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Vertrauen in das System Aebischer

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Derweil Benjamin Conz und sein Ersatz Reto Lory bereits in der Kabine waren, blieb Gottérons neuer Torhütertrainer David Aebischer gestern noch auf dem Eis, um sich einem weiteren Schützling zu widmen: Der U20-Nationaltorhüter Ludovic Waeber, der sich Anfang Juni einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, steht nur gerade vier (!) Monate später bereits wieder auf dem Eis und hofft, schon bald für Freiburgs Partnerteam Red Ice Martigny zwischen den Pfosten stehen zu können. Eine halbe Stunde und einige spezifische Torhüterübungen später hatte auch Aebischer, der sich seit dem Sommer um sämtliche Goalies des Clubs kümmert, Mittagspause.

Fangquote von 93 Prozent

«Ich habe mich schon gut in meinen neuen Job eingelebt», sagt Aebischer, der im Januar seinen Fanghandschuh an den Nagel gehängt hatte und rasch den Einstieg ins Trainermetier fand. «Ich habe sicher noch einiges zu lernen, aber ich freue mich sehr, diesen Job machen zu dürfen. Und wenn man wie wir zurzeit Erfolg hat, macht die Arbeit umso mehr Spass.»

Dass Gottéron an der Spitze der Tabelle steht, hat verschiedene Gründe. Da ist zum einen die Effizienz. 15 Prozent der Torschüsse führen zum Erfolg–ein Klassewert. Damit einher geht das starke Powerplay. Nur die Genfer weisen im Überzahlspiel eine noch bessere Quote auf. Und da ist Benjamin Conz. Vergangene Saison, als Gottéron einen unterirdischen Saisonstart erwischte, kam der 24-jährige Jurassier in den ersten neun Partien auf eine Abwehrquote von ungenügenden 87 Prozent und war so nicht der Rückhalt, den es benötigt, um im modernen Eishockey Spiele für sich entscheiden zu können. Jetzt, ein Jahr später und zum selben Zeitpunkt der Saison, liegt seine Fangquote bei bemerkenswerten 93 Prozent. Damit ist er ligaweit hinter Tobias Stephan (EV Zug) sowie Elvis Merzlikins (Lugano) die Nummer 3 der Torhüter, die mehr als sieben Partien bestritten haben.

Ist Aebischer also der bessere Goalietrainer als Sylvain Rodrigue, der dieses Amt die letzten Jahre bei Freiburg nur Teilzeit ausgeübt hatte, weil er zugleich auch dem Trainerstaff des NHL-Clubs Edmonton Oilers angehörte? «Das kann man so sicher nicht sagen», wiegelt Aebischer ab, der einige Monate bei seinem Vorgänger hospitierte. «Sylvain hat einen super Job gemacht. Sein System ist grundsätzlich das gleiche, wie ich es mir vorstelle. Ich habe deshalb sicher einiges von Sylvain übernommen und bin glücklich, dass es funktioniert. Doch Benji hat im August sehr gut gearbeitet, darum hat er selbst den grössten Anteil an seinen bisher guten Leistungen.»

Vertrauen und Sicherheit

Aber was ist denn nun das System Aebischer? «Ich arbeite mit all meinen Torhütern gleich. Natürlich gibt es zwischen allen kleine Differenzen. Wichtig ist einfach, Vertrauen zu haben in das, was man tut, sprich, dass der Torhüter Vertrauen in das System hat und sich dadurch sicher fühlt. Um dies zu erreichen, machen wir Übungen, die für manche Goalies zu Beginn noch etwas komisch sein mögen. Wenn sie jedoch merken, dass es funktioniert, dann bekommen sie das Vertrauen, das ihnen auch im Spiel hilft.» Dieses sei wesentlich, weil noch mehr als bei den Feldspielern dem Kopf beim Goalie eine zentrale Rolle zukomme. «Ein Torhüter steht permanent auf dem Eis. Der Druck ist deswegen ein anderer. Wenn du gut arbeitest und vorbereitet bist, hilft dir das im Match. Bei Benji ist das der Fall. Er spielt stark, weil er parat ist und er das auch weiss.»

Zur Arbeit von Aebischer gehört, die Leistungen von Conz zu analysieren und auszuwerten. «Am Montag oder Dienstag schauen wir uns jeweils die Spiele vom Wochenende an und besprechen, was gut war, was wir verbessern können oder ob es Tendenzen gibt, die es so rasch wie möglich zu stoppen gilt», erklärt Aebischer. Denn ein anderer wichtiger Aspekt im Torhüterspiel ist neben der Psyche die Technik. Speziell bei einem kleingewachseneren Torhüter, wie es Conz ist, der damit so gar nicht dem Trend hin zu immer grösseren Goalies entspricht. «Sicher ist es ein Vorteil, wenn du mehr Fläche des Tores abdeckst. Bei Benji ist darum wichtig, dass er am richtigen Ort steht und präzise ist. Wir haben an der Positionierung gearbeitet. Wo muss er einen Schuss blockieren? Wie weit vorne oder hinten muss er stehen? Das hängt aber nicht nur mit der Grösse eines Goalies zusammen, sondern auch mit seinem Stil.»

