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Weniger Antibiotika für die Tiere kann etwas mehr Wohlstand für die Bauernfamilien heissen

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Mit einem Projekt und einer Studie will der Kanton Freiburg den Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft reduzieren. Die neuesten Ergebnisse der Studie bestätigten die ersten Resultate vom vergangenen Jahr: Das Projekt «Relait» wirkt sich auf die Tiergesundheit und die Qualität der Milchprodukte positiv aus.

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Mit einem Projekt und einer Studie will der Kanton Freiburg den Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft reduzieren. Die neuesten Ergebnisse der Studie bestätigten die ersten Resultate vom vergangenen Jahr: Das Projekt «Relait» wirkt sich auf die Tiergesundheit und die Qualität der Milchprodukte positiv aus.

Auf den ersten Blick –  das räumen die Verantwortlichen ein – ist die Zwischenbilanz der Studie zum Nutzen des Freiburger Projekts «Relait – Antibiotikareduktion» recht bescheiden, zumindest kurzfristig. Sie haben ihre Erkenntnisse am Montagnachmittag im kantonalen Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve präsentiert. Es gebe kaum gesicherte Zahlen zu den Auswirkungen auf die Produktionskosten und den Arbeitsaufwand. Die Reduktion der Antibiotika bei der Tierhaltung «dürfte» zu einer höheren Wertschöpfung und zu besserer Milchqualität führen. Und sie gingen von positiven Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Arbeitsbelastung und die Lebensqualität der Bauernfamilien aus.

Man müsse von einer langsamen Verbesserung ausgehen, bestätigt Staatsrat Didier Castella nach der Präsentation. Und er stellt fest: Viele Kenntnisse und Praktiken seien schon lange vor «Relait» bekannt gewesen. Es gehe nun darum, sie in das Leben und in die Arbeit der Produzentinnen und Produzenten zu implementieren. 

Die Anzeichen dafür, dass ein massvollerer Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft einträglich sei,  seien da. Sie seien schwach, aber sie seien positiv. «Es ist keine Revolution, aber eine Entwicklung, die Summe vieler kleiner Schritte.» Mittelfristig seien durchaus positive Auswirkungen zu erwarten, wenn die Züchter ihren Tieren weniger Antibiotika verabreichten – nur schon dank des besseren Images und der besseren Qualität.

Jeder Zehnte ist dabei

Konkret bringt das 2017 lancierte Projekt rund 160 teilnehmende Landwirte und  Tiermedizinerinnen zum Beispiel an Anlässen zusammen, an denen sie sich austauschen können.  Diese 160 stehen für rund 10 Prozent der Branche im Kanton Freiburg. Die Teilnehmenden vermitteln einander den Wert alter Praktiken, geben Erfahrungen und Wissen weiter oder beschäftigten sich mit Krankheiten und ihrer Bekämpfung oder Vermeidung. Indirekt wirkt das Projekt auch über Kurse und Beratung für andere Bäuerinnen und Bauern.  Sie lernen beispielsweise die Wirkung von Heilpflanzen und ätherischen Ölen in der Zucht kennen. Und Studierende von Grangeneuve belegen beispielsweise ein Wahlfach zu Alternativen zu Antibiotika. 

Wirtschaftlicher Druck bleibt gross

Fast so zentral wie die Erkenntnisse der direkten Auswirkungen waren in der Studie die agrarsoziologischen Umfragen, die Fachleute mit Bauernfamilien durchgeführt haben. So hat sich gezeigt, dass der wirtschaftliche Druck auf sie zwar gross ist, sie ihre Lebensqualität, das Familienleben und die Wohnsituation mit einzelnen Ausnahmen aber durchaus hoch bewerten.

Laut Experte Martin Pidoux von der Hochschule für Agrar-, Forst und Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen gibt es Methoden, die mit wenig Aufwand einen grossen Effekt auf die Arbeitslast haben – wenn man sie denn findet. Es gibt laut Pidoux aber auch Faktoren, die sich nur schlecht ändern lassen. So empfinden gerade Milchbauernfamilien den Mangel an Ferien und freier Zeit als Nachteil. Denn viele können die Arbeit im Stall nicht einfach mal delegieren. Die Landwirtschaft sei in einer typischen Umbruchphase, so Pidoux: «Heute werden immer mehr funktionierende, leistungsfähige und effiziente Methoden durch nachhaltige, aber dafür komplexere und riskantere Methoden ersetzt.» 

Das Ziel: Vorteile für alle

«Letztlich ist das Ziel die Gesundheit der Tiere», hielt Staatsrat Castella, Vorsteher der Direktion der Institutionen, der Land- und Forstwirtschaft  fest, sowie die Anhebung des Wohlstands der Freiburger Bauernfamilien durch gesunde Produkte. Schliesslich sei es wichtig, auf Nachhaltigkeit zu setzen, so Castella. Das gelte nicht nur für den Schutz der Natur, sondern auch für die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen für die Familien in der Landwirtschaft.

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