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Von grosser Freude und grossen Fragezeichen

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Erstmals seit über einem halben Jahrhundert steht das Mutterland des Fussballs wieder in einem Final eines grossen Turniers. Während in England die Lobgesänge auf Trainer und Team ihren Höhepunkt erreichen, gibt es ausserhalb des Königreichs auch Zweifel.

Die englischen Fussballexperten sind in ihren Analysen zuweilen schonungslos ehrlich. Am Mittwochabend herrschte in der Expertenrunde von ITV im Wembley-Stadion in einer Sache Einigkeit: Der in der Verlängerung zugunsten der Engländer ausgesprochene Foulpenalty zum 2:1 war streitbar, „soft“ nannte ihn das TV-Personal.

„Ich wäre ziemlich sauer geworden, hätte es einen solchen Penalty gegen England gegeben“, befand der langjährige englische Nationalstürmer Alan Shearer in seiner Analyse für die BBC sogar. Trotz der klaren Worte zählte auf der Insel am Ende aber doch nur eines: England erhält seinen EM-Final in der Heimat, „Football’s coming home“ eben.

Kein kopfloses Anrennen

Denn, auch da waren sich Englands rund 56 Millionen Fussballexperten fast einig, die Three Lions haben sich den Sieg in der Verlängerung verdient, weil hart erarbeitet. Da war das erste Gegentor des Turniers in der 30. Minute des Halbfinals, das England hätte aus der Bahn werfen können. Es geschah das Gegenteil. Der Gastgeber rannte dem ersten Rückstand an dem Turnier nicht kopflos nach, er tat es kontrolliert und korrigierte den Missstand schnell. Neun Minuten dauerte der englische Rückstand, ehe ein Eigentor von Simon Kjaer für das 1:1 sorgte.

Es waren die besten neun englischen Minuten des gesamten Halbfinals. Aber es waren eben auch „nur“ neun Minuten, in denen die Three Lions ihr Potenzial auszuschöpfen vermochten. Ansonsten boten sie gemäss der NZZ „kein Kombinationsspiel, keine Überraschung. Kein Mittelfeld, das auch nur im Ansatz gestalterische Aufgaben hätte übernehmen können, sofern denn überhaupt die Absicht dazu bestanden hätte“. Während in England zwar die Strenge des Penaltypfiffs anerkannt wird, erdrückt die grosse Freude über die erste Titelchance seit 55 Jahren fast sämtlichen Raum für Kritik an der spielerischen Leistung.

Neun gute Minuten werden im wichtigsten Spiel des Jahrtausends am Sonntag aber kaum reichen, das hat der erste Halbfinal eindrücklich gezeigt. Spanien hatte am Dienstag gegen Italien die besten 120 Minuten seines Turniers geboten – und sind doch enttäuscht aus England abgereist.

Die Italiener haben in dieser Kampagne in den ersten Spielen ihre schöne Seite gezeigt, ein Spiel mit Ballbesitz und Offensivdrang. Gegen Spanien offenbarte das Team von Roberto Mancini mit dem Triumph im Penaltyschiessen, dass es auch anders kann. Italien weigerte sich, in Schönheit zu sterben. Es bevorzugte den unästhetischen Sieg.

Die Feinheit der Auftritte

Ähnliches liesse sich natürlich über Englands Halbfinal-Sieg gegen die Dänen sagen. Auch das Team von Coach Gareth Southgate tat am Mittwochabend gerade genug, um sich den Gegner vom Leib und die eigenen Titelträume am Leben zu erhalten. Der Unterschied liegt in den Feinheiten der Auftritte: Während Harry Kane seinen Penalty in der Verlängerung erst im Nachschuss über die Linie rettete, strahlte der italienische Captain Giorgio Chiellini im Vorfeld des Penalty-Showdowns mit Spanien eine solche Gelassenheit aus, dass viele Experten und Medienschaffende darin den entscheidenden Baustein zum Final-Einzug erkannt haben wollen.

Und so beginnt der Kampf um den Titel mit der Nachbetrachtung der entscheidenden Szene der Halbfinals. „Nicht sicher, ob das ein Elfmeter war, aber wen interessierts?“, schrieb der frühere englische Internationale Michel Owen auf Twitter und gab damit den Tenor der englischen Meinung treffend wieder. Ein Steilpass, den sie im Lager des Finalgegners gerne annehmen. Italiens Weltmeister von 1982, Alessandro Altobelli, sagte im italienischen TV: „Wäre dieselbe Szene bei Italien passiert, die englische Presse hätte ein Jahr lang darüber berichtet.“

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