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«Viele lassen sich zu früh entmutigen»

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«Viele lassen sich zu früh entmutigen»

Liedfestival: Wie die Initiantin Marie-Claude Chappuis den Weg zur Musik fand

Wenn heute Abend der polnische Bariton Marcin Habela das zweite Liedfestival in der Aula eröffnet, geschieht das auf Initiative der Freiburger Sängerin Marie-Claude Chappuis: Bis Sonntag finden sieben Konzerte und zwei Meisterkurse statt.

Von JUTTA LAMPART

Vor neun Jahren hat die Sängerin Marie-Claude Chappuis ihre Heimatstadt Freiburg verlassen. Seither macht sie sich international einen Namen. Die Liedkunst aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und Menschen damit glücklich zu machen, ist die Absicht der Sängerin: Unter René Jacobs wird Chappuis «Unter den Linden» in Berlin Monteverdis «Orfeo» wieder aufnehmen. Unter Philippe Herreweghe wird sie im «Lincoln Center» in New York in der Matthäus-Passion singen. Und in Bern übernimmt sie im Mai die Carmen.

Wie das Kind zur Musik fand . . .

«Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heide.» Das Mädchen konnte sich nicht satt hören am Gesang der Mutter und begleitete sie am Klavier mit tastenden Akkorden. War es die schmerzliche Begegnung im Lied Franz Schuberts oder das rollende R des Refrains, was die Kleine faszinierte? Für Marie-Claude Chappuis bedeuteten die schlichten, genialen Strophen das Tor zum deutschen Lied.

Wenn die Sängerin innerhalb der grossen Liedwoche in Freiburg am Mittwoch singt, dann wird sie es bestimmt mit «kindlicher» Begeisterung tun: «Der Künstler bleibt ein Leben lang ein Kind. Nur Kinder verstehen es, die Begeisterung von anderen wach zu halten.»

… und die Primarlehrerin
ans Konservatorium ging

Idealismus zeichnet die 34-jährige Freiburgerin aus und die Fähigkeit, andere von ihrer Visionskraft zu überzeugen. Das war schon so, als die blutjunge Absolventin des Lehrerinnenseminars manchen Sekundarschüler in Musik und Theater unterrichtete. Gleichgesinnte scharte sie im «L’Accroche Choeur» um sich. Gleichzeitig wusste sie, dass sie ihren Weg als Sängerin gehen musste und bildete ihre Stimme bei Tiny Westendorp aus. Heute noch, als international gefragte Sängerin, spricht sie mit Hochachtung von den differenzierten Grundlagen, die damals gelegt wurden.

… und der Weg sie nach Salzburg und Innsbruck führte

Marie-Claude Chappuis erweiterte ihren künstlerischen Horizont im Herzen der klassischen Schule, am «Mozarteum» in Salzburg. Neue Welten taten sich ihr in deutschen Liedern auf. Die erfahrene Pianistin Breda Zakotnik ist ihr seit dieser Zeit einfühlsame Lehrerin und gleichgestimmte Lied-Begleiterin.

Eigentlich wollte Chappuis nach dem Studienabschluss im renommierten Opernstudio Zürich lernen, worauf es auf der Bühne ankommt. Der Leiter sah jedoch die Begabung der jungen Frau und empfahl sie gleich an das Landestheater Innsbruck, wo die Stelle einer Mezzo-Sopranistin vakant war. Hier erfuhr sie in fünf anstrengenden «Gesellenjahren», wie befriedigend und hart zugleich die Arbeit als Ensemblemitglied ist. «Wie man mit Niederlagen umgeht, das entscheidet, wie man durchs Leben kommt. Viele lassen sich zu früh entmutigen», sagt die Sängerin dazu.

Bald vertraute man ihr Hauptrollen an. Die Lotte im «Werther», Sesto im «Idomeneo», die Carmen. Sie lernte, mit Fieber fünf Vorstellungen in der Woche durchzustehen und Proben von acht Stunden zu meistern.

Der Mut zur freischaffenden Sängerin

Ihr Ruhm wuchs, aber auch ihr Wunsch, wieder etwas Neues zu wagen. Auch ihre Intendantin, Kammersängerin Brigitte Fassbaender, fand es jetzt an der Zeit, dass sie die Möglichkeiten zu einer internationalen Laufbahn als Freischaffende aufgreift. Das erste «freie» Jahr lässt sich nicht schlecht an. «Von Zeit zu Zeit alle Sicherheiten lassen ist für Schweizer schwierig», meint die Künstlerin dazu.

Chappuis macht in ihrem Beruf nichts mit der linken Hand. Und wie lautet ihr Erfolgsrezept? «Es ist immer ein Balanceakt zwischen Anpassung und eigener Persönlichkeit.»

Zum zweiten Mal findet in Freiburg nun das «Festival du Lied» statt, welches ganz in der Verantwortung der Künstlerin steht. Die Sängerin hat die Mitwirkenden auserwählt und im Programm die Akzente gesetzt. Für Chappuis ist die Zeit gekommen, dass der immense Schatz des internationalen Liedgutes wieder entdeckt wird und als neue Energie in die Welt strömt.

Eröffnung Dienstag 20.00 Uhr in der Aula der Universität: Marcin Habela, Bariton, und Birgid Steinberger, Sopran; Slawische Lieder und Werke von R. Strauss.

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