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Zwölf Klubs gehen mit der Uefa auf Konfrontationskurs

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Geht es nach den Plänen von einigen Top-Klubs, spielen sie schon bald in einer eigenen Super Liga.
Keystone

Zwölf europäische Klubs wollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine europäische Liga in Konkurrenz zur Champions League gründen. Die Uefa droht mit dem Ausschluss von Teams und ihrer Spieler, Fans äussern scharfe Kritik.

Die Saison solle, „so bald wie möglich“ starten, heisst es in einer gemeinsamen Erklärung der Vereine unter der Leitung von Real Madrids Präsident Florentino Perez. Die sechs englischen Top-Klubs Manchester United, Manchester City, Liverpool, Arsenal, Chelsea und Tottenham Hotspur gehören ebenso zu den Gründungsmitgliedern wie die spanischen und italienischen Vereine Real Madrid, FC Barcelona, Atlético Madrid, Juventus Turin, Milan und Inter Mailand.

Drei weitere Klubs sollen ab der ersten Stunde dabei sein, fünf zusätzliche Vereine können sich für die Spiele dieser „Super League“ qualifizieren. Die Partien sollen unter der Woche stattfinden. Es sind zwei Zehner-Gruppen geplant, der Sieger soll dann über K.o.-Spiele ermittelt werden.

Die Gründungsvereine sollen „eine einmalige Zahlung von rund 3,5 Milliarden Euro“ als Startkapital erhalten, „um Investitionspläne in die Infrastruktur zu unterstützen und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auszugleichen“, heisst es weiter. Die Vereine wollen auch Solidaritätszahlungen leisten.

Reform der Champions League geplant

Die Ankündigung der Liga kam unmittelbar vor der bevorstehenden Exekutivsitzung der Uefa am Montag. Die Uefa-Exekutive will dabei die Aufstockung der Champions League von 32 auf 36 Teilnehmer und die Einführung eines neuen Modus beschliessen. Dieser soll von der Saison 2024/25 an gelten.

Doch die europäischen Top-Klubs haben andere Pläne. „Wir werden dem Fussball auf jedem Level helfen und ihn zu seinem rechtmässigen Platz in der Welt bringen. Fussball ist der einzige globale Sport auf der Welt mit mehr als vier Milliarden Fans, und unsere Verantwortung als grosse Klubs ist es, auf deren Begehrlichkeiten zu reagieren“, wurde Florentino Perez zitiert. Die Vereine kündigten Gespräche mit der Uefa und der Fifa an.

Uefa drohte mit Konsequenzen

Die Uefa wertete die Idee einer eigenen Liga zuvor als „zynisches Projekt“ und warnte die Klubs davor, eine solche zu gründen. Den Vereinen werde es in diesem Fall untersagt sein, an anderen Wettbewerben auf nationaler, europäischer oder weltweiter Ebene teilzunehmen, und ihren Spielern könnte die Möglichkeit verweigert werden, ihre Nationalmannschaften zu vertreten.

Scharfe Kritik gab es auch vom europäischen Fan-Netzwerk Football Supporters Europe (FSE). „Dieser geschlossene Wettbewerb wird der letzte Nagel im Sarg des europäischen Fussballs sein und alles zerstören, was ihn so beliebt und erfolgreich gemacht hat“, heisst es in einer Erklärung. „Diese Pläne sind von Grund auf illegitim, unverantwortlich und gegen jeglichen Wettbewerb. Mehr noch, sie werden ausschliesslich aus Gier vorangetrieben.“

Auch der britische Premierminister Boris Johnson und der französische Präsident Emmanuel Macron kritisierten bereits zuvor die Pläne einer Superliga.

Fifa missbilligt separate Liga

In einer Stellungnahme äusserte die Fifa seine Missbilligung über eine solche geschlossene Liga, weil sie ausserhalb der internationalen Fussballstrukturen bestehe. Jeder Fussballwettbewerb, egal ob national, regional oder global, solle die Kernprinzipien der Solidarität, Inklusivität, Integrität und der gerechten finanziellen Umverteilung widerspiegeln, schrieb die Fifa in einer Mitteilung von Montag.

Sie rufe alle „an den hitzigen Diskussionen beteiligten Parteien“ dazu auf, einen ruhigen, konstruktiven und ausgewogenen Dialog zum Wohle des Spiels und im Geiste der Solidarität und des „Fair Play“ zu führen.

Die Gründung einer Superliga war in den vergangenen Jahren immer dann ins Gespräch gebracht worden, wenn es um die Verteilung der TV-Gelder im Europacup ging.

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