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Aebischer widmet sich nicht nur der Nachbetrachtung der Spiele, auch die Vorbereitung auf den nächsten Gegner ist Bestandteil seiner Betreuung von Conz. «Es gibt immer wieder mal Tendenzen, Dinge, die eine Mannschaft häufig macht. Wenn ich oder Gerd (Zenhäusern) was sehen, besprechen wir es, und ich sage es meinen Torhütern. Meist sind es nicht mehr als zwei oder drei Stichwörter, alles zu kommunizieren nützt auch nichts. Zumal es vom Goalie abhängt, was passieren wird, viel mehr noch als vom Gegner.» Und auf was hat Aebischer Conz für das heutige Spitzenspiel gegen den EV Zug hingewiesen? «Zug hat sicher ein sehr gutes Powerplay und bewegt den Puck gut. Zwei, drei Spieler ziehen stark aufs Tor. Da muss man bereit sein, dass man auch einmal gestossen oder umgefahren wird.»

 

Der heutige Gegner

Fakten zum EV Zug

• Mit Pierre-Marc Bouchard verfügt Zug über den derzeit dominantesten Stürmer der Liga. Der kanadische Erstrundendraft hat nach neun Spielen bereits 16 Punkte (6 Tore, 10 Assists) auf dem Konto und ist damit klarer Liga-Topskorer.

• Der EVZ ist in dieser Saison auswärts noch ungeschlagen. Die Zentralschweizer gewannen sämtliche vier Auswärtsspiele in der regulären Spielzeit.

• Mit einer Abwehrquote von starken 94,43 Prozent ist Zugs Tobias Stephan der statistisch beste Torhüter der Liga.fm

Benjamin Conz: «Das gehört zum Lernprozess»

A nders als sein Vorgänger Sylvain Rodrigue, der pro Monat jeweils nur für ein paar Tage in Freiburg geweilt hatte, ist David Aebischer für die Gottéron-Goalies ein permanenter Ansprechpartner. «Das ist sicher ein kleines Plus. So können wir täglich an kleinen Details arbeiten und Videos der Partien analysieren», hält Benjamin Conz fest. Doch allein an dieser Veränderung will der hartgesottene Barça-Fan seine markante Leistungssteigerung gegenüber der letzten Saison nicht festmachen. «Es ist eine neue Meisterschaft. Jahre wie das letzte gehörten zum Lernprozess.» Weil der Jurassier seit 2009 in der NLA spielt, wird in der Tat oftmals vergessen, dass er mit seinen 24 Jahren noch ein junger Torhüter ist, der Vertrauen braucht. Letzte Saison, als er zu Beginn mit Melvin Nyffeler in Konkurrenz gestanden hatte, hatte ihm das Vertrauen gefehlt. «Das war keine einfache Situation. Jetzt stimmt es wieder im Kopf.» fs

Vorschau: Mauldin brennt auf sein heutiges Comeback gegen den EV Zug

W enn Gottéron heute Abend um 19.45 Uhr zum Spitzenspiel der 10. NLA-Runde den EVZ empfängt, beginnt endlich auch für Greg Mauldin die Saison. Der 33-jährige Amerikaner erhielt von den Ärzten grünes Licht, nachdem er sich am 10. August im Testspiel gegen ZSKA Moskau eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. «Ich bin zu 100 Prozent bereit. Klar ist aber, dass ich vor den anderen müde sein werde, weil Training und Match nicht dasselbe sind.» Zum Glück könne er sein Comeback vor den eigenen Fans geben, sagt Mauldin. «Ihre Unterstützung wird mich tragen.» Mauldin kehrt an seine übliche Position in die Linie mit Center Marc-Antoine Pouliot zurück.

Sprunger fehlt noch ein letztes Mal

Auf der Liste der Verletzten stehen damit noch die Stürmer Benjamin Neukom, Michaël Loichat und Pierrick Pivron. Seine letzte Spielsperre sitzt heute Julien Sprunger ab, ehe der Captain morgen Samstag im Auswärtsspiel gegen die SCL Tigers wieder in die Mannschaft zurückkehren wird. Vom Partnerteam Martigny rückt deshalb wie bereits am letzten Freitag gegen Biel Sandro Brügger nach und ist wie Nathan Marchon eine Option für einen Platz in der vierten Sturmformation.

Laut Trainer Gerd Zenhäusern wartet auf Leader Gottéron heute gegen seinen ersten Verfolger ein veritabler Härtetest. «Zug ist ein sehr gutes Team, das von einem starken Torhüter bis hin zum wirkungsvollen Powerplay alles hat.» Speziell nach der ersten Saisonniederlage vom Samstag in Lugano sei es wichtig, Lösungen zu finden, wie man die Zuger schlagen könne. Das erste Negativerlebnis im Tessin sei übrigens längst ad acta gelegt worden. «Wir haben die Anzahl der Siege nie gezählt. Es ist sicherlich angenehm an der Spitze zu stehen, doch für uns sind in erster Linie die Punkte wichtig, die wir sammeln konnten», so Zenhäusern. fs

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