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Zwischen Zustimmung und Zweifel

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In einem sind sich alle einig: Der Fussballkanton Freiburg verdient mehr, als nur in der 1. Liga, der vierthöchsten Spielklasse der Schweiz, vertreten zu sein. Als der FC Freiburg, der SC Düdingen und der FC Bulle im November verkündeten, künftig ihre besten Kräfte in einem «Team Freiburg» zu bündeln und gemeinsam den Aufstieg in die Challenge League anzustreben, war der Beifall gross. Dass eine kantonale Auswahl der einzige Weg ist, um Freiburg aus dem fussballerischen Niemandsland zu führen, dessen ist man sich einig. Dennoch ist die Skepsis gegenüber dem Projekt «Team Freiburg» gross: Nicht finanzierbar, keine geeigneten Spieler, überambitionierte Ziele–die Liste der Kritikpunkte ist lang. Die FN haben Jean-Daniel Perret, einen der drei Initianten des Projekts, mit diesen Kritikpunkten konfrontiert.

 

 Jean-Daniel Perret, vor gut vier Monaten haben Sie das Projekt «Team Freiburg» lanciert. Wie waren die Reaktionen auf Ihr Vorhaben?

Anfangs bekamen wir überall zu hören, dass es unmöglich sei, ein gemeinsames Team aufzubauen. Nach der offiziellen Präsentation unseres Projekts kamen die anfänglichen Kritiker zu uns und meinten: «Genau so muss man es machen. Ich habe schon immer gesagt, dass dies der einzige Weg ist.» (lacht) Rund 80 Prozent der Reaktionen waren positiv.

 

 Sie haben vorgerechnet, dass ein Budget von 800 000 Franken benötigt wird, damit das Team Freiburg in die Promotion League aufsteigen und dort bestehen kann. Konnten Sie dieses Geld bereits auftreiben?

Die 1.-Liga-Teams operieren aktuell mit Budgets von rund 300 000 Franken. Wie Düdingen letzte Saison gezeigt hat, kann man es auch damit sehr nahe an die Promotion League schaffen. Wenn wir das aktuelle Budget verdoppeln, sollte es für den Aufstieg reichen.

 

 600 000 Franken sind immer noch ein stolzer Betrag …

Der FC Freiburg wird im Sommer offiziell in das Team Freiburg umgewandelt. Die 300 000 Franken an Sponsorengeldern, die der FCF gesammelt hat, stehen dann uns zur Verfügung. Wir müssen nur noch den Rest auftreiben.

 

 Und wie wollen Sie dieses Geld generieren?

Wir haben verschiedene Ideen. Demnächst lancieren wir ein Abonnement, das für die Spiele des Teams Freiburg, des SC Düdingen und des FC Bulle gültig ist. Das Abo wird 1000 Franken kosten, zehn Prozent gehen an Düdingen und Bulle. Wir werden die Abos im ganzen Kanton verkaufen, sind mit dem Vertrieb aber etwas in Verzug, weil wir noch niemanden gefunden haben, der sich der ganzen Sache annimmt.

 

 Ein Abonnement für 1000 Franken–wer soll das kaufen?

Der Kanton Freiburg zählt ungefähr 300 000 Einwohner, davon 16 000 lizenzierte Fussballer. Wenn nur Tausend davon, also rund 0,3 Prozent, ein solches Abonnement kaufen, spült uns das beinahe eine Million Franken in die Kasse. Natürlich hat es auch viel mit Goodwill zu tun, wenn jemand dieses Abo kauft. Es ist gewissermassen ein Gönnerbeitrag an das Team Freiburg.

Unser Problem ist, dass wir ansonsten nicht viel zu verkaufen haben: Trikotwerbung, Bandenwerbung und solche Sachen laufen nach wie vor über die einzelnen Vereine. Wir müssen unser Geld mit Anlässen wie Supporter-Essen und anderen Spezial-Events generieren.

 

 Der grosses Sponsor, den man sich erhofft hat, ist demnach noch nicht beim Team Freiburg eingestiegen?

Ich bin seit vierzig Jahren im Freiburger Fussball dabei. Einen grossen Mäzen, der den Klub quasi im Alleingang sponsort, hat es noch nie gegeben, und den wird es auch nie geben. Das wäre auch nicht erstrebenswert. Ist man von einem einzelnen Geldgeber abhängig und dieser springt plötzlich ab, steht man vor dem Nichts. Wir möchten lieber breit abgestützt sein.

