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«Was uns fehlt, sind Postur und Erfahrung»

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Ruedi Schläfli, mit Hans-Peter Pellet und Stefan Zbinden verlor der Freiburger Schwingsport zuletzt zwei Zugpferde. Was bedeuteten diese beiden Rücktritte für das kantonale Schwingen?

Wenn ein Verband zwei solche Aushängeschilder verliert, sind die Folgen natürlich tief greifend. Schwinger wie Pellet und Zbinden lassen sich nicht einfach so ersetzen. Wir waren uns bewusst, dass sie ein Loch hinterlassen werden. Und so kam es auch. Damit müssen wir leben. Momentan haben wir keine Talente wie etwa ein Kilian Wenger, wie sie andere Teilverbände aufweisen.

 Wie ist der Freiburger Schwingsport im schweizerischen Vergleich zurzeit aufgestellt?

Grundsätzlich gilt es festzustellen, dass der Südwestschweizerische Verband der schwächste der Teilverbände ist. Da muss man realistisch bleiben. Es nützt nichts zu sagen, dass wir Top-Schwinger in unseren Reihen haben. Um in Burgdorf ganz vorne dabei sein zu können, müssen unsere Schwinger 150 bis 200 Prozent ihres Potenzials abrufen. Das war übrigens schon immer so, sei es während der Zeit meines Vaters Ernest oder jener von Gabriel Yerly. Dies ist so, weil wir im Vergleich zu anderen Teilverbänden schlicht weniger Schwinger haben.

 

 Ist dies die Folge des fehlenden Nachwuchses?

Nein, damit haben wir keine Schwierigkeiten. Seit zwei, drei Jahren arbeiten wir im Nachwuchsbereich sehr konsequent, auch im Hinblick auf das Eidgenössische 2016 in Estavayer-le-Lac. Vergangenes Jahr holten die Westschweizer am Eidgenössischen Jungschwingertag im Entlebuch sieben Zweige, deutlich mehr als wir erwartet haben. Und in Burgdorf stellen wir mit einem Durchschnittsalter von 23,8 Jahren die jüngste Delegation aller Teilverbände. Ich bin deshalb sehr zuversichtlich, was die Zukunft betrifft. Aber wir müssen geduldig sein. Dieser Aufbau geht nicht von einem Tag auf den andern. Was unseren Schwingern noch fehlt, sind die Postur und die Erfahrung. Der Wille hingegen ist vorhanden. Diejenigen, die den Karren zuletzt gezogen haben, waren die jungen Schwinger. Das stimmt mich wie gesagt optimistisch.

 

 Mit welchen Ambitionen reist die Südwestschweizer Auswahl nach Burgdorf?

An einem Eidgenössischen will jeder Teilverband so viele Kränze wie möglich holen und den Schwingerkönig stellen. Aber wir müssen realistisch bleiben. Unser Ziel ist es, mit erhobenem Kopf nach Burgdorf zu gehen und mit einem ebenso erhobenen Kopf zurückzukehren. Natürlich wollen wir den einen oder anderen Kranz gewinnen. 2010 in Frauenfeld war es ein einziger (Red.: Hans-Peter Pellet). Deshalb wäre ich am Sonntag auch mit einem Kranz zufrieden.

 

 Welches sind die ganz speziellen Herausforderungen für die Schwinger an einem Eidgenössischen?

Ganz klar die Grösse des Anlasses. Es hat zehnmal mehr Zuschauer als an einem normalen Schwinget, zudem dauert das Eidgenössische zwei Tage. Es sind so etwas wie die Olympischen Spiele unseres Nationalsports. Die Teilnahme an einem Eidgenössischen ist für jeden etwas ganz Spezielles. Wichtig ist deshalb, dass der Schwinger mit derselben Einstellung nach Burgdorf geht wie an andere Feste auch.

 Haben Sie etwas Besonderes unternommen, um Ihre Schwinger auf die grösseren Dimensionen in Burgdorf vorzubereiten?

Wir waren am letzten Samstag vor Ort und haben uns alles angesehen. Das war sicher positiv. So ist es am Freitag keine Reise ins Unbekannte. Die Schwinger wissen, wo sie die Garderoben und wo den Eingang finden. Trotzdem wird am Samstag der Einzug der Teilverbände in die Arena allen unter die Haut gehen. Die Schwinger sollen das Eidgenössische vom Anfang bis zum Ende geniessen.

