eishockey 07.12.2017

Powerplay-Upgrade

Der gefährliche Slapshot von Yannick Rathgeb fehlte Gottéron im Powerplay wochenlang.
Das Überzahlspiel von Gottéron liess zuletzt zu wünschen übrig. Hauptgrund dafür waren die Ausfälle von Yannick Rathgeb und Julien Sprunger. Heute in Genf soll das Duo das Powerplay wieder aufwerten.

Sieben beziehungsweise gut fünf Wochen nachdem sich Julien Sprunger und Yannick Rathgeb jeweils eine Gehirnerschütterung zugezogen haben, kehren sie heute in Genf in die Aufstellung Gottérons zurück. «Dass es bei Yannick schneller als bei Julien gegangen ist, liegt an den unterschiedlichen Vorgeschichten», sagt Bruno Knutti, der mitunter für die Rehabilitation der verletzten Spieler verantwortlich zeichnet. Bei einer Gehirnerschütterung wird ein striktes Rückkehrprotokoll eingehalten. Schritt für Schritt wird an die physische Belastung herangetastet. «Dabei hören wir auf die Körpersignale», erklärt Knutti. Jeden Abend geben ihm die verletzten Spieler Rückmeldung darüber, wie sie auf das Training reagiert haben und ob Beschwerden aufgetaucht sind. «Erleiden die Spieler einen Rückfall, geht man wieder einen Schritt zurück.» Im Fall von Rathgeb sei alles reibungslos gelaufen. Bei Sprunger, der bereits die achte oder neunte Gehirnerschütterung auskurieren musste, sei es dementsprechend länger gegangen, hält Knutti fest, «zudem ist er auch älter Yannick».

Aber auch für Rathgeb war es nicht die erste Gehirnerschütterung. «Ich hatte bereits zwei oder zweieinhalb», erklärt der Verteidiger. Es sei mühsam gewesen, wieder auf den Damm zu kommen. «Die erste Woche nach der Verletzung war ich in Schwarzsee, ohne Handy, TV oder Ähnliches. Ich habe einfach Ruhe gebraucht.» Er habe dabei wertvolle Unterstützung erhalten und ihm nahestehende Menschen gehabt, die ihn auch schon mal gebremst hätten, wenn er zu viel gewollt habe. «Chiropraktiker und Physiotherapeut haben ebenfalls dazu beigetragen, dass ich nur kleine Rückschläge erlitt.»

Rückkehr der Scharfschützen

Nun sind also sowohl Rathgeb als auch Sprunger im Kader zurück und damit zwei Leistungsträger, die bei Gottéron besonders im Powerplay schmerzlich vermisst wurden. Bis zum Ausfall von Rathgeb hatten die Freiburger in 19 Partien 15 Überzahltore erzielt. Bei zehn davon hatte der talentierte Offensiv-Verteidiger seinen Stock im Spiel (2 Tore, 8 Assists). Sprunger war mit vier Toren zum Zeitpunkt seines Ausfalls der beste Powerplay-Torschütze der Freiburger. Ohne das Duo ging die Erfolgsquote von Gottéron in Überzahl merklich zurück. In den letzten sieben Partien gab es gerade noch vier Treffer mit einem Mann mehr auf dem Eis.

«Ich hoffe, wir können dazu beitragen, das Powerplay wieder auf Vordermann zu bringen», sagt Rathgeb deshalb. «Sprunger und ich sind Shooter, während Cervenka und Bykow eher den Pass suchen.» Damit Matthias Rossi und Jim Slater ihren Job im Slot machen können, brauche es die Schüsse aufs Tor.

Unter dem Strich ein Gewinn

Die dringend benötigten Impulse im Powerplay erhofft sich natürlich auch Mark French. «Tatsächlich war unser Überzahlspiel zuletzt nicht mehr so gut. Keine Frage, Rathgeb und Sprunger haben uns ganz besonders in dieser Beziehung gefehlt.» Wenig verwunderlich bestand ein Hauptteil des gestrigen Trainings denn auch aus dem Einüben von Überzahlsituationen.

Einstudiert musste diese Spezialsituation alleweil werden, weil schon die nächsten Ausfälle drohen. Die Tschechen Roman Cervenka und Michal Birner – der übrigens im Gegensatz zu seinem Landsmann nun doch nicht für den Channel One Cup 2017 in Moskau und Prag aufgeboten wurde und damit Gottéron nächste Woche zur Verfügung stehen wird – konnten gestern nicht trainieren. Die beiden leiden an einer Magen-Darm-Grippe und sind für die Spiele heute in Genf und morgen zu Hause gegen Davos fraglich.

Auch wenn der Ausfall der tschechischen Stürmer gewiss ein Verlust darstellen wird, so ist die Rückkehr von Rathgeb und Sprunger für das Powerplay eine Spur wichtiger und damit ein Upgrade.

Vorschau

Offene Fragen vor dem Spiel in Genf

Der Verteidiger Sebastian Schilt (Gehirnerschütterung) fehlt Gottéron heute in Genf. So viel ist klar. In Sachen Aufstellung ist hingegen vieles noch unklar. Während Yannick Rathgeb, Julien Sprunger und Nathan Marchon wieder einsatzbereit sind, steht ein Fragezeichen hinter den erkrankten Roman Cervenka und Michal Birner. Muss das Tschechen-Duo passen, spielt im Tor Barry Brust. Was aber, wenn sie fit sind? Ist dann wie zuletzt gegen Kloten Jonas Holos überzählig? Die Auflösung gibt es heute…

fs

Heute spielen

Genf - Gottéron 19.45

Morgen spielen

Gottéron - Davos19.45 Ambri - Zug 19.45 Bern - Genf 19.45 Biel - ZSC Lions 19.45 Lugano - Lausanne 19.45

Der heutige Gegner

Fakten zu Servette

• Genf hat zu Hause zuletzt dreimal verloren.

• Gottéron liegt den Genfern in dieser Saison überhaupt nicht. Servette hat alle vier bisherigen Saisonduelle verloren und dabei insgesamt nur gerade sechs Tore erzielt.

• Genf hat überhaupt Mühe in der Offensive. Nur Kloten hat noch weniger Treffer erzielt. Dass Tanner Richard mit 4 Toren und 14 Assists klarer Topskorer des Teams ist, sagt ebenfalls viel über die fehlende Durchschlagskraft aus.

• Mit einer Erfolgsquote von 12,3 Prozent hat Genf das schwächste Powerplay der Liga.