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Simulation für die Paralympics-Saison

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Simulation für die Paralympics-Saison

Behinderten-Leichtathlet Urs Kolly im vorolympischen Jahr

Für den mehrfachen Weltmeister und Paralympics-Sieger in der Leichtathletik, Urs Kolly, beginnt am Samstag eine wichtige Saison. Es ist die Saison vor den Paralympics 2004 in Athen. Für Kolly beginnt die Vorbereitung auf diese Olympischen Spiele der Behinderten also praktisch schon jetzt.

Von GUIDO BIELMANN

Urs Kolly gewann an den Paralympics 2000 in Sydney Gold im Weitsprung und im Fünfkampf. Der 32-Jährige will sich nach Barcelona ’92, Atlanta ’96 und Sydney ’02 für die vierten Paralympics qualifizieren. Dass er bei seinen sportlichen Zielen nichts dem Zufall überlässt, hat er schon bei seinen früheren Erfolgen bewiesen. Minutiöses Training unter der Leitung von Trainer Bruno Knutti und vom erfahrenen Coach und früheren Trainer Hubert Pauchard begleitete Wettkämpfe sind mittlerweile das Markenzeichen von Kollys Erfolgen.

Das Team «Urs Kolly» tritt auch in dieser Saison in dieser Konstellation auf. Am kommenden Samstag ist am Düdinger Frühjahrs-Meeting auf der Leimacker-Anlage der erste Start für Kolly.

Ungewissheit vor dem ersten Kampf

Für einen Athleten ist die Zeit vor dem ersten Wettkampf immer mit einer Portion Ungewissheit verbunden, auch wenn er gut trainiert hat und sich gut fühlt. So erklärt Urs Kolly auf die Frage, wo er zurzeit stehe: «Forciert habe ich das Training im Weitsprung und Kugelstossen. In den letzten Trainings war ich hauptsächlich mit der Kugel gut. Über 100 m bin ich noch nicht top. Da fehlt es noch an einigen Sachen.» Für Trainer Bruno Knutti ist die Situation so einleuchtend, wie sie eben auch schwierig ist: «Urs muss jetzt seine Leistungen umsetzen können. Er hat viel Erfahrung. Deshalb sollte er das im Griff haben.»

Das berühmte Stichwort Umsetzen. Eigentlich sollte dieses Umsetzen bei Urs Kolly klappen, denn er hat eine Trainingsphase ohne Probleme und Zwischenfälle hinter sich. Ganz im Gegensatz zu den beiden Vorjahren: 2001 erlitt er einen Handgelenk-Bruch, und 2002 hatte er Probleme wegen einer Rippe und einer Schulter.

50 Tage bis zur EM,
500 Tage bis zu den Paralympics

Vom 15. bis 22. Juni findet in Assen (Hol) die EM statt. 50 Tage bis zu dieser EM sind es noch. Bis zu den Paralympics 2004 sind es noch 500 Tage. Für Urs Kolly geht es nun diese Saison um mehrere Dinge. Zunächst ist es ein Trainingsaufbau auf die Paralympics 2004 in Athen hin. Dieser Aufbau bedeutet aber nicht nur Trainieren und Wettkämpfe machen: «Nein, wir simulieren den Ablauf der nächstjährigen Saison, um das Timing im Formaufbau in Griff zu bekommen», erklärt Kolly.

Die Kolly-Equipe sammelt also Erfahrungswerte, um nächstes Jahr optimal auf die Paralympics zuzusteuern. Coach Hubert Pauchard erläutert: «Die Selektionsperiode für die Paralympics dauert vom 1. Mai 2003 bis zum 1. Juni 2004. Urs muss also bis anfangs Saison 2004 die Limiten erreichen.» Das heisst nichts anderes, als dass er die Limiten diese Saison schaffen muss, denn sich im nächsten Jahr auf die kurze Wettkampfphase bis zum 1. Juni zu verlassen wäre gewiss zu riskant.

Saison 2004 leichter

Aber es geht auch um die exakte Trainingsplanung, damit Kolly im Herbst 2004 auf die Paralympics hin in Topform kommt. «Urs muss anfangs Saison in Form sein. Dann fahren wir Ende Juni das Training herunter, um im September auf die Bestform zusteuern zu können. Dies machen wir dieses Jahr genau gleich.»

Deshalb absolviert Urs Kolly seit Dezember fünf Trainings pro Woche. Kolly arbeitet zu 80 Prozent in Grangeneuve, in der Käserei-Abteilung; als Milchtechnologe (Ingenieur) ist er Berater für die Käser in der Greyerzer-Produktion. Kürzlich hatte er im Krafttraining ein Erfolgserlebnis, als er im Bankdrücken mit 130 kg Serien machen konnte und mit 170 kg Kniebeugen: «Im Kraftbereich habe ich viel zugelegt. Ich muss jetzt sehen, wie es bei der ersten Standort-Bestimmung in Düdingen aussieht.» Dem fügt er scherzend bei: «Wenn ich die 100 m nicht in 13,00 laufe, höre ich auf.» Und im Ernst erklärt er dann: «Die nächste Saison wird für mich leichter sein, weil wir dann die Erfahrungswerte aus diesem Jahr haben werden.»
Die Sache mit den Prothesen

Für Spitzensportler wie Urs Kolly hängt sehr vieles von einer perfekt funktionierenden Prothese ab, so im Sprint von der speziellen, federnden Prothese oder in den Würfen von der neu entwickelten Prothese mit einer Gummi-Kugel, die in der Rotation des Beines leicht nachlässt. Dazu Urs Kolly: «Damit erfolgt die Rotation nicht mehr zwischen Prothese und Bein, was sehr oft grosse Probleme verursacht.»

Im Vorjahr war Urs Kolly an einem Meeting in Florida. Dort sagte man ihm, dass seine Prothesen-Technik völlig falsch sei. Er wurde unsicher, weil er im Weitsprung nicht mehr auf 6,00 m kam und keine schnellen Sprintzeiten mehr erreichte. Er begann mit dem Pröbeln und Verändern. Am Luzerner Meeting musste er sich sagen: «Etwas stimmt nicht.» Deshalb kam er auf die Prothesen-Einstellungen zurück, die er für Sydney 2000 angewandt hatte, und prompt wurden seine Leistungen besser. «So falsch konnten also unsere damaligen Erfahrungen nicht gewesen sein.» Heute stellt Kolly seine Prothesen auf dem Basiswissen von Sydney 2000 ein: «Nur, dass wir dies weiterentwickelt haben», erklärt Hubert Pauchard.

Eine Sportprothese kostet übrigens 9000 Franken, eine Alltagsprothese 4500 Franken. bi

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