Kritiker Ihres Projekts bemängeln, dass es im Kanton Freiburg gar nicht genügend Challenge-League-taugliche Fussballer gibt. Können Sie mir spontan sieben Namen von Freiburger Spielern nennen, die heute in der zweithöchsten Liga bestehen könnten?

Wir haben von einem ehemaligen Schweizer Juniorennationaltrainer eine Liste mit 28 Namen erhalten, allesamt junge Freiburger Fussballer, die in anderen Kantonen spielen. Viele spielen in den Nachwuchsmannschaften von YB, weil wir mit dem Berner Verein im Nachwuchsbereich eine Partnerschaft unterhalten. Solange sie bei YB in der gleichen Liga spielen können wie in Freiburg, werden sie dort bleiben. Wenn wir aber höher als die 1. Liga klassiert sind, wird unser Team für sie interessant. Deshalb ist es so wichtig, dass das Team Freiburg schnellstmöglich aufsteigt.

 

 Den Aufstieg wird das Team Freiburg folglich ohne diese Nachwuchsspieler schaffen müssen. Mit wem dann?

Seit Jahren gibt es immer wieder Spieler, die weggehen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn Sie reüssieren, so wie zum Beispiel Yvon Mvongo bei YB, dann sehen wir sie nie wieder. Es gibt aber auch die anderen, die den Sprung in die Nationalliga nicht schaffen. Häufig kehren diese desillusioniert zurück und spielen dann irgendwo im Kanton in einer tiefen Liga, häufig in jener Mannschaft, in der auch ihre Kollegen kicken. Wenn wir ihnen eine attraktive Alternative anbieten können, eine Mannschaft in der Challenge oder der Promotion League, dann werden sie ihr Talent bei uns einbringen. Das Problem ist, dass wir momentan keine Alternativen bieten können.

 

 Mit Abdoulaye Koné und Jean-Michel Tchouga hat der SC Düdingen für die Rückrunde zwei torgefährliche und routinierte Spieler engagiert. Müssten die beiden–in Anbetracht der vor vier Monaten beschlossenen Zusammenarbeit–nicht für Freiburg auflaufen und dem Team beim Unternehmen Ligaerhalt helfen?

 Die Situation ist insofern schwierig, als mit Freiburg und Düdingen zwei Vereine in der gleichen Liga spielen. Solange dies der Fall ist, haben wir beschlossen, uns nicht gegenseitig die Spieler abzuwerben. Das würde nur für böses Blut sorgen und unser gemeinsames Projekt gefährden. Sobald das Team Freiburg aufgestiegen ist, steht dem Spieleraustausch zwischen den Vereinen nichts mehr im Weg.

 

 Viele befürchten, dass das Projekt «Team Freiburg» scheitern wird, weil die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen nicht klappen wird.

Dass es zwischen Deutsch und Welsch Mentalitätsunterschiede gibt, ist nichts Neues. Das sieht man auch auf dem Platz: Während die Sensler sehr diszipliniert und kämpferisch spielen, legen wir Welschen mehr Wert auf Technik und Schönspielen. Ich sehe diese unterschiedliche Mentalitäten aber eher als Chance denn als Gefahr. Wir ergänzen uns gut. Natürlich hat jeder Präsident auch irgendwo seinen eigenen Verein im Hinterkopf und versucht, für diesen das Optimum herauszuholen. Aber alle drei Präsidenten stehen voll hinter dem Team Freiburg und sind sich bewusst, dass man zusammenarbeiten muss, wenn man etwas erreichen will.

 

 Wo sehen Sie die Rolle des SC Düdingen im Team Freiburg?

Düdingen und Bulle sehe ich in der wichtigen Rolle des Ausbildungsklubs. Für uns war immer klar, dass ein «Team Freiburg» nur funktionieren kann, wenn neben dem FC Freiburg und dem FC Bulle auch der SC Düdingen mitmacht. Wir haben keine persönlichen Interessen ausser der Liebe zum Fussball und dem Traum, eine Freiburger Fussballmannschaft in der Nationalliga zu haben. Hätte Düdingen die Absichtserklärung zur Zusammenarbeit nicht unterzeichnet, hätten wir das Projekt abgebrochen.

