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«Wir sind unter Wert klassiert»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Matthias Fasel

Markus Foerster, Sie trainieren seit dem 29. Dezember Volley Düdingen. Ihr erster Eindruck?

Ich habe das Gefühl, ein sehr intaktes Team zu übernehmen. Düdingen verfügt zweifellos über starke Einzelspielerinnen. Doch auch der Zusammenhalt im Team scheint zu stimmen, die Laune der Spielerinnen ist gut, die Motivation vorhanden.

Sie übernehmen das Team mitten in der Saison. Welche Ziele verfolgen Sie?

Das ist nach so kurzer Zeit schwierig zu sagen. Meine Einschätzung der Lage ist jedoch, dass alles sehr offen ist. Voléro Zürich spielt in einer eigenen Kategorie. Dahinter gibt es jedoch sechs Teams, zwischen denen oft die Tagesform über Sieg und Niederlage entscheidet. Dazu gehört auch Düdingen.

Mit zehn Punkten aus 14 Spielen liegt Düdingen auf dem siebten Platz – mit vier Punkten Rückstand auf Rang sechs und bereits acht Punkten auf Rang fünf. Ist das Team also unter Wert klassiert?

Nun ja, ich muss zugeben, dass ich Düdingen in den letzten Monaten nicht so intensiv verfolgt habe. Aber ich kenne einige Spielerinnen schon länger und habe das Gefühl, dass wir ein Kader haben, mit dem wir – bis auf Voléro – alle guten Teams in Bedrängnis bringen können. Vom Punkteabstand her würde ich deshalb sagen, ja, wir sind unter Wert klassiert.

Düdingen ist ihre erste Station als NLA-Headcoach. Bisher waren Sie vor allem im Nachwuchsbereich tätig. Inwiefern unterscheiden sich die Tätigkeiten?

Das Spiel bleibt dasselbe. Im Volleyball dreht sich vieles um Ballkontrolle, in der NLA ist das Spiel einfach komplexer und auf höherem Niveau. Ansonsten muss man je nach Spielerin unterscheiden. Eine Olympia-Medaillengewinnerin wie Anniara Munoz hat alles in ihrem Rucksack, was eine Spielerin braucht. Die Arbeit mit jungen Spielerinnen wie Cosima Wieland, Nicole Dietrich oder auch den Recht-Zwillingen hat indes viel mit Ausbildung zu tun.

Als ehemaliger Schweizer Nationaltrainer der Juniorinnen muss es Sie schmerzen, dass in der NLA fast nur Ausländerinnen zum Einsatz kommen. Im letzten Cupspiel hatte Düdingen oftmals gar sechs Ausländerinnen auf dem Feld. Bringen Sie eine neue Philosophie in den Club?

Es ist immer ein schwieriges Abwägen. Es handelt sich nun einmal um Leistungssport, und da spielen schlicht die Besten. Es kommt zudem immer auf die Prioritäten des Clubs an. In Düdingen will man diese Saison unbedingt, dass die zweite Mannschaft in der 1. Liga bleibt. Deshalb spielen zum Beispiel Annic Zosso und Cosima Wieland mehrheitlich dort.

Trotzdem tut doch Spielpraxis in der NLA einer jungen Spielerin sicherlich gut.

Auf jeden Fall, in Spielen, in denen es dies leiden mag, werde ich den jungen Spielerinnen sicher auch die Chance geben. Aber es ist immer auch an den Nachwuchsspielerinnen, sich durchzusetzen. Ich war nie ein Fan von Spielerinnen, die sagen, dass sie nur in ein Team wollen, wenn sie einen Stammplatz haben. Wenn man über Nachwuchs und ausländische Spielerinnen spricht, muss man übrigens immer auch erwähnen, dass es schwierig ist, Schweizer Spielerinnen zu finden, die denselben Aufwand betreiben wie die Ausländerinnen. Auch in Düdingen ist es so, dass die Ausländerinnen sechs Mal pro Woche trainieren und die Schweizerinnen maximal vier Mal.

Müsste man also die Anzahl Ausländerinnen weiter limitieren?

Früher, als man nur mit zwei Ausländerinnen spielen durfte, war die Situation für die Nachwuchsspielerinnen kaum leichter. Damals spielten einfach die guten Schweizer Spielerinnen bis 35, 36 weiter.

Sie waren zuletzt nicht mehr als Trainer aktiv. Wie kam es zu dem Engagement in Düdingen?

Da war viel Zufall mit im Spiel. Die Schweizer Volleyball-Welt ist klein. An einem Abend nach einem Zentralkurs habe ich mit Biel-Trainer Michel Bolle geplaudert. Er hat mir gesagt, dass ihn Doris Hofstetter (Teammanagerin von Volley Düdingen, Red.) kontaktiert habe, um zu fragen, ob er nicht einen potenziellen Trainer kenne. Ohne Hintergedanken schaute ich mir später das Spiel Düdingen – Biel an. Tja, und kaum war ich in der Halle, wurde ich auch schon angefragt …

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