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«Wir alle haben genug vom anderen Team»

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Der Samstag war kein guter Tag für Jonathan Kazadi. Bereits bevor sein Team 63:75 verlor und in der Final-Serie (best of 7) 2:3 in Rückstand geriet, musste er in Lugano bange Momente überstehen. Der junge Olympic-Spielmacher hatte seine Schuhe im Car liegen lassen. Im Car, den der Fahrer bereits einige Kilometer weiter weg parkiert hatte. «Und niemand hat es geschafft den Chauffeur zu erreichen», sagt Kazadi schmunzelnd. So lieh sich der Teamverantwortliche des Klubs das Auto des Journalisten der «La Liberté»–und wurde von einer unachtsamen Autolenkerin prompt in einen Unfall verwickelt. Allen Widerständen und einem verbeulten Auto zum Trotz erhielt Kazadi 20 Minuten vor Spielbeginn schliesslich doch noch seine Schuhe. Auf ein Happy End hofft der 23-Jährige auch in der Finalserie. «Wir haben keine Wahl, wir müssen nach vorne schauen und in den kommenden zwei Spielen das Maximum herausholen.» Mit einem Sieg könnte Olympic heute (20 Uhr, live RSI II) im St. Leonhard eine Belle erzwingen, die am Freitag in Lugano stattfände. Verlieren die Freiburger, stemmen die Tessiner heute den Meisterpokal in die Höhe.

 

 Jonathan Kazadi, Olympic hat zuletzt zweimal in Folge verloren. Was hat das Team in den letzten beiden Partien weniger gut gemacht als in den Finalspielen zuvor?

Im letzten Match hat im Angriff das Zusammenspiel nicht gut genug funktioniert. Und in der Verteidigung waren wir nicht aggressiv genug. Aggressiv zu verteidigen ist jedoch ein Muss. Tun wir das nicht, merkt man sofort die hohe Qualität der Lugano-Spieler. Spieler wie Abukar nutzen dies sofort aus.

 

 War in den letzten beiden Spielen Freiburg schlechter oder Lugano besser als zuvor?

 Ein bisschen von beidem. Vor allem in Spiel vier in Freiburg zeigte Lugano wirklich ein sehr gutes Spiel. Wir brauchen immer einen sehr guten Tag, um dagegenhalten zu können. Jedes Mal einen guten Tag zu erwischen, ist jedoch schwierig. Gleichzeitig wissen wir, dass wir Lugano besiegen können, wenn wir aggressiv genug sind und so ihren Rhythmus brechen.

 

 Bereits vor dem Spiel vom Samstag hatte sich Olympic vorgenommen, wieder aggressiver zu werden. Warum konnte die Mannschaft dieses Vorhaben nicht umsetzen?

Das ist schwierig zu sagen. Aber tatsächlich waren wir am Anfang schlicht zu soft. In der zweiten Hälfte haben wir dann eine Reaktion gezeigt und mehr Energie ins Spiel gebracht. Doch zu diesem Zeitpunkt war es bereits zu spät. Deshalb ist es wichtig, am Dienstag das Vorhaben von Beginn weg umzusetzen.

 

 Die Schiedsrichterleistung gab am Samstag viel zu reden. Was sagen Sie zu der Leistung der Schiedsrichter in Spiel fünf?

Es ist nicht meine Aufgabe, dies zu beurteilen oder zu kommentieren. Aber natürlich war es frustrierend, dass wir immer wieder technische Fouls kassiert haben.

 

 Lässt sich das junge Team von Schiedsrichterentscheidungen mitunter zu sehr aus der Fassung bringen?

Ganz sicher. Man kann die Entscheide der Schiedsrichter nun einmal nicht beeinflussen. Wenn man sich zu sehr auf diese Entscheide fokussiert, vergisst man, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die man selbst beeinflussen kann–und das ist nicht gut.

 

 Erstmals wird der Meister in einer Best-of-7-Serie ermittelt. Welche Rolle spielt die physische Komponente in dieser Serie?

Eine Best-of-7-Serie ist eine neue Erfahrung. Beide Teams sind recht müde. Ich spreche da nicht einmal von einer körperlichen Müdigkeit, denn auch während der Qualifikation haben wir oft zweimal pro Woche gespielt. Aber mental ist es ermüdend, immer wieder gegen das gleiche Team zu spielen. Wir alle haben langsam genug von der anderen Mannschaft.

Wie sind Sie mit Ihrer persönlichen Leistung in dieser Finalserie zufrieden?

Es klingt immer ein bisschen merkwürdig zu sagen, man sei mit seiner Leistung zufrieden. Aber sagen wir es so: Am Ende der Qualifikation und im Halbfinal gegen Neuenburg habe ich eine schwierige Zeit durchlebt, in der es nicht gut lief. Jetzt fühle ich mich wieder besser.

 

 Von aussen hat man das Gefühl, als könnten Sie noch mehr Verantwortung übernehmen. Sie werfen nur selten in diesem Final. Ist es gar nicht erwünscht, dass Sie öfter selbst abschliessen?

Es kommt immer auf die Situation an. In Spiel drei, wohl unserem besten Spiel in dieser Serie, habe ich nur drei oder vier Mal geworfen, trotzdem lief es der Mannschaft gut. Grundsätzlich versuche ich eher, gute Würfe für andere zu kreieren. Aber in Situationen, in denen es nicht so läuft, muss ich switchen und wohl den einen oder anderen Wurf mehr nehmen. Für die verbleibenden zwei Spiele habe ich mir deshalb vorgenommen, auch offensiv aggressiver zu agieren.

 

 Ihr direkter Gegenspieler Rickey Gibson gehört bisher zu den dominierenden Figuren der Serie. Wie beurteilen Sie den Amerikaner?

Er ist seit Jahren einer der besseren Point Guards der Liga. Er ist ein ähnlicher Spielertyp wie ich, ich kann deshalb sicher viel von ihm lernen. Beim Videostudium habe ich genau darauf geachtet, wie er spielt. Es ist eine schöne Herausforderung für mich. Überhaupt ist die Position des Point Guards fast bei allen Teams mit ausländischen Spielern besetzt. Auf mich wartet deshalb eigentlich immer eine Herausforderung.

 

 Heute spielt Olympic sein letztes Heimspiel der Saison. Welche Rolle spielt der Heimvorteil?

Es ist schön, wieder in Freiburg zu spielen. Man hat keine lange Busfahrt in den Knochen und das Publikum im Rücken. Das wird uns dabei helfen, noch einmal alles zu mobilisieren, um die Serie noch zu drehen.

 

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