzigen Schweizer Liga unterschiedliche Welten aufeinander: In der einen die drei, vier Hobbykicker-Mannschaften wie Lokomotive Roggeli, in der anderen die ambitionierten Vereine wie Titelverteidiger Grasshopper Club Zürich oder die Havana Shots Aargau, die gleich mit sechs Nationalspielern aufwarten und drei- bis viermal pro Woche im Sand trainieren. «Im Prinzip ist die Situation für niemanden richtig befriedigend», findet Roggeli-Präsident Kolly. «Wir spielen am Samstag gegen GC, wo wir von vornherein wissen, dass wir wohl chancenlos sind. Und für die ambitionierten Mannschaften sind Matchs gegen Teams wie uns eine Pflichtübung, bei der sie nicht genügend gefordert werden, um sich weiterentwickeln zu können.»

Es ist nicht so, dass Roggeli bloss ein Sparringpartner für den Rest der Liga wäre – die Sensler haben in den vergangenen Jahren immer wieder mal dem einen oder anderen Grossen ein Bein gestellt. Solche Husarenstücke sind ihnen in jüngster Zeit aber immer seltener gelungen. «Die nationale Spitze ist breiter und stärker geworden», erklärt Kolly. «Lange haben wir unsere physische Stärke erfolgreich in die Waagschale werfen können. Inzwischen sind uns die ambitionierten Teams mit ihrer Technik und ihrer ausgefeilten Taktik klar überlegen.»

So dürfte auch diese Saison Roggelis Hauptziel – die Meisterrunde der sechs besten Teams zu erreichen – ausser Reichweite liegen. «Wir werden wohl erneut in der hinteren Tabellenregion mitspielen», bleibt Kolly realistisch.

Wege aus der Krise gesucht

So lange es nur eine einzige Liga gibt, brauchen die Sensler zumindest den Abstieg nicht zu fürchten. Im Verband möchte man dies aber möglichst bald ändern und dem Beachsoccer neuen Schwung geben. Zum einen denke man darüber nach, die Saison auszudehnen und so den Stellenwert der Meisterschaft zu erhöhen, erklärt Cristina Suter, Mitglied der Liga-Kommission, die sich mit der Ausarbeitung von Reformen befasst. «Das ist aber nicht so einfach, weil die Profis, die in der Schweiz spielen, auch im Ausland engagiert sind. Die ausländischen Ligen sind attraktiver, weshalb die Schweizer eine kurze nationale Meisterschaft begrüssen, um länger im Ausland unterwegs sein zu können.»

«Wir müssen zu den Leuten, in die Stadt, unseren Sand mitnehmen, Events veranstalten und den Leuten unseren spektakulären Sport vorführen.»

Cristina Suter

Verbandsmitglied

Eine Saison, die von April bis September dauern würde, könnte allerdings zahlreiche Rasenfussballer abschrecken. «Wenn sich die Fussball- und die Beachsoccer-Saisons überschneiden und sich unsere Spieler für das eine oder andere entscheiden müssten, dann würde es Roggeli nicht mehr geben», befürchtet Kolly.

Es ist eine Zwickmühle: Die Rasenfussballer braucht es, will die Liga mehr Teams anziehen. Erst wenn eine breite Basis geschaffen ist, kann in einem nächsten Schritt der Sport professionalisiert werden. Professionalisierung ist aber nur schwer möglich, solange Rasenfussballer in der höchsten Beachsoccer-Liga nur nebenbei und spasseshalber mitspielen. «Wir hätten gerne mindestens zwei Ligen, damit das Niveau ausgeglichener wird», sagt Suter. «Spannende und spektakuläre Spiele sind das A und O, um für die Zuschauer attraktiv zu sein.»

Zudem müsse man die Beach­soccer-Spiele wieder vermehrt zu Events machen. «Momentan wird die Meisterschaft vor allem auf Fixplätzen ausgetragen. Da kommen aber kaum Leute vorbei. Wir müssen selber zu ihnen, in die Stadt, unseren Sand mitnehmen, Events veranstalten und den Leuten unseren attraktiven und spektakulären Sport vorführen, so wie seinerzeit im Hauptbahnhof Zürich. Dann wird unser Sport auch für Sponsoren wieder attraktiv.»

Wohin der Weg der Schweizer Beachsoccer-Szene führt, wird sich zeigen. Bei Lokomo­tive Roggeli würde man eine zweite Liga für sich selbst begrüssen, sagt Präsident Kolly. «Aber egal wie es weitergeht: Wir werden auch weiterhin mit Freude und aus Spass Beachsoccer spielen.»

Swiss Beach Soccer League

Gruppeneinteilung

Gruppe A

Grasshopper Club Zürich

BSC Thun

BSC Winti Panthers 1

Lokomotive Roggeli

BSC Beach Boys Bern

BSC Havana Shots Aargau 2

Gruppe B

BSC Lions Riviera

BSC Havana Shots Aargau 1

BSC Muri

BS Basel

BSC Barracudas Biel

BSC Winti Panthers 2

Spieldaten

3.–5. Juli Jona

10.–12. Juli Basel

18./19. Juli Wohlen

31. Juli–2. August Aarau

8.–9. August Birr

14.–16. August Spiez (Final)

 

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