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YB mit klarer Niederlage trotz langem Sturmlauf

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Die Young Boys verlieren das dritte Spiel der Champions-League-Gruppenphase daheim gegen Villarreal mit 1:4. Sie bezahlten für einen misslungen Start in die Partie.

In der 77. Minute konnten die über 31’000 Zuschauer doch noch jubeln, nachdem sie zuvor unzählige Male vergeblich nach guten Berner Möglichkeiten aufgesprungen waren. Meschack Elia lief einmal mehr seinen Gegenspielern davon und erzielte das 1:2. Für ein Happy End wie vor einem Monat gegen Manchester United tat YB danach sein Möglichstes, griff an, bis Alberto Moreno (88.) und Samu Chukwueze (92.) mit den Toren zum 4:1 für das doch noch klare Verdikt sorgten.

Missglückte Startviertelstunde

Die erste Heimniederlage seit Mitte März handelte sich YB aber viel früher ein, in der missglückten Startviertelstunde. Villarreal nutzte die anfänglichen Unsicherheiten der Berner konsequent aus und traf durch Yeremi Pino und Gerard Moreno in den ersten 16 Minuten jeweils mit dem Kopf.

Im ungewohnten System mit fünf Verteidigern zeigten die Young Boys zwei ganz unterschiedliche Gesichter. In der Defensive war das Ensemble mit Nicolas Moumi Ngamaleu als Rechtsaussen fragil, in der Offensive beeindruckend durchschlagskräftig. Unglücklicherweise für die Berner konnte die Offensive die defensive Mängel nicht ausbügeln. An guten Chancen dafür fehlte es nicht. Die Gastgeber drückten nach der misslungenen Startviertelstunde beeindruckend aufs Tempo.

Der Schweizer Meister brachte den Europa-League-Sieger ins Wanken. Vor allem Innenverteidiger Sandro Lauper als Organisator, Moumi Ngamaleu mit seinen Dribblings und Elia mit seinem Tempo sorgten für die gefährlichen Aktionen und liessen die Zuschauer im ausverkauften Wankdorf bis fast zuletzt an eine gelungene Aufholjagd glauben. In der 31. Minuten fehlten nur Zentimeter zum Anschlusstreffer, als Michel Aebischer nur den Pfosten traf. Nach der Pause intervenierte Villarreals argentinischer Goalie Geronimo Rulli, der Held aus dem Europa-League-Final, noch vor dem 1:2 mehrmals entscheidend.

Die Probleme in der Defensive

Die Art und Weise wie die Young Boys das Spiel mit ihrem Pressing diktieren konnten, macht die Startviertelstunde für sie noch ärgerlicher. Obwohl mit den lautstarken Fans alles perfekt eingerichtet war für einen druckvollen Beginn, agierte die Mannschaft von David Wagner passiv, liess sich weit in die eigene Hälfte zurückfallen. Das hätte gut gehen können, wenn die Abwehrarbeit ordentlich verrichtet worden wäre. Aber in der Defensive stimmte mehrmals die Abstimmung nicht.

Moumi Ngamaleu, der in der Vorwärtsbewegung überzeugte, bekundete viel Mühe seiner rechte Seite defensiv zu kontrollieren. Vor dem 0:1 liess er Alfonso Pedraza zu leicht flanken, in der Strafraummitte war die Abstimmung zwischen zwei anderen Verteidigern, Jordan Lefort und Ulisses Garcia, ungenügend. Zehn Minuten nach dem Kopfballtreffer von Yeremi Pino wurde es Villarreals Goalgetter Gerard Moreno nach einem Freistoss zu leicht gemacht.

Zweites Duell in zwei Wochen

Die in der Startphase eingehandelte Hypothek und die Probleme mit dem Spiel ohne Ball wogen zu schwer, um den Plan von Wagner erfolgreich umzusetzen. Für das Spektakel und die zahlreichen gelungenen Angriffe hätte YB zwar Punkte verdient, aber auf diesem Niveau können 20 schlechte Minuten mehr Einfluss haben als 70 gute.

In der Tabelle überholte Villarreal die Young Boys dank dem Sieg. In weniger als zwei Wochen findet aber bereits das zweite Duell mit den Spaniern statt. Dass Punkte möglich sind, hat YB am Mittwochabend trotz des letztlich klaren Resultats gezeigt.

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