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«Wir sind alle im selben Spital krank»

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«Sind Medien sexistisch?» Dieser Frage widmete sich am Dienstagabend eine Podiumsdiskussion an der Universität Freiburg. Eingeladen hatten das Departement für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung und die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen. Die geladenen Gäste waren ausschliesslich Frauen – eine Tatsache, der sich Moderator und Medien-Professor Manuel Puppis gleich zu Beginn stellen wollte: «Wir haben auch Männer zur Diskussion eingeladen», betonte er. «Aber leider haben uns alle abgesagt – unter anderem, weil sie Kinder zu betreuen haben.»

Frauen unterrepräsentiert

Ausgangspunkt der Debatte war eine Studie der Universität Freiburg. Diese belegt zwar, dass die Schweizer Medien immer grösseren Abstand zu Geschlechterstereotypen nehmen. Gleichzeitig aber seien Politikerinnen in der Berichterstattung über die Wahlen klar unterrepräsentiert. «Die Rolle, welche die Frauen in der Berichterstattung haben, beeinflusst, wie sie gesamtgesellschaftlich wahrgenommen werden», sagte Lisa Mazzone, Nationalrätin der Grünen aus Genf.

Die Freiburger CVP-Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach pflichtete bei und ­relativierte zugleich: «Grundsätzlich sind die Medien aber nicht sexistisch. Es hat sich in dieser Hinsicht sehr viel getan in den letzten Jahren.» Für ­Stephanie Vonarburg, Vizepräsidentin der Mediengewerkschaft Syndicom, sind diese Entwicklungen längst nicht genug: «Wir dürfen uns nicht zurücklehnen», ­sagte sie. «Dass in den Medien so wenig über weibliche Politi­kerinnen berichtet wird, ist auf keinen Fall zu unter­schätzen», so Von­ar­burg.

Zu wenig Journalistinnen

Unterrepräsentiert – so war sich die Gruppe einig – seien die Frauen nicht nur in der Berichterstattung, sondern auch auf den Sesseln in den Redaktionen: «Die meisten Journalisten sind weiterhin Männer», stellte Mazzone fest. «Auch da gibt es einen extremen Nachholbedarf».

Um mehr Gleichstellung zu garantieren, bedürfe es nicht nur einer grösseren Diversität in den Chefetagen, betonte die Medienausbildnerin Alexan­dra Stark von der Journalistenschule MAZ: «Es bringt nichts, wenn eine Frau Chefredaktorin ist und im Politik-Ressort trotzdem nur Männer sitzen», sagte sie. Es brauche ein grundsätzliches Umdenken. Dieses müsse auch in der journalistischen Arbeit an sich stattfinden: «Frauen haben oft einen journalistischen Ansatz, der stärker über die Menschen an sich funktioniert. Der klassische Politjournalismus funktioniert oft aber nicht so», erklärte Stark.

Umdenken nötig

Immer wieder kam die Runde zum Schluss, dass die Unterrepräsentation von weiblichen Politikerinnen und der latente Sexismus in einigen Medien nur zu überwinden sei, wenn die ganze Gesellschaft umdenke. «Es braucht ein Umdenken in der Politik, in den Medien, aber auch in der gesamten Gesellschaft», forderte etwa Simone Curau-Aepli, ­Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen. «Wir sind alle im selben Spital krank», doppelte Ale­xandra Stark nach.

Der Schlüssel zur Veränderung liegt laut Curau-Aepli im hartnäckigen Kampf für gleiche Rechte für Frauen: «Wir dürfen nicht locker lassen und müssen weiterhin mit aussergewöhnlichen Aktionen auf unsere Anliegen aufmerksam machen», sagte sie. «Wenn wir das tun, kommen die Medien von selbst und greifen das Thema mit Handkuss auf».

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