 

 Das Team Freiburg soll rechtlich künftig in Form einer Aktiengesellschaft gestützt werden. Ist diese AG bereits gegründet worden?

Der Verwaltungsrat ist bereits konstituiert. Das Kapital von 100 000 Franken, das es braucht, um die Aktiengesellschaft zu gründen, haben wir ebenfalls beisammen. Noch fehlen einige Unterschriften und einige Dokumente, innerhalb der nächsten zehn Tage wird aber alles unter Dach und Fach sein.

 

 Die langfristige und nachhaltige Positionierung des Teams Freiburg ist zwangsläufig an den Bau eines Challenge-League-tauglichen Stadions gekoppelt. Wie weit ist die Planung fortgeschritten?

Die Planung läuft, wir sind mit verschiedenen Landbesitzern am Verhandeln und am Ausarbeiten von Projekten. Die Chancen stehen sehr gut, dass wir die Finanzierung für das Stadion sicherstellen können. Es gibt einige grosse Firmen im Kanton Freiburg, die am Bau interessiert sind und ihren Namen gerne am Stadion sehen würden. Dieses wäre ja hervorragend platziert.

 

 Rossens als Standort für das Stadion wird heftig kritisiert.

Wir haben uns bewusst für Rossens entschieden, weil es in der Mitte des Kantons und an der Autobahn liegt. Wir wollen aber nicht in Freiburg bleiben, auch nicht in Düdingen oder Bulle. Das Team Freiburg ist eine Kantonsmannschaft und soll sein eigenes Zuhause haben.

 

 Wenn man alle Zuschauer zusammenzählt, die an einem Wochenende bei den Spielen des FC Freiburg, des SC Düdingen und des FC Bulle an der Seitenlinie stehen, bringt man es höchstens auf 700 Fussballfans. Ist ein neues Stadion mit 5000 Plätzen nicht etwas überdimensioniert?

Wenn es nach mir ginge, würden wir kein so grosses Stadion bauen. Das Reglement der Swiss Football League schreibt aber vor, dass in der Challenge League nur Stadien zugelassen sind, die mindestens 5000 Zuschauer fassen.

 

 Wann wird das Stadion in Rossens fertig gebaut sein?

Der Bau eilt nicht. Ein Stadion macht nur Sinn, wenn man auch ein dazugehöriges Team hat. Erste Priorität hat deshalb, dass der FC Freiburg diese Saison den Ligaerhalt schafft. Diesbezüglich bin ich optimistisch. So wie ich gehört habe, verfügen die Spieler, die in der Winterpause zum FCF gestossen sind, über mehr als nur 1.-Liga-Niveau. Nach dem Ligaerhalt gilt es, in einem nächsten Schritt mit dem Team Freiburg den Aufstieg zu schaffen. Erst dann kommt das Stadion.

 

 Es wird gemunkelt, dass der FC Freiburg das Geld für seine neuen Spieler aus der Kasse des Teams Freiburg erhalten hat …

Das stimmt so nicht ganz. Es ist nicht Aufgabe des Teams Freiburg, den FC Freiburg finanziell zu unterstützen und zum Ligaerhalt zu führen. Wir investieren in die Zukunft, in die Saison 2015/16. Wir waren dem FC Freiburg allerdings bei der Sponsorensuche behilflich, indem wir ihm Kontakte zu Privatpersonen vermittelt haben, die dann die Finanzierung übernommen haben.

 

 Was würde ein Abstieg des FC Freiburg in die 2. Liga interregional für das Projekt «Team Freiburg» bedeuten?

Das wäre eine Katastrophe. Es würde zwar nicht das Ende des Projekts bedeuten, aber es wäre ein gewaltiger Rückschlag. Daran will ich gar nicht denken.

«Das wäre eine Katastrophe. Daran will ich gar nicht denken.»

«Solange die Teams in der gleichen Liga spielen, werden wir uns nicht gegenseitig die Spieler abwerben.»

 

«Wir haben keine persönlichen Interessen ausser unserer Liebe zum Fussball.»

«Wenn es nach mir ginge, würden wir kein Stadion mit 5000 Plätzen bauen.»

«Wenn wir 1000 Abonnemente verkaufen, spült uns das eine Million Franken in die Kasse.»

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