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Warenhäuser und Grossverteiler brechen die GAV-Verhandlungen mit Gewerkschaften ab

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Autor: Arthur Zurkinden

freiburg Am vergangenen Donnerstag hat der Grosse Rat beschlossen, dass die Läden am Samstag wieder bis 17 Uhr geöffnet bleiben können, dies zum Missfallen der Ratslinken und der Gewerkschaften. Obwohl das Kantonsparlament gleichzeitig die Dauer der wöchentlichen Abendverkäufe um eine Stunde auf 20 Uhr verkürzte, schätzte SP-Grossrat Xavier Ganioz, stv. Regionalsekretär der Gewerkschaft Unia, danach gegenüber den FN, dass die Gewerkschaften zu 95 Prozent dennoch das Referendum ergreifen werden.

Bloss noch eine Alibiübung

Diese Einschätzung von Xavier Ganioz kam jedoch beim Vorstand der Vereinigung der Freiburger Warenhäuser und Grossverteiler (AGDF) sehr schlecht an. In der Debatte im Grossen Rat erklärte CVP-Grossrat Jean-Pierre Siggen, Sekretär der AGDF, seine Bereitschaft zu GAV-Verhandlungen. Die Sozialpartner hatten sich schon vor den Sommerferien auf Montag, 13. Oktober, für ein Treffen geeinigt.

Gestern Morgen sagte aber die AGDF die Sitzung ab. Dabei verwies sie auf den FN-Artikel. «Bei solchen Bedingungen ist eine Zusammenkunft heute Nachmittag eine reine Alibiübung. Wir glauben nicht, dass sie (die Gewerkschaften) für die verbleibenden fünf Prozent ihre Meinung noch ändern. Wir stellen ihre Entschlossenheit fest, nichts zugestehen zu wollen. Wir wiederholen unser totales Unverständnis gegenüber einer solchen Strategie», liess die AGDF den Gewerkschaften Syna und Unia ausrichten.

Empörung und Schock

Diese Absage löste bei den Gewerkschaften grosse Empörung aus. «Das ist schockierend. Wir waren bereit zu verhandeln. Wir haben noch überhaupt keinen Entscheid getroffen, das Referendum zu lancieren», betonte Chantal Hayoz, Zentralsekretärin der Syna, am Montag an einer Pressekonferenz.

Und auch Armand Jaquier, Regionalsekretär der Unia, erklärte, dass seine Gewerkschaft bereit war zu verhandeln. Nach seinen Worten hätten die Gesamtarbeitsverträge, wie sie Coop und die Migros ihrem Verkaufspersonal anbietet, eine gute Verhandlungsbasis gebildet.

Bloss eine Ausrede

Laut Xavier Ganioz wird schon seit 13 Jahren um einen GAV für das Verkaufspersonal gerungen. Er rief in Erinnerung, dass Jean-Pierre Siggen im Grossen Rat versprochen hat, mit den Gewerkschaften zu verhandeln. Und auch er habe im Parlament seine Bereitschaft dazu erklärt. Das «Zeitungs»-Argument der AGDF liessen die Unia-Vertreter nicht gelten. «Wenn man nicht verhandeln will, dann findet man stets eine Ausrede.»

Für Jean-Pierre Siggen sind «die 95 Prozent» nicht bloss eine Ausrede, wie er gegenüber den FN erklärt. «Herr Ganioz ist nicht irgendwer. Wir haben seine Äusserungen nicht auf die leichte Schulter genommen», fährt er fort und gibt zu verstehen, dass sich die Warenhäuser und Grossverteiler nicht umsonst an den Verhandlungstisch setzen wollen. Auch die Haltung der SP habe die AGDF bewogen, die GAV-Verhandlungen abzubrechen.

In der Tat liessen die Gewerkschaften gestern durchblicken, dass die Chancen gestiegen sind, dass sie ein Referendum gegen das Handelsgesetz ergreifen werden. «Die Haltung der Warenhäuser und Grossverteiler hilft jedenfalls nicht, das Referendum nicht zu lancieren», meinte Armand Jacquier, der überzeugt ist, dass das Freiburger Volk einen GAV für das Verkaufspersonal wünscht, damit es von guten Arbeitsbedingungen profitieren kann. Der Vorstand der Unia wird am kommenden Dienstag über die Lancierung des Referendums entscheiden.

Und auch die Syna denkt nun noch einmal über ein Referendum nach, nachdem sie ursprünglich dieses nicht ergreifen wollte, wie Chantal Hayoz sagte. Der Syna-Vorstand tagt bereits heute.

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