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Schwarzes Wochenende für Gottéron

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 Das Gute, wenn es in der momentanen Situation bei Gottéron so etwas denn noch gibt, voraus: Der Abstand zum Play-off-Strich beträgt nach sieben gespielten Runden nur gerade zwei Punkte. Nach den zwei Niederlagen vom Wochenende ist jedoch der Abstand zu Tabellenschlusslicht Kloten ebenfalls auf nur noch zwei Längen zusammengeschrumpft. Nicht verwunderlich, dass ein stark enttäuschter Captain Benjamin Plüss nach dem Spiel in Zug sagte, dass man sich in Freiburg auf eine schwierige Saison einstellen müsse, wenn das Team so weiterspiele. Es gab am Samstag nicht wenige neutrale Stimmen, die eine Wachablösung der letztjährigen Playout-Teilnehmer Zug und Bern zuungunsten Freiburgs und Klotens im diesjährigen Playoff-Rennen voraussagten. Noch ist diese These sportlich weit weg, aber beim Team von Hans Kossmann läuten spätestens seit diesem schwarzen Wochenende ohne jeglichen Punkt die Alarmglocken ziemlich schrill und laut.

Ohne Disziplin und Ordnung

 Es lief am Samstagabend schon die 57. Minute, der Match war mit 6:1 längst für die viel besseren Zentralschweizer entschieden, als sich eine Szene ereignete, die den Ablauf der Partie gut widerspiegelte. Zugs Stürmer Josh Holden, Unruhestifter Nummer eins auf Schweizer Eis, checkte den Freiburger Verteidiger Timo Helbling unnötig, ohne dafür bestraft zu werden. Dieser wollte sich mit aller Wut im Bauch revanchieren, konnte allerdings in letzter Minute von den Schiedsrichtern daran gehindert werden. Das Verdikt: Helbling musste frühzeitig in die Kabine, und der schlaue Auslöser dieser ansonsten belanglosen Szene lachte sich ins Fäustchen.

 Auch zuvor stellte sich Gottéron zu oft ungeschickt an und kassierte nicht zum ersten Mal in dieser Saison viel zu viele Strafen. Diese kosteten nicht nur ein paar Gegentore, sondern auch Kraft. Und diese fehlte dem Gast dann in der zweiten Hälfte des Spiels, als Freiburg nach dem 3:1 durch Doppeltorschütze Lino Martschini hätte reagieren sollen.

Sowohl für Trainer Hans Kossmann als auch für Plüss waren die vielen Undiszipliniertheiten ein Hauptgrund für diese erneute Niederlage. «Wenn es dir schon nicht läuft, sollte man sich zumindest keine solchen Aussetzer erlauben. Denn wenn du in Zug einmal mit drei Toren hinten liegst, wird es schwer, das Ruder noch herumzureissen. In unserer momentanen Situation sowieso», sagte Plüss. Zudem sei es sich die Mannschaft nach den zuletzt vielen starken Saisons nicht mehr gewohnt, so unter Druck zu spielen.

Ratloser Hans Kossmann

 Hans Kossmann, der sich in Freiburg eigentlich bisher praktisch nur sportlich erfolgreiche Zeiten gewöhnt ist, wirkte in seinem Coaching in dieser Doppelrunde ebenfalls nicht immer überzeugend. Klar versuchte er mit vielen Wechseln–vorab in den Sturmlinien–neue Impulse zu setzen, aber irgendwie hatte man das Gefühl, dass dies seine Angreifer mehr verwirrte, als zu besseren Leistungen anspornte.

 Fragt man ihn, warum die Torproduktion trotz einiger Torchancen nicht besser läuft, hat Kossmann durchaus gewichtige Gründe zur Hand: «Vor dem Ausfall von Greg Mauldin hatten wir in der Champions League einen Paradesturm, der uns im Moment fehlt. Und Spieler wie Andrei Bykow und Jeff Tambellini sind nach ihren Verletzungen noch nicht so weit, um der Mannschaft wirklich helfen zu können.»

Defensive bleibt Hauptproblem

In Zug war aber einmal mehr vorab die kränkelnde Defensive das Hauptproblem. Auch deshalb, weil Joel Kwiatkowski nur noch ein Schatten seiner besten Tage ist, und der junge Maxime Montandon in der NLA noch Mühe hat. Einem langjährigen Spitzenteam sollten Schnitzer wie bei den letzten drei Gegentoren ganz einfach nicht passieren. Benjamin Conz, der diesmal wieder begann, hielt, was er halten konnte, nicht mehr und auch nicht weniger. Sein viel grösser gewachsenes Gegenüber Tobias Stephan war zusammen mit seiner neu zusammengestellten Abwehr jedenfalls zumindest eine Klasse besser. Ein weiterer grosser Unterschied waren die Angriffsauslösung und das Tempo im Abschluss, wo der Gastgeber seinem Gegner an diesem Abend eine richtiggehende Lektion erteilte. Einzig nach Julien Sprungers Powerplaytor zum 1:1-Ausgleich (16.) war dieses rassige und eigentlich faire Spiel zehn Minuten lang spannend.

 Nach den Gründen für die momentane Baisse gefragt, bringen Spieler und Trainer momentan oft das Argument der fehlenden Frische. Das Team absolviere zu viele Spiele in kurzer Zeit, weshalb man auch im Kopf nicht mehr so frisch wie es nötig sei, um in dieser ausgeglichenen Liga–viele Klubs haben zum Beispiel auf den Ausländerposten in dieser Saison mächtig aufgerüstet–Siege einfahren zu können.

