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3000 Brötchen für die heilige Agatha

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole JEgerlehner

Der Bäcker packt eine Teigwurst und wallt sie mit vier, fünf regelmässigen Handbewegungen aus. Er nimmt die Enden der langen Teigschnur, verdreht sie einmal und legt sie zurück – fertig ist die Bretzel. Stück um Stück landet auf dem Blech und kommt in den Tiefkühler: Fünfhundert dieser Brötchen haben die Bäcker der Bäckerei Fontana in Plaffeien diese Woche jeden Tag hergestellt. Dafür haben sie rund 140 Kilogramm Mehl benutzt. Gebacken werden die 3000 Bretzeln heute Morgen.

Der 5. Februar ist der Tag der heiligen Agatha (siehe Kasten). Ihr zu Ehren werden die Brötchen gebacken. Der Priester segnet sie heute – direkt in der Backstube. «Früher haben wir ein paar Körbe Brötchen in die Kirche gebracht», sagt Anton Fontana. Dort hat der Priester sie gesegnet, nach dem Gottesdienst wurden sie verkauft. «Heute backen wir so viele Agatha-Brötchen, dass es einfacher ist, wenn der Priester zu uns kommt.»

Seit 80 Jahren als Bretzel

Anton Fontanas Vater hat in den 1930er-Jahren zusammen mit dem zweiten Plaffeier Bäcker beschlossen, die Agatha-Brötchen in Bretzelform statt als Weggen zu backen. «Heute wird das im ganzen Sense-Oberland so gehalten.» So viele Agatha-Brötchen wie die Bäckerei Fontana stellt aber sonst niemand her.

Bernadette Bürgy-Piller kauft seit jeher Agatha-Brötchen bei Fontanas: «Eines behalten wir und hängen es an die Wand.» Das gehöre in jeden Haushalt, «zum Schutz». Wer an die Schutzwirkung des Agatha-Brotes glaubt, streut bei Unwetter Brosamen vor die Türe oder verbrennt sie. Trotzdem werden die meisten der 3000 Brötchen gegessen: «Die Leute kaufen mehrere und legen eines zur Seite», sagt Anton Fontana.

Anton Fontana (vorne) streicht die Brötchen mit Eigelb ein, bevor sie in den Ofen kommen.Bilder Charles Ellena

Die Agatha-Brötchen werden aus einem süssen Zopfteig gemacht.

Geschichte: Eine gefolterte Jungfrau lenkt die Lava um

Die heilige Agatha soll im dritten Jahrhundert auf Sizilien gelebt haben. Agatha wird als wohlhabende, adelige Jungfrau von grosser Schönheit beschrieben. Sie wies Statthalter Quintianus zurück; dieser nutzte den kaiserlichen Erlass zur Christenverfolgung und liess sie verhaften. Er veranlasste Verhöre und Folter: Agatha wurde mit den Händen an einen Balken gehängt, dann wurden ihr die Brüste mit einer Zange zerrissen und abgeschnitten. Tags darauf liess Quintianus Agatha auf glühende Kohlen legen. Da erschütterte ein Erdbeben die Stadt Catania, und das Volk bedrohte den Statthalter, bis er von Agatha abliess. Sie starb im Gefängnis. Am ersten Jahrestag von Agathas Tod floss ein Lavastrom des Ätna auf Catania zu. Die Marmortafel aus Agathas Grab erhob sich und lenkte die Lava weg von der Stadt.

Agatha ist Schutzpatronin von Catania und Malta, in der Schweiz von Feuerwehren. Im Sense-Oberland wird sie bei Brandgefahr angerufen, anderswo auch bei Krankheit, Kinderlosigkeit, Brandwunden und Viehseuchen. njb

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