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«War schon immer mein Traumberuf»

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«War schon immer mein Traumberuf»

Das Leben der Kriminalpolizisten ist in den letzten Jahren nicht einfacher geworden

Zu einem Polizistenalltag gehören auch ein Zivil- und Privatleben. Kripo-Chef Michael Perler spricht über seinen persönlichen Ansporn als Polizist und seine Einschätzungen vom Kanton Freiburg.

Von CHRISTIAN SCHMUTZ

Beunruhigt Michael Perler die Tendenz zu mehr Gewaltbereitschaft bei den Jugendlichen? «Freiburg macht heute eine Entwicklung durch, wie sie andere Kantone schon längst erlebt haben», sagt der Kripo-Chef. Noch sei die Gewaltzunahme nicht so extrem, dass bei der Polizei ein Ohnmachtsgefühl entstehe.

Vielmehr werde das Engagement der Beamten dadurch eingeschränkt, dass zu wenig Personal vorhanden sei und starke gesetzliche Barrieren existierten. Momentan seien die Schweizer Politiker aber wieder am Umdenken, wie der Entscheid zur Registrierung der «Natel Easy» gezeigt habe. Oft informierten sich aber die Volksvertreter zu wenig bei den Experten vor Ort. «Man sollte in der Politik vermehrt objektive Gespräche suchen statt Konfrontationen», fordert Perler.

Polizei hat Querelen überwunden

Er erkennt in der Bevölkerung keineswegs eine Unzufriedenheit gegenüber von Kriminalbeamten. «Anders als die uniformierten Beamten werden die Kripo-Mitarbeiter oft nicht als repressive Staatsorgane empfunden, sondern als Hilfe und Unterstützung», sagt Perler. Deshalb sei das Ansehen hier besser. Tatsächlich gebe es immer weniger junge Leute, die dies als Traumberuf ansähen.

Andererseits hätten all die Diskussionen über die Vetterliwirtschaft bei Justiz und Polizei vielen Leuten die Augen geöffnet. Heute sei man auf dem richtigen Weg, aber es brauche Zeit. «Der Kanton Freiburg ist wie ein Dorf, alle kennen sich. Viele Leute glaubten, daraus Profit zu schlagen», sagt der Kripo-Chef. Die Polizei müsse aber jederzeit unabhängig ermitteln können.

Polizistenberuf bleibt faszinierend

Sein persönlicher Ansporn zur täglichen Arbeit sei es, einen Beitrag zu leisten, um Verbrechen aufzuklären, Opfern behilflich zu sein und auch eine relativ grosse Einheit gut zu führen, sagt Perler. In seiner heutigen Stellung merke er aber, dass er sich immer mehr von der Front entferne. «Das ist schade – das Leiten von Sonderkommissionen hat mir immer am besten gefallen», sagt er. Mit allen Beteiligten müsse dabei mit verknüpftem, logischem Denken versucht werden, dieses Schachspiel gegen die Täter zu gewinnen.

Sein Beruf sei heute noch völlig faszinierend, aber man müsse schon Idealist sein, um diese Verantwortung in diesem riskanten Job auf sich zu nehmen. Und gewisse Fälle gingen einem schon sehr nah.
«Polizist war schon immer mein Traumberuf», sagt Perler. Er habe denn auch seine Ausbildung mehr oder weniger bewusst in diese Richtung gelenkt. An der Uni Freiburg habe er die Faszination für die Welt der Kriminologie mitbekommen. In Bern habe er eine breite Ausbildung in gutem Klima genossen und so einen guten Rucksack gehabt für eine neue Herausforderung in seiner Heimat.
Schaut sich ein Kriminalpolizist eigentlich auch TV-Krimis an oder liest er Kriminalromane? Er lese lieber wahre Geschichten und Profiling-Bücher als Krimis. Momentan komme er aber kaum dazu. «Die 45-Minuten-Detektive im Fernseher sind Schönmalerei. Das ist leichte Unterhaltung. Wer den ersten Verdacht ausspricht, ist meist der Täter.» Aber zum Beispiel Serien wie «Autopsie» oder Filme wie «Silence of the Lamb» kämen der Realität schon sehr nahe. «Das könnte man auch in der Polizeischule zeigen», sagt Perler.
Michael Perler

Der 35-jährige Michael Perler ist in Gurmels aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach der Matura im Kollegium Heilig Kreuz und dem Jus-Studium in Freiburg hat er in Lausanne Kriminologie studiert. Er hat von 1995 bis 2000 bei der Stadtpolizei Bern gearbeitet und dort die Kripo-Abteilung geleitet. Seit 1. Mai 2000 ist er Chef der Kriminalpolizei des Kantons Freiburg.

Michael Perler lebt getrennt von seiner Frau und hat eine sechsjährige Tochter und einen vierjährigen Sohn, der auch Polizist werden möchte. Er hat nach einem längeren Unterbruch bei den Senioren des FC Gurmels wieder mit Fussballspielen angefangen: «Es ist eine ideale Abwechslung, sich mit Kollegen sportlich zu verausgaben», sagt er. chs
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Veränderungen in der Kriminalistik (5)

Mit der zunehmenden Technologisierung des Alltags verändert sich auch die Arbeit der Kriminalpolizisten. Bei der Verbrechensaufklärung haben sich die Hilfsmittel stark verändert. Die FN haben die Veränderungen in der Kriminalistik näher beleuchtet. Mit diesem fünften Teil wird diese Serie abgeschlossen. FN

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