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Von Vätern, Töchtern und der Liebe

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Wer sich eine Komödie von Carlo Goldoni zu Gemüte führt, der weiss, was er bekommt: leichte Lustspiel-Unterhaltung mit lebendigen Dialogen, farbige Sittengemälde mit einem Schuss Gesellschaftskritik und Geschichten, die über einige Irrungen und Wirrungen auf das (vorhersehbare) Happy End zuführen. Genau das bietet die Deutschfreiburgische Theatergruppe (DFTG) mit ihrer diesjährigen Produktion «Die Schwiegerväter».

Das Stück spielt in den Niederlanden nach dem Ende des Dreissigjährigen Kriegs, geschrieben hat es Goldoni im Jahr 1760. Dass das Publikum trotzdem keinen verstaubten Theaterabend zu befürchten hat, wurde am Premieren-Wochenende im Kellerpoche in Freiburg rasch klar. Die rasanten Dialoge und die schauspielerische Leistung der sechs Darstellerinnen und Darsteller rissen das Publikum mit, und die modernen Kostüme und das reduzierte Bühnenbild trugen das Ihre zum vergnüglichen Theatererlebnis bei. Die zeitlosen Themen rund um Väter und Töchter, Freunde und Feinde und natürlich die Liebe machen das Stück auch für Zuschauer des 21. Jahrhunderts zugänglich. Das Verwirrspiel dreht sich um die beiden jungen Liebenden Julia (Livia Jeckelmann) und Ar­mand (Johannes Tschudi). Letzterer ist ein französischer Offizier, der sich im Hause von Julias Vater, dem reichen Kaufmann van Haarlem (Bernhard Wolfer), von seinen Kriegsverletzungen erholt. Der verarmte Adlige darf sich jedoch kaum Hoffnungen machen, dass van Haarlem ihm seine Tochter zur Frau gibt. Also ersinnt Julia eine List und macht den Vater glauben, Armand liebe ihre Freundin Constanze (Medea Sarbach). Da wittert van Haarlem die Chance, Constanzes Vater, dem verhassten Emporkömmling Bosch (Christian Roos), den Schwiegersohn aufs Auge zu drücken. Die Ränkespiele aller Beteiligten beobachtet das Dienstmädchen Philippa (Chantal Fehr), das in seinem unerschütterlichen Glauben an die Liebe («Gegen die Liebe kann man nun einmal nichts tun») am Ende natürlich recht bekommt.

Bis es jedoch so weit ist, dauert es neunzig kurzweilige Minuten, in denen Julia und Armand sich streiten und versöhnen, Constanze eifrig flirtet, sich die beiden «Schwiegerväter» wortreich an den Kragen gehen – und Philippa stoisch Armands Koffer ein- und auspackt, da der sich nicht entscheiden kann, ob er bleiben oder gehen soll. Er sei solchen Situationen halt nicht so gut gewachsen, stellt der bemitleidenswerte junge Mann fest. Darauf Julia vorwurfsvoll: «Du liebst mich nicht!» Und Armand resigniert: «Ich wusste, dass das kommt.» – Zeilen, wie sie aus jeder aktuellen Seifenoper stammen könnten.

Regisseurin Stephanie Aebischer – sie arbeitet zum dritten Mal mit der DFTG zusammen – ist es gelungen, aus altgedienten Ensemble-Mitgliedern und jungen Nachwuchstalenten eine gut eingespielte Truppe zu machen, die das Publikum mit ihrer spürbaren Freude am Theater begeistert. Als vielversprechend erweisen sich dabei die jungen Neuzugänge Johannes Tschudi, Livia Jeckelmann, Chantal Fehr und Medea Sarbach, die frischen Wind in die DFTG bringen – und gleichzeitig mit Leichtigkeit zeigen, wie zeitgemäss Goldoni sein kann.

Weitere Aufführungen im Kellerpoche Freiburg: 18., 19., 20., 25., 26., 27. und 30. November; 2., 3. und 4. Dezember. Mi., Fr. und Sa. 20 Uhr, So. 17 Uhr. Weitere Informationen: www.dftg.ch.

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