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Vom Schweiztum, vom Fantum und vom Fähnlitum

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

Wir Schweizer sind mit einem Gen ausgestattet, das uns gegen Chauvinismus immunisiert. Das ist an sich erfreulich, da es vor Nationalismus und Grössenwahn und damit vor unerfreulichen kriegerischen Auseinandersetzungen schützt. Das Anti-Chauvinismus-Gen macht aber auch, dass wir Schweizerinnen und Schweizer uns nie so richtig trauen, mit der Fussball-Nationalmannschaft mitzufiebern und mitzujubeln. Sehr gehemmt und etwas neidisch haben wir während Jahrzehnten den Italienern zugeschaut, die stolz in den Farben ihrer Nationalmannschaft herumspazieren, die Freude über Tore laut in die Welt hinausjubeln und nach einem Sieg hupend durch die Gegend fahren.

Mit der Zeit haben die Schweizer durch natürliche Vermischung auch etwas italienische Gene erhalten. Bei der letzten Fussball-Weltmeisterschaft war es dann so weit: Wir zogen das rot-weisse Leibchen über, nahmen die Flagge und starrten mit Hunderten anderer Schweizer Fans auf die Leinwand, um kollektiv zu jubeln. Nach dem Spiel zogen wir fähnchenschwingend durch die laue Sommernacht und freuten uns: Endlich haben wir unsere Hemmungen abgelegt und zeigen so etwas wie mediterrane Lebensfreude. Es war wie eine Befreiung: Wir Schweizerinnen und Schweizer sind doch nicht so bünzlig, wie wir immer dachten.

Und nun das. Tausende Autos kurven mit aufgesetzten Schweizerwimpeln durch die Gegend. Das sieht ziemlich bedeppert aus – ist die erste Reaktion. Und sogleich erschrickt die Schweizerin über sich selbst: Wird sie wieder bünzlig? Darf sie diese Fähnchen ablehnen, ohne in alte Muster zurückzufallen?

Die Rettung in dieser Frage sind die Italiener – das Mass aller Dinge, wenn es um mediterrane Lebensfreude und Chauvinismus geht. Und siehe da: Italienische Wimpel sind auf Autos kaum zu sehen. Offenbar sind ästhetische Fragen bei der moralischen Unterstützung der eigenen Nationalelf genauso wichtig wie emotionale.

Also dann: Weg mit den lächerlichen Autofähnchen, her mit den ersten Siegen!

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