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«Wir betreiben kein Lohndumping»

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Die Freiburger Sektion des Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) hat am Wochenende angekündigt, dass der Hausdienst am Standort Tafers des Freiburger Spitals (HFR) teilprivatisiert wird (FN von gestern). Die HFR-Kommunikationsverantwortliche Jeannette Portmann bestätigt zwar diese Entscheidung den FN gegenüber grundsätzlich. Allerdings gibt es aus ihrer Sicht einige Richtigstellungen dazu anzubringen. «Es handelt sich lediglich um eine Übergangslösung, die bis zum kommenden März dauern wird», sagt Portmann. Spätestens dann wolle man die Situation neu beurteilen. Diese Privatisierung sei so nicht geplant gewesen, sagt die HFR-Kommunikationsverantwortliche weiter. Hintergrund sei, dass die Verantwortliche für den hauswirtschaftlichen Bereich in Tafers ihre Stelle gekündigt habe und es unmöglich gewesen sei, eine Nachfolge auf dem Arbeitsmarkt zu finden, da dieser «total ausgetrocknet» sei.

«Diese Auslagerung betrifft sieben Angestellte – was 4,8 Vollzeitäquivalenten entspricht –, die befristete Arbeitsverträge bis Ende Oktober haben», sagt Portmann. Die 15  Hausdienst-Angestellten mit unbefristeten Arbeitsverträgen seien von diesem Outsourcing nicht betroffen.

Man habe die betroffenen Personen zudem bereits am 13.  August informiert, während die Massnahme erst per 1.  November in Kraft trete. Den VPOD habe man Ende letzter Woche von der Massnahme in Kenntnis gesetzt. Da es sich formell nicht um Kündigungen gehandelt habe, habe es auch keinen Grund gegeben, die Gewerkschaften vor dem Entscheid anzuhören.

Zum Vorwurf, dass die Angestellten beim privaten Reinigungsunternehmen ISS 1500 bis 2000 Franken weniger pro Monat verdienen würden, nimmt Portmann nicht Stellung. «Auf die Honorierungsgestaltung der ISS haben wir keinen Einfluss», bemerkt Portmann dazu. Den Vorwurf des VPOD, dass das HFR mit dieser Privatisierung «Lohndumping» betreibe, weist sie jedenfalls in aller Form zurück. ISS sei ein bekannter Anbieter, mit dem das Spital am Standort Murten bereits seit rund 20 Jahren zusammenarbeite und mit dem es gute Erfahrungen gemacht habe. Auf die Frage, wie viel das Spital durch diese Privatisierung spare, entgegnet Portmann, dass direkte und indirekte Kosten wegfielen.

Tatsache ist jedenfalls, dass auch die HFR-Wäscherei per Ende Jahr privatisiert wird – was bereits vor zwei Jahren einen Streik am Spital auslöste. Es sei laut Portmann allerdings derzeit nicht geplant, weitere Bereiche des Spitals zu privatisieren. «Wir sind aber grundsätzlich auch gesetzlich dazu verpflichtet, überall dort, wo wir können, Einsparungen zu machen», so Portmann. «Denn wir sind schweizweit immer noch eines der teuersten Spitäler.»

Streik «nicht ausgeschlossen»

Der VPOD-Regionalsekretär Gaétan Zurkinden wiederum sieht das Ganze etwas anders. Den Entscheid des HFR könne er «weder formal noch inhaltlich noch methodisch» begreifen. Die meisten Betroffenen seien mitten in ihren Sommerferien informiert worden und entsprechend «schockiert» gewesen. Im Gegenzug seien weder die Gewerkschaften noch der HFR-Verwaltungsrat in diesen Entscheid eingebunden gewesen. Ausserdem würden auch die betroffenen Angestellten mit einem befristeten Arbeitsvertrag einen integralen Teil des Hausdienst-Teams in Tafers bilden. «Unser Ziel ist es jedenfalls, diese HFR-Arbeitsstellen zu erhalten», so Zurkinden.

Die Gewerkschaft werde nun – wie bereits angekündigt – die dieses Jahr neu geschaffene Schlichtungsstelle des Kantons zu diesem Thema anrufen und ausserdem eine Petition für den Erhalt dieser Arbeitsstellen beim HFR lancieren. Als «Ultima Ratio» schliesst Zurkinden einen Streik nicht aus. Er möchte sich aber noch nicht zur Frage äussern, ob der VPOD in diesem Fall wirklich zu diesem Mittel greifen wolle.

«Es handelt sich lediglich um eine Übergangslösung, die bis zum ­kommenden März dauern wird.»

Jeannette Portmann

Freiburger Spital (HFR)

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