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Tod eines Bauarbeiters verschuldet

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Autor: Carolin Foehr

«Sie haben, jeder im Rahmen ihrer damaligen Aufgabenbereiche, durch Vernachlässigung der Sicherheitskontrollen den Unfall und dessen Folgen mitverschuldet.» Mit diesen Worten hat sich Kantonsrichter Hubert Bugnon gestern an die früheren Vorgesetzten des Portugiesen gewandt, der im November 2006 auf der Multiplex-Baustelle in Freiburg tödlich verunglückt ist (siehe gestrige FN).

Damit bestätigt das Kantonsgericht den Entscheid des Strafgerichts Saane vom Juli 2010. Dieses hatte die drei der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden und zu bedingten Geldstrafen von je 30 Tagsätzen verurteilt. Gestern hat das Appellationsgericht hingegen die Schuld des Bauleiters mit einer Strafe über 20 Tagsätzen etwas abgeschwächt. Er könne in den Augen des Kantonsgerichts nicht für die falsche Fixierung zwischen Stützmauer und -balken verantwortlich gemacht werden. «Es war nicht seine Aufgabe darüber zu wachen, ob jedes Teil am richtigen Ort montiert wurde», sagte dazu Bugnon. Dies sei Aufgabe des Poliers gewesen – der dies auch während der Untersuchung zugegeben hatte.

Anwälte gefasst

«Zufrieden damit, dass die dreifache Verantwortung für diesen tragischen Unfall bestätigt wurde», war nach der Verkündung der Substitut der Staatsanwaltschaft, Laurent Moschini. Das Urteil zeige, dass auch der Bauleiter, der nicht der direkte Vorgesetzte des Opfers war, für die Sicherheit auf der Baustelle verantwortlich gemacht werden kann und muss. Seitens der Verteidigung gaben sich die Anwälte gefasst. Jacques Piller, der den Equipenchef vertreten hat, zieht einen Weiterzug vors Bundesgericht «mit Blick auf die bisherige Rechtssprechung» nicht in Betracht. Stefano Fabbro, Anwalt des Poliers, will das schriftliche Urteil abwarten, während Michel Bussey, Verteidiger des früheren Bauleiters, erklärte: «Ich würde meinem Mandanten einen Weiterzug raten – aber das wird er selber entscheiden.»

Im November 2006 war ein portugiesischer Bauarbeiter von einer Leiter gestürzt, als er versuchte, eine am Morgen erbaute Mauer ins Lot zu bringen. Der Mann erlag noch auf der Baustelle seinen schweren Verletzungen.

Zwei Jahre dauerten die Bauarbeiten für das Multiplex-Kino im Freiburger Stadtzentrum.Bild ae/a

Chronologie

Fast sechs Jahre nach dem Unfall

Von April 2005 bis März 2007 ist in Freiburg das Multiplex-Kino entstanden. Der tödliche Unfall ereignete sich am 11. November 2006 kurz nach 13 Uhr. Am 5. Juli 2010 begann der Prozess vor dem Strafgericht Saane. Gestern bestätigte das Kantonsgericht die Schuldsprüche. cf

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