 

 Inwiefern wirft das Eidgenössische in Estavayer-le-Lac seine Schatten schon voraus?

Wir haben bereits vor zwei Jahren mit den Vorbereitungen begonnen. Burgdorf ist eine wichtige Etappe auf dem Weg nach Estavayer-le-Lac. Im Jahr 2016 wollen wir mit dem bestmöglichen Team antreten können, deshalb arbeiten wir intensiv mit den Jungen, nicht nur mit den Freiburgern, sondern auch mit jenen aus der Waadt. Die ersten Auswirkungen sind bereits zu spüren. Die Konkurrenz im Südwestschweizerischen Verband ist grösser als vor Frauenfeld 2010. Ich hatte für die Selektion in diesem Jahr sprichwörtlich die Qual der Wahl.

 

 Trotzdem stehen die Chancen auf einen Freiburger Schwingerkönig nicht allzu gut. Welches sind Ihre Favoriten für Burgdorf?

Sempach, Wenger, Gisler–es gibt einige Favoriten. Aber das Eidgenössische lebt auch von Überraschungen. Wenn die Schwinger ins Sägemehl steigen, kann alles passieren. Das Wort unmöglich sollte aus dem Vokabular gestrichen werden. Wer weiss, vielleicht gewinnt ja doch ein Freiburger? Falls dem so wäre, kehre ich zu Fuss aus Burgdorf zurück.

Burgdorf 2013

Die selektionierten Südwestschweizer

Michael Nydegger(Wohnort: Oberschrot, Club: Sense, Jahrgang: 85, Beruf: Ingenieur, Kränze: 40).Joël Niederberger(Plaffeien, Sense, 88, Metzger, 27).Michael Matthey(Nyon, Mont-sur-Rolle, 90, Kaufmännischer Angestellter, 15).Samuel Dind(Echallens, Lausanne, 89, Bauer, 12).Stéphane Haenni(Mézières, Haute-Broye, 91, Metzger, 12).Rolf Kropf(Brünisried, Sense, 88, Dachdecker, 16).Vincent Roch(Constantine, Estavayer-le-Lac, 94, Elektriker, 6).Pascal Piemontesi(Aubonne, Mont-sur-Rolle, 88, Polizist, 11).Thomas Glauser(Châtonnaye, Cottens, 87, Ingenieur, 6).Marc Gisolan(Frasses, Estavayer-le-Lac, 91, Maurer, 8).Stefan Tschachtli(Kerzers, Kerzers, 81, Gemüsegärtner, 23).Marc Gottofrey(Echallens, Lausanne, 94, Metzger, 4).Augustin Brodard(La Roche, Haute-Sarine, 94, Metallbauer, 5).Christoph Overney(Schwarzenburg, Sense, 85, Schreiner, 15).Adrian Lötscher(Schwarzsee, Sense, 92, Bauer, 5).Michael Pellet(Giffers, Sense, 83, Zimmermann, 27).Guillaume Remy(Riaz, Greyerz, 86, Holzarbeiter, 11).Olivier Zwahlen(Sangernboden, Sense, 88, Bauer/Zimmermann, 7).David Barras(La Roche, Greyerz, 94, Hufschmied, 2).Michel Dousse(Oberschrot, Sense, 92, Zimmermann, 4).Harald Cropt(Ollon, Aigle, 83, Winzer, 16).Johann Borcard(Grandvillard, Greyerz, 94, Tischler, 2).William Häni(Neyruz, Freiburg, 91, Student, 3).Jonathan Giroud(Charrat, Charrat-Fully, 88, Holzarbeiter, 14).Julien Berset(Courtepin, Murten, 84, Schreinermeister, 5).Frédéric Emonet(Pensier, Freiburg, 93, Maschinenmechaniker, 2).

Reserve: Vincent Heiniger(Chambésy, Genf, 87, Marketing-Assistent, 1).Ivan Mollet(Ollon, Aigle, 93, Kaufmännischer Angestellter, 1).Simon Brodard(La Roche, Greyerz, 86, Bauer, 5).

Der selektionierteSteven Moser(Brünisried) muss wegen einer Knieverletzung passen.

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