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«Uns ist einfach vieles passiert»

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Bettina Oberli präsentiert «Die Herbstzeitlosen» in Murten

Autor: Mit BETTINA OBERLI sprach FADRINA HOFMANN

Woher kam die Idee für den Film «Die Herbstzeitlosen»?

Die kam eigentlich von meiner Grossmutter. Sie ist eine Witwe, die in einem kleinen Dorf im Emmental lebt. Sie hat viele Freundinnen und Nachbarinnen, die ebenfalls verwitwet sind. Mir ist aufgefallen, dass diese Frauen in ihrer neu gewonnenen Freiheit plötzlich Sachen machen, die sie sich vorher nie getraut hätten. Das war der Startgedanke für diesen Film.

Wie würden Sie den Film beschreiben?

Es ist ein Film, in dem es um Freundschaft und um Träume geht – und um Sachen, die man bereits längstens vergessen hatte. Es ist ein Ensemble-Film mit einer Hauptfigur, bei dem der Rest sehr wichtig ist. Das Freundinnentrio von Martha bis zur kleinsten Rolle – jede Figur gibt zusammen ein Bild des Dorfes, und das Dorf selbst ist eigentlich die Figur.Vom Genre her ist es eine Tragikomödie.

Die Geschichte von «Die Herbstzeitlosen» ist eine Geschichte von starken Frauen. Ist es ein feministischer Film?

Ja, klar. Er ist feministisch im positivsten Sinn, mit der Message, seine Träume zu erfüllen.

Trotz der Botschaft des Films wirkt die Geschichte nie kitschig. Wie haben Sie das vermeiden können?

Es hat damit zu tun, dass die Figuren authentisch sind. Ich hatte mit Stephanie Glaser natürlich einen Trumpf im Ärmel. Bei allen anderen Figuren war es mir wichtig, dass der Zuschauer wirklich glauben konnte, dass es sich um Dorfbewohner handelt.

Im Publikum sassen Menschen jeder Altersgruppe, aber vor allem auch viele ältere Personen. Wer ist das eigentliche Zielpublikum?

Witzig ist, dass der Film eigentlich nicht mal fürs Kino geplant war. Er war als Fernsehfilm konzipiert, gedreht und geschnitten. Erst als der Film fertig war, wurde entschieden, dass er ins Kino kommt. Die Idee war, dass «Die Herbstzeitlosen» ein Sonntagabendfilm wird und das Zielpublikum klar der Schweizer oder die Schweizerin ist, der/die am Sonntagabend SF schaut. Das ist ein breites Publikum.

Kann man sagen, dass der Film so erfolgreich wurde dank der Mund-zu-Mund-Propaganda?

Ja, ich denke, das ist so ein typischer Selbstläufer. Wir dachten nie, dass wir die Zutaten und das Thema für einen so erfolgreichen Film haben. Uns ist vieles einfach passiert. Klar war es ein cleverer Schachzug, den Film in Locarno zu starten, aber die Hauptwerbung war schon die Mund-zu-Mund-Propaganda.

Gab es eine Anekdote beim Dreh, an die Sie sich gerne erinnern?

Lustig war, dass über Mittag die alten Damen immer schlafen gingen. Wir haben ihnen extra Liegestühle für das Nickerchen hingestellt. Beim Film sind sonst immer alle so gestresst und beschäftigt und durch die Gelassenheit der Hauptdarstellerinnen war es ein sehr entspanntes Arbeiten. Ihre Gelassenheit ist auf uns alle übergegangen.

Was bedeutet Ihnen dieser Film?

Es ist wirklich schön, dass ich den Film so persönlich machen konnte und dass der Erfolg uns ohne Druck zugeflogen ist. Dadurch konnte ich mir selber treu bleiben und über eine Welt erzählen, die ich gut kenne. Ich glaube, das ist das, was die Leute auch merken. Der Film behauptet nie mehr, als er ist, und das mögen die Leute. Für mich ist der Film ein Baby, wie jeder meiner Filme.

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