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Wier Seisler ist zu einer Marke geworden

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Christian Schmutz und sein Bruder Ivan haben vor fünf Jahren zusammen mit ein paar Gleichgesinnten einen neuen Kulturverein gegründet; sie nannten es damals eine «Weihnachts-Langeweile-Idee». Von Anfang an basierte das Konzept auf viel Freiwilligenarbeit, Herzblut, der Idee, dem Sensebezirk eine neue kulturelle Plattform zu geben und dabei etwas Neues auszuprobieren. Seither haben im Stammlokal des Vereins, im Gasthof St. Martin in Tafers, über 150 Anlässe stattgefunden.

Christian Schmutz, von der «Weihnachts-Langeweile-Idee» zum erfolgreichen Kulturkonzept: Welche Bilanz ziehen Sie von den vergangenen fünf Jahren?

Wir haben über 150 Anlässe auf die Bühne gebracht. Es ist gewaltig, was da alles zusammengekommen ist. Ich kann es selbst kaum glauben. Aber ich kann mich auch erinnern, dass ich am Anfang fast ein bisschen enttäuscht war, wenn zu gewissen Anlässen «nur» 30, 40 Leute kamen. In der Folge gab es Abende, die noch viel weniger Leute anzogen. Ich musste also lernen, realistisch zu sein. Von selbst geht gar nichts.

 

Manche Anlässe sind sehr gut besucht, andere weniger. Wie erklären Sie sich das? Ist die Konkurrenz durch andere Kulturveranstalter zu gross?

Es ist unglaublich, was überall los ist. Um sich da abzuheben, braucht es heute «Events», wie man auf Neusenslerdeutsch sagt. Die Leute müssen das Gefühl haben: «Wenn ich da nicht dabei bin, fehlt mir etwas. Dann kann ich morgen nicht mitreden.» Aber Solches ist erstens riskant und teuer, und zweitens sollen auch Nischenabende in unserem Programm Platz haben. Wir wollen also auch weiterhin Anlässe organisieren, die nicht die grossen Massen anziehen. Sonst fänden sie nirgends statt.

 

Hat sich das Konzept seit dem Start stark verändert? Und wenn ja, in welche Richtung?

Wir haben vor allem etwas Tempo rausgenommen, damit das Team länger Luft hat. Den Zwei-Wochen-Rhythmus haben wir verlangsamt, es gibt nur noch alle drei bis vier Wochen Anlässe. Auffällig ist halt, dass man an jedem Abend wieder bei null beginnt mit Werbung und so. Das braucht schon sehr viel Kraft vom Kulturteam. Aber unsere Breite mit den sechs Themenbereichen sowie Spezialanlässen ist gleich geblieben.

 

Sie haben beim Start gesagt, dass Sie auch einen Platz für «Sensler Spinnereien» schaffen wollen. Ist das gelungen?

Natürlich (lacht). Wer zu uns kommt, muss schon ein bisschen einen Flick weghaben… Aber im Ernst: Ein Witzabend von einstigen Conférenciers ist toll angekommen, und der Dada-Abend letzten April hat alle Erwartungen übertroffen. Aber es ist oft auch schwierig, die Wilden und Frechen aus der Region auf die Bühne zu bringen. Es ist halt einfacher, im Kollegenkreis Sprüche zu reissen. Ein Sensler drängt meist nicht auf die grosse Bühne.

 

Wier Seisler will auch neue Talente fördern – gibt es einen Newcomer, der den Sprung auf die grosse Bühne bereits geschafft hat?

Der regelmässige Nach­wuchs­abend ist für mich eine Herzensangelegenheit, eines der Hauptziele von Wier Seisler. Die ganz grossen Bühnen haben unsere Jungen noch nicht erklommen. Aber zum Beispiel Albin Ackermann ist als Cellist auf dem Sprung zum Berufsmusiker. Martina Birbaum singt bei der Aufsteigerband Mellowtone, und Ansager André Perler arbeitet nun bei Radio SRF. Andere sind über Wier Seisler zum Theater Hintercher gekommen.

 

Wie finanziert sich der Kulturverein?

Etwa zu 50 Prozent über Gönner, Sponsoren und Partnerverträge und zu 50 Prozent mit Eintritten und Kollekten an einzelnen Anlässen.

 

Können Sie die Marke «Wier Seisler» in ein paar Sätzen beschreiben?

Wier Seisler ist eine Plattform, welche die Sensler Leute in den Mittelpunkt rückt: Seisler Gschücht – Seisler Ggricht – Seisler Dialäkt. Aber gleichzeitig sind wir auch von dieser Welt. Wier Seisler bekommen auch mal Besuch und blicken übers Wändli hinaus. Jährlich machen wir das «Festival im Näbù» mit Künstlern aus der ganzen Schweiz.

