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Tötung von Lucie: Pietätslose Berichterstattung

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Tötung von Lucie: Pietätslose Berichterstattung

Das Tötungsdelikt an der 16-jährigen Lucie hinterlässt uns alle sprachlos. Ohnmächtig versuchen wir zu verstehen, was nicht zu verstehen ist. Hilfesuchend wenden wir uns deshalb an Informationsträger, um mehr zu erfahren, was uns das Vorgefallene zu erklären helfen könnte. Was uns der helvetische Blätterwald präsentiert, lässt mindestens teilweise in erschreckend rücksichtsloser und effekthascherischer Art und Weise die Grenze des guten Geschmacks hinter sich. Was mit dieser Art der Schreibe bezweckt werden soll, ist für mich – und ich bin sicher, dass ich hier stellvertretend für eine grosse Zahl von Zeitungsleserinnen und -leser spreche – absolut unverständlich. Der Täter hat sich bereits gestellt, Details zum Hergang der Tat können der Polizei also nicht mehr bei der Ergreifung weiterhelfen. Dies lässt die einzig ansatzweise logisch herleitbare Begründung für einen derart hohen Detaillierungsgrad in der öffentlichen Berichterstattung hinfällig werden.

Die für die Leserinnen und Leser somit offensichtliche Irrelevanz dieser Details wird teilweise zusätzlich durch die extrem gedankenlose und vorschnelle Wortwahl gewisser Journalisten überboten. Es ist mit Bestimmtheit nicht hilfreich für das Verständnis der Leserinnen und Leser, wenn blutige Detail-Schilderungen gehalt- und pietätvolle Information ersetzen. Diese Art von blutrünstigem Boulevard-Journalismus ist schlicht geschmacklos. Die Redaktionsteams der Schweizer Zeitungen sollten sich in Rücksichtnahme auf die hinterbliebenen Verwandten von Lucie etwas mehr auf ihren eigentlichen Auftrag besinnen, den der sachlichen und adäquaten Information. Letztlich muss sich aus meiner Sicht jedes Redaktionsmitglied fragen, ob es als Elternteil einer ermordeten Tochter die Details dieser abscheulichen Tat wirklich in grafischer Art und Weise in der Öffentlichkeit breitgetreten haben will. Die richtige Antwort auf diese Frage kann nur das eigene Gewissen liefern, so dieses noch nicht verkümmert ist, wie es bei dem einen oder anderen Vertreter der Schreiberzunft offensichtlich bereits geschehen ist.

Autor: Michael Vogt, Freiburg

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