 

Telegramm

Zug – Freiburg-Gottéron 6:1 (2:1, 1:0, 3:0)

 

6324 Zuschauer.–SR Kämpfer/Kurmann, Dumoulin/Tscherrig.Tore:7. Earl (Nolan Diem, Bouchard/Ausschluss Bykow) 1:0. 15. Sprunger (Bykow, Tambellini/Ausschluss Earl, Alatalo; Mottet) 1:1. 18. Bouchard (Lammer, Earl/Ausschluss Pouliot) 2:1. 25. Martschini (Holden, Sondell) 3:1. 44. Suri (Sondell, Holden/Ausschluss Kwiatkowski) 4:1. 47. Sutter (Dünner) 5:1. 49. Martschini (Holden) 6:1.Strafen:5mal 2 Minuten gegen Zug, 8mal 2 plus 10 Minuten (Helbling) gegen Gottéron.

Zug:Stephan; Andersson, Sondell; Ramholt, Grossmann; Simon Lüthi,

 

Alatalo; Erni, Stämpfli; Martschini, Holden, Suri; Lammer, Earl, Bouchard; Herzog, Sutter, Bertaggia; Dünner, Diem, Fabian Schnyder.

Freiburg-Gottéron:Conz; Ngoy, Kwiatkowski; Helbling, Abplanalp; Huguenin, Schilt; Montandon; Mottet, Dubé, Tambellini; Fritsche, Pouliot, Monnet; Sprunger, Bykow, Plüss; Hasani, Wirtanen, Vauclair; Ness.

Bemerkungen:Zug ohne Bürgler, Morant (beide verletzt), Christen (gesperrt) sowie Blaser (überzählig), Gottéron ohne Kamerzin, Mauldin (beide verletzt), Brügger überzählig.

Die FN-Besten:Bouchard, Wirtanen.

Vorschau: Heute angeknockt zum Meister nach Zürich

Matthias Fasel

Nach einem Wochenende mit null Punkten und einem Torverhältnis von 4:12 folgt für Gottéron heute (19.45 Uhr) ausgerechnet auch noch der schwere Gang ins Hallenstadion zu den ZSC Lions. Es versteht sich von selbst, dass sich die Freiburger deutlich steigern müssen, um zu Punkten zu kommen. Gottéron-Trainer Hans Kossmann, der seinem Team gestern trainingsfrei gab, damit die Spieler den Kopf lüften können, erwartet sowohl in der Offensive als auch in der Defensive eine Steigerung. «Vor dem gegnerischen Tor müssen wir härter arbeiten. Wir benötigen immer noch viel Aufwand für ein Tor. Dort müssen wir hungriger sein, oft sind wir noch zu verspielt», so Kossmann. Klar ist aber, dass die Freiburger, egal wie gut sie offensiv spielen, auch heute wieder ohne Punkte abreisen werden, wenn sie erneut sechs Gegentore erhalten werden. «Wir haben in Zug kein einziges Gegentor erhalten, wenn die Spieler im vorgegebenen System gespielt haben. Aber wir haben immer wieder überhastet agiert und sind dem Gegner in Konter gelaufen. Zudem haben wir viel zu viele Strafen erhalten und dem Gegner so Powerplays ermöglicht.» Tatsächlich haben die Freiburger in Zug allein im Startdrittel sechs Zweiminuten-Strafen kassiert. «Wir müssen cleverer werden und mental immer dranbleiben. Denn mit so vielen Strafen wird es in jedem Spiel schwierig.»

Wohl nicht Wirtanens letztes Spiel

Ob er Änderungen in der Aufstellung vornehmen wird, wollte Kossmann gestern Nachmittag noch nicht verraten. Das ihm zu Verfügung stehende Kader ist jedenfalls dasselbe. Fehlen werden weiterhin die verletzten Greg Mauldin und Jérémie Kamerzin.

Der Vertrag von Petteri Wirtanen läuft nach dem heutigen Spiel in Zürich aus. Es wird für den Finnen jedoch voraussichtlich nicht das letzte Spiel im Gottéron-Dress sein. «Bis Ende Oktober können wir seinen Vertrag ja von Woche zu Woche verlängern. Das ergibt in meinen Augen mehr Sinn, als plötzlich einen neuen Spieler zu holen.» Wirtanen, der nach sieben Spielen vier Assists auf seinem Konto hat und eine Minus-5-Bilanz aufweist, wird voraussichtlich mindestens so lange in Freiburg bleiben, bis Mauldin, der grosse Fortschritte macht, wieder einsatzbereit ist.

Ausländischer Verteidiger?

Unabhängig davon will Kossmann nicht mehr ausschliessen, dass Gottéron in nächster Zeit auch noch einen ausländischen Verteidiger unter Vertrag nimmt, um die Abwehr zu stabilisieren. «Wir spielen nun noch den Match in Zürich und müssen dann über die Bücher.»

Der heutige Gegner

Die Fakten zu den ZSC Lions

• Die Zürcher habe bisher überraschend das schwächste Powerplay der Liga. Nur 13,5 Prozent ihrer Überzahlspiele führen zum Erfolg.

 

• Roman Wick ist überragend in die Saison gestartet. Der Stürmer ist mit 6 Toren und 6 Assists Topskorer seines Teams und hat mit Plus-11 die beste Plus-Minus-Bilanz der gesamten Liga.

 

• Zuletzt fehlten den Zürchern die verletzten Luca Cunti und Marc-André Bergeron.

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