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«Wir müssen uns nach Murten bewegen»

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Ab dem nächsten Jahr können bernische Gemeinden zu einer Fusion gezwungen werden. Eine Zwangsheirat ist in zwei Fällen möglich: Wenn eine Gemeinde ihre Aufgaben auf längere Zeit nicht mehr selbstständig erledigen kann oder wenn eine Gemeinde mit ihrem Nein eine Gruppenfusion mit mehreren Gemeinden verhindern würde. Die Bernerinnen und Berner haben am Sonntag der entsprechenden Verfassungs- und Gesetzesänderung zugestimmt.

Wollen, aber nicht können

Was passiert aber mit Gemeinden, die fusionieren möchten, aber keinen Partner finden? Ein aktuelles Paradebeispiel für dieses Szenario findet sich im Freiburger Seebezirk: Die 50 Einwohner zählende Berner Enklave Clavaleyres sucht bereits seit Längerem verzweifelt einen Partner. Interesse zeigte bis anhin jedoch keine Gemeinde.

Die Abstimmung hat keine direkten Auswirkungen auf Clavaleyres, wie Katalin Hunyady, stellvertretende Vorsteherin des Berner Amtes für Gemeinden, sagt. Es brauche viel, damit der Grosse Rat einschreite. «Es muss klar sein, dass die Gemeinde auf lange Sicht wirklich nicht mehr selbstständig bestehen kann.»

Angenommen, Clavaleyres findet tatsächlich einmal keine Behördenmitglieder mehr, würde eine Fusion mit der zweiten Berner Enklave Münchenwiler auf der Hand liegen–zumindest aus geografischer Sicht. Wahrscheinlich gingen allfällige Fusionsüberlegungen schon in diese Richtung, sagt Hunyady. «Eine Fusionsanordnung müsste aber sehr sorgfältig geprüft werden. Denn zwei Bettler zusammen geben noch keinen Reichen.» Will heissen: Zwei Kleinstgemeinden zu fusionieren, würde sich nicht lohnen.

Von einer Zweierfusion untereinander halten auch die betroffenen Gemeindepräsidenten nichts. «Münchenwiler hat uns überrascht», sagt Clavaleyres’ Präsident Bruno Maurer. 2008 hat Münchenwiler einer Fusion mit Clavaleyres eine Abfuhr erteilt. Für Maurer ist klar: «Nach der Berner Abstimmung ist nun der richtige Moment, uns in Richtung Murten zu bewegen.» Denn auch bei den Freiburger Nachbarn bewegt sich in Sachen Fusionen etwas: Laut Fusionsplan des Seebezirkler Oberamtmanns soll sich rund um Murten eine Grossgemeinde formieren. Diese Gelegenheit müsse die Gemeinde Clavaleyres–die mitten unter diesen potenziellen Grossmurtner Gemeinden angesiedelt ist–am Schopf packen, findet Maurer. «Wenn wir dort nicht mitmachen, fallen wir definitiv zwischen Stuhl und Bank.» Der Gemeindepräsident will nun nach Rücksprache mit dem Gemeinderat mit dem Seebezirkler Oberamt Kontakt aufnehmen. Er ist sich jedoch bewusst, dass seine Gemeinde «nur ein kleiner Fleck auf der Landkarte» und für ein künftiges Grossmurten nur bedingt von Interesse ist.

Mit dem Schritt von Clavaleyres in Richtung Murten kann sich Münchenwilers Präsident Peter Santschi arrangieren. Vorausdenken sei ja gut, meint er. Aber sich über eine allfällige Fusion mit der Gemeinde Clavaleyres zu früh Gedanken zu machen, will er nicht. Denn er ist sich sicher: «Dieses heikle Thema würde bei uns viel zu reden geben.»

Ortsplanung: «Möchten auch Häuschen bauen»

Seit fünf Jahren ist Clavaleyres an seiner Ortsplanung. Diese kommt laut Gemeindepräsident Bruno Maurer nicht vom Fleck. Die Ortsplanung sei «sehr dringend», weil die Gemeinde Bauzonen aussondern wolle. «Wir möchten auch ein paar Häuschen bauen», sagt Maurer – zumal rund um die Gemeinde überall neue Häuser wie Pilze aus dem Boden spriessten. Dass die potenziellen Neuzuzüger der Gemeinde viel Geld in die Kasse spülen würden, glaubt Maurer nicht. «Aber uns täte ein Wachstum vielleicht strukturell gut.»

Aus eigenem Antrieb

Aufgrund der Grösse hat der Kanton Bern Clavaleyres von der Pflicht einer Ortsplanung dispensiert. Die Gemeinde hat das Projekt jedoch im November 2007 von sich aus angepackt. Das Ziel dabei war klar: Die kleine Berner Gemeinde im Seebezirk soll wachsen. hs

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