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Wie sieht die Zukunft im Ackerbau aus?

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150 Delegierte des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandesvernahmen am Dienstag in Kerzers aus dem Munde von Christian Hofer, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, dass der Ackerbau vor grossen Herausforderungen steht. Er machte den Anwesenden aber auch Hoffnung.

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150 Delegierte des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandesvernahmen am Dienstag in Kerzers aus dem Munde von Christian Hofer, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, dass der Ackerbau vor grossen Herausforderungen steht. Er machte den Anwesenden aber auch Hoffnung.

«Der Ackerbau und generell der Pflanzenbau werden an Bedeutung gewinnen», betonte Christian Hofer in der Seelandhalle in Kerzers. Er machte dabei deutlich, dass die einheimische Landwirtschaft auch inskünftig 50 Prozent der Nahrungsmittel für die Schweizer Bevölkerung produzieren soll, auch wenn diese ein Wachstum verzeichnet. Er war sich bewusst, dass dieses verbindliche Ziel auch im Einklang mit der Umwelt erreicht werden muss, zumal der Ruf der Gesellschaft nach einer Reduktion der schädlichen Pflanzenschutzmittel, des Treibhausgas-Ausstossen oder nach einer nachhaltigen Produktion immer stärker werde. Und dies bedeutet für ihn, dass künftig in der Pflanzenzüchtung intensiv Forschung betrieben werden muss. Dabei müsse auch definiert werden, welche Züchtung nicht unter das Gentech-Moratorium fällt.

Wassernutzungskonflikte

Eine grosse Herausforderung für den Ackerbau stellt natürlich der Klimawandel dar: Hitze, Trockenheit, Starkniederschläge. Dies bekamen die Getreideproduzenten gerade auch in diesem Jahr mit den starken Regenfällen und damit verbundenen Ertragsausfällen zu spüren (siehe Kasten). Aber auch die milden Winter begünstigen die Schädlinge. Zudem steige die Wassernutzungskonflikte, so der Referent.
Christian Hofer gab auch zu verstehen, dass trotz der Sistierung der Agrarpolitik 2022+ der Bundesrat aufgrund einer parlamentarischen Initiative ein Verordnungspaket in die Vernehmlassung geschickt hat. So soll etwa im Bereich der Pflanzenschutzmittel bis 2027 eine Risikoreduktion von 50 Prozent erreicht werden. Er wies dabei auf den Verzicht von Fungiziden, Halmverkürzungen, Insektiziden oder Herbiziden hin. Aber auch eine bessere Nutzung von Hofdünger oder ein zentrales Informationssystem zum Verwendung von Pflanzenschutzmitteln soll nach seinen Worten dazu beitragen. Im Bereich der Nährstoffe solle unter anderem auch ein effizienter Stickstoffeinsatz, die Förderung des Humusaufbaus sowie eine Biodiversitätsfläche von mindestens 3,5 Prozent auf der Ackerfläche beitragen.

Bessere Kommunikation

In seiner Eröffnungsrede freute sich Präsident Fritz Glauser, dass das Schweizer Stimmvolk im Juni 2021 die Pflanzenschutzmittel-Initiativen abgelehnt hat. «Die Schweizer Bevölkerung hat ihre Unterstützung für unsere produktive und umweltfreundliche Landwirtschaft klar gezeigt», betonte er. Und er freute sich weiter, dass gerade in der Corona-Krise einige Konsumenten den lokalen Handel wieder entdeckt und manchmal direkt beim Produzenten eingekauft haben. «Nach vier Jahren mit Überfluss an Brotgetreide müssen wir in diesem Jahr mit einem Produktionsmangel umgehen, der glücklicherweise dank den Reserven kompensiert werden kann», hielt er fest und gab zu verstehen, dass dies auch in Zukunft wieder geschehen kann. «Es wird Zeit, damit aufzuhören, die Schweizer Landwirtschaft für alles Übel verantwortlich zu machen», sagte er und möchte dies mit einer besseren Kommunikation erreichen.

Schweizer Getreideproduzenten

Der Klimawandel und die Ernte 2021

Nach vier Jahren des Überschusses an Brotgetreide hat die Ernte 2021 wegen des starken Regens mengenmässig massive Einbussen erlitten. So rechnete Geschäftsführer Pierre-Yves Perrin vor, dass im Jahre 2021 429’000 Tonnen zur Verfügung stehen werden. «Der Bedarf der Müller beträgt aber 475’000 Tonnen», sagte er, weshalb 46’000 Tonnen fehlen. Die Lagermenge vor der Ernte betrage jedoch rund 100’000 Tonnen. Nach seinen Einschätzungen werde aber vor der Ernte 2022 noch eine Lagermenge von 42’000 Tonnen verbleiben. Er rechnet auch bei der Exportunterstützung mit einer stabilen Menge, wobei der Verband sich mit 15 Millionen Franken beteiligen werde, die Beiträge aber rund 14,2 Millionen betragen werden. Er rief auch in Erinnerung, dass die Nachfrage nach Schweizer Raps hoch bleibe, was für die Produzenten sehr interessant sei. Pierre-Yves Perrin kam weiter auf das neue Logo «Schweizer Brot» zu sprechen, welches bereits einen grossen Anklang gefunden habe. «Als Basis müssen 80 Prozent der Rohstoffe aus der Schweiz stammen», betonte er und fügte bei, dass die Produktion zu 100 Prozent in der Schweiz erfolgen müsse. az

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