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Wildwest-Szenen im St. Leonhard

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 Seit Jahren strebt der Basketballsport in der Schweiz nach grösserer Anerkennung. Gestern gab es in diesen Bemühungen einen neuerlichen Rückschlag zu verzeichnen, nachdem im Verlaufe der Qualifikation bereits die Starwings aus Basel für landesweite, negative Schlagzeilen gesorgt hatten, als sich zwei Teamkollegen in der Kabine spitalreif geschlagen hatten.

 Gestern wurde im St. Leonhard die 17. Minute (16:27) der zweiten Partie der Halbfinalserie zwischen Olympic und Neuenburg gespielt, als das Geschehen komplett aus dem Ruder geriet. Der Auslöser war Unions Babacar Toure, der Jonathan Kazadi den Ellbogen ins Gesicht schlug und gleich anschliessend Arnaud Cotture, der ihm die Meinung hatte geigen wollen, den Ball mit voller Wucht an den Kopf warf. Dies wiederum rächte der Freiburger Clint Chapman. Die Folge war ein übles Handgemenge, bei dem sich nicht nur Olympic-Trainer Petar Aleksic als Schlichter an vorderster Front betätigte, sondern praktisch sämtliche Auswechselspieler beider Mannschaften aufs Parkett stürmten.

 Allein diese Tatsache hätte schon einen Spielabbruch zur Folge haben müssen, da die Ersatzspieler, welche sich einmischten, automatisch hätten ausgeschlossen werden müssen. Die Schiedsrichter liessen es aber dabei, die Hauptakteure – Toure und Pape Badji auf Neuenburger sowie Nemanja Calasan auf Freiburger Seite – zu disqualifizieren.

Spiel vor Abbruch

Die aufgeheizten Gemüter beruhigte dies aber nicht. Auf dem Weg in die Kabinen eskalierte die angespannte Situation zusätzlich, als sich Toure und Calasan erneut in die Haare gerieten, worauf sich wiederum sämtliche Spieler dazu aufgerufen fühlten, beim handgreiflichen Meinungsaustausch munter mitzuwirken. Den Unparteiischen blieb schliesslich nichts anderes übrig, als den Match vorderhand zu unterbrechen. Nach langen Diskussionen, einer 40-minütigen Zwangspause sowie einem weiteren Ausschluss, diesmal von Chapman, wurde die Partie dann doch noch fortgesetzt. Geschirr war zu diesem Zeitpunkt freilich schon mehr als genug zerschlagen. Die Wildwest-Szenen in Freiburg dürften wie schon der Starwings-Eklat selbst in wenig Basketball-affinen Blättern wie etwa dem «Tagesanzeiger» Berücksichtigung finden. Schlechte Nachrichten erhöhen zwar gemeinhin die Aufmerksamkeit der Medienkonsumenten, doch in diesem unrühmlichen Falle dürfte die Floskel «bad news are good news» für den Schweizer Basketball wahrlich nicht zutreffen.

Olympic wieder im Rennen

Gespielt wurde dann schliesslich auch noch. Die Physiognomie der Partie änderte sich insofern, als mit Toure, Badji, Chapman und Calasan (dieses Quartett wird zumindest in Spiel drei vom Samstag gesperrt sein) die mitunter grössten Spieler beider Kader nunmehr fehlten. So schlug die Stunde der Guards. Zwei davon, der Freiburger Brian Savoy (15 Punkte) in den Diensten Neuenburgs und Roberto Kovac (17), konnten sich besonders in Szene setzen. In der 25. Minute glich Olympic aus (33:33). Die Gäste konnten in der Folge zwar wieder bis auf zehn Punkte davonziehen, doch die Gastgeber zeigten Herz. Drei Minuten vor Ende fiel der erneute 53:53-Ausgleich. In einem veritablen Hitchcock-Finale setzte sich schliesslich Freiburg von der Freiwurflinie aus mit 65:63 durch.

Damit feierte Olympic nach einem denkwürdigen Abend den 1:1-Ausgleich in der Best-of-5-Serie. Die nächsten beiden Partien finden in Neuenburg statt. Bleibt zu hoffen, dass sich bis dann die Gemüter wieder beruhigt haben.

Telegramm

Olympic – Neuenburg 65:63 (23:33)

St. Leonhard. 1000 Zuschauer. SR: Pizio, Michaelides, Sani.

Freiburg Olympic:Chapman (2); Kazadi (8); Uliwabo; Calasan (4); Kovac (17); Cotture (7); Draughan (10); Miljanic (8); Mladjan (9).

Union Neuenburg:Toure (4); Savoy (15); Quidome (7); Louissaint (2); Aw (9); Badji (3); Friedel (2); Hollins (6); Quellet; Day (13).

Bermerkungen:Calasan, Chapman, Toure und Badji disqualifiziert (17.).

Stand Serie (best of 5):1:1

Zweiter Halbfinal:Lugano – Genf 87:64 (42:30).Stand Serie (best of 5): 2:0.

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