Wer steckt hinter dem Kulturverein? Wer sorgt dafür, dass immer wieder neue Anlässe organisiert und neue Ideen verwirklicht werden?

Wir haben ein zehnköpfiges Team, das den Verein leitet sowie all die Anlässe plant, organisiert und umsetzt. Dabei haben wir nur etwa sechs Planungssitzungen im Jahr. Der Rest läuft via Mail und einem Online-Terminplaner. Einmal im Jahr schauen wir strategisch, ob wir noch auf dem gewünschten Weg sind.

 

Welcher Anlass aus diesen fünf Jahren ist Ihnen persönlich am besten in Erinnerung geblieben und warum?

Oh, da gibt es viele. Zuerst mal der Eröffnungsanlass vor genau fünf Jahren. 1000 begeisterte Leute auf dem Dorfplatz Tafers. Gewaltig! Da trägt einen die Euphorie noch wochenlang. Dass Gustav, Party Project, die Stromstossörgeler oder Pedro Lenz ziehen würden, davon konnte man ausgehen. Aber dann gab es die tollen Überraschungen mit rammelvollem Saal. Die Nostalgie-Filme vom Schwarzsee, der Reisebericht von Josi Bächler, das Konzert der Barbara-Andrey-Band, die Lesungen von Otto Piller und Roland Mülhauser. Wir mussten Leute heimschicken! Die Nachwuchsabende und Kinderanlässe – wunderbare Auftritte, tolle Stimmung.

 

Es gibt ja bekanntlich einen Pächterwechsel im St. Martin. Wie geht es weiter? Muss sich Wier Seisler gar eine neue Heimat suchen?

Ich hoffe es nicht. Bis Ende 2017 läuft noch alles wie bisher. Momentan schauen wir, ob und wie es auf der Gastroseite weitergeht. Hoffentlich so gut wie jetzt mit Sibel Schmutz. Das Kulturteam ist jedenfalls motiviert weiterzumachen.

 

Was wünscht sich der Verein für die Zukunft?

Sie denken wohl jetzt, dass ich sage, dass wir auch in 10 oder 20 Jahren Jubiläen feiern wollen. Nein, es muss nicht immer alles für die Ewigkeit gedacht sein. Unsere Generation ist freier: Es darf auch mal etwas fertiggehen. Wenn wir einmal keine Lust mehr haben, hören wir auf und machen etwas Neues. Ich möchte kleine Schritte: Zuerst wünsche ich mir ein rauschendes Fest mit vielen zufriedenen Gesichtern.

Programm

Das Alles-fliesst-Festival von Donnerstag bis Sonntag

Der Kulturverein Wier Seisler feiert das fünfjährige Bestehen mit einem viertägigen Festival in Tafers. Eröffnet wird es am Donnerstag, 26. Januar, um 19 Uhr mit einem Jazz-Apéro mit dem André-Rossier-Trio.

Die beiden Schwerpunkt-Anlässe beginnen am Freitag, 27. Januar, um 16 Uhr, und am Samstag, 28. Januar, ab 14 Uhr. Dann finden im Keller des Oberamtes und im Keller des Museums Tafers abwechslungsweise über 20 jeweils 20-minütige Events statt: Lesungen, Konzerte, Slam-Auftritte, Sketche oder kabarettistische Einlagen. Das Wier-Seisler-Team hat dazu unter anderem auch Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die in den letzten fünf Jahren bereits einmal zu Gast waren, etwa Roland Mülhauser, Pascale Etter, Fabienne Ducrey, Saymen the Man, Fabiola Friolet, Christian Schmutz und weitere. Im Rahmenprogramm gibt es eine Fotoausstellung im St. Martin und im Garten des Gasthofs, welche die fünf Jahre Revue passieren lässt. Am Samstag ab 14 Uhr wird der Sensler Jasskönig gesucht (Anmeldung über 026 494 11 03). In einer Whisky-Ecke können edle Tropfen degustiert werden, und in der alten Kaplanei kann am Freitag und Samstag ein Fondue genossen werden (auf Anmeldung: 026 494 11 03).

Vor dem Pfarrhaus und auf dem Friedhof finden nächtliche Sagenlesungen statt. Im grossen Saal des St. Martin findet das Pubfestival statt. Am Freitag spielen die Querulent Rovers, am Samstag treten Farewell to Whiskey auf. Das Gastroteam des St. Martin hat extra zum Jubiläum ein Fünf-Jahres-Menü kreiert. In der Gaststube gehen am Freitag ab 16 Uhr und am Samstag ab 14 Uhr eine Stùbeta mit der Gruppe Hutätä über die Bühne.

im

 

Tafers, Do., 26., bis So., 29. Januar; Weitere Infos: www.wierseisler.ch

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