Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Alkohol – ab wann sich einmischen?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wein, Wodka in allen Farben, Whisky, Dosenbier, Gin: Was klingt, wie die Einkaufsliste für eine Studenten-Semesterparty, schob am Freitagabend «Danny Boy» in einem Einkaufswagen vor sich her. Danny Boy ist einer der fiktiven Alkoholiker, die am Freitag nach Feierabend am Düdinger Bahnhof die Blicke der Passanten auf sich zogen. Kaum mehr fähig, aufrecht zu stehen, wankt er an der Strasse und prostet den vorbeifahrenden Autos mit einem Flachmann zu.

Überspitzt und plakativ

Zugegeben, Danny Boy ist überspitzt und plakativ: «Wir versuchen bewusst, eine unbequeme Situation herbeizuführen, um die Leute mit dem Thema Alkoholmissbrauch zu konfrontieren», sagt Michel Modoux, der Präventionsbeauftragte des Amts für Strassenverkehr und Schifffahrt (OCN). Dafür haben er und einige Schülerinnen der Hochschule für Gesundheit extra drei Schauspieler engagiert: Einen Geschäftsmann mit dem durchschnittlichen Halbjahreskonsum eines Schweizers, eine Grossmutter, die auf ein Baby aufpasst und den Kinderwagen mit Alkoholflaschen gefüllt hat, und einen Typen am Trinken, der verkleidet ist wie Walter aus dem allgemein bekannten Kinder-Wimmelbuch.

Die aufrüttelnde Aktion läuft unter dem Namen «Wo ist Walter?» und ist Teil der Dialogwoche Alkohol (siehe Kasten), die alle zwei Jahre vom Bundesamt für Gesundheit lanciert wird.

Auf Probleme ansprechen

Die Passanten in Düdingen reagieren verhalten. Ausser verwirrten und besorgten Blicken provozieren die Schauspieler nicht wirklich eine Reaktion. Einige wenige Leute gehen zu ihnen hin: Ein Pärchen gibt dem Geschäftsmann Feuer für die Zigarette, die schlaff in seinem Mundwinkel hängt.

Eine Frau geht zu einem der Schauspielenden hin und fragt, ob alles in Ordnung sei, ob sie etwas tun könne. «Die Leute haben Angst und sind distanziert – das liegt halt irgendwie im menschlichen Naturell», so Modoux. Sobald die Leute an Danny Boy, Nanny oder Walter vorbeigelaufen sind, passen fünf Studentinnen der Fachhochschule sie ab, um ihnen Fragen zu stellen über die Gefühle, die die Alkoholsüchtigen in ihnen ausgelöst haben, was sie von diesem Verhalten halten, ob sie sich gestört fühlen. Aber was wäre die richtige Reaktion in so einer Situation? «Das Beste wäre, zu diesen Menschen hinzugehen und zu fragen, ob es ihnen gut gehe, ob man etwas für sie machen könne», sagt Modoux.

Abbild der Realität

«Die Realität zeigt uns, dass es relativ viele solche Fälle gibt.» Denn die Statistiken sprechen für sich: Laut Modoux machen elf Prozent der Schweizer Bevölkerung 50 Prozent des gesamten Alkoholkonsums aus.

Jeder Fünfte habe ein Problem mit Alkohol – nicht zwingend eine Abhängigkeit, aber schon eine kritische Konsumation.

Konsum zurückgegangen

Insgesamt sei der allgemeine Konsum von Alkohol seit den 1980ern aber zurückgegangen. Die Situation verbessere sich, weiss Modoux zu beruhigen. Vor allem auch beim Begriffspaar Alkohol und Autofahren, welches ihn als Mitarbeitenden des OCN besonders betrifft. «Es passieren heute weniger Unfälle wegen Alkohol am Steuer. Das Einführen der 0.5-Promille-Grenze sowie das Verbot für Neulenker unter Alkoholeinfluss zu fahren, haben dazu beigetragen. Auch die Einstellung der Lenkerinnen und Lenker zum Thema hat sich verändert. Alkohol am Steuer ist heute kein Kavaliersdelikt mehr.“

Programm

Viele Anlässe in der Dialogwoche Alkohol

Die Dialogwoche Alkohol wird alle zwei Jahre vom Bundesamt für Gesundheit veranstaltet. Vom 11. bis zum 21. Mai wird die Bevölkerung mit Veranstaltungen über das Thema Alkohol informiert. Daran beteiligen sich jeweils national mehrere Hundert Organisationen. Im Kanton Freiburg lancieren die Fachstellen des Netzwerks Alkohol verschiedene Veranstaltungen. Den Startschuss gab die Aktion «Wo ist Walter?», die in Bulle, Freiburg und Düdingen durchgeführt wurde. Am Mittwoch, 17. Mai, folgt in der Cribletgasse in Freiburg eine interaktive Ausstellung, unter anderem mit einem Film zum Thema Alkohol und häusliche Gewalt aus der Sicht eines Kindes. Am Samstag, 20. Mai, um 10 Uhr informieren die Schülerinnen der Hochschule für Gesundheit, die bei «Wo ist Walter?» die Bevölkerung zu ihrer Einstellung zum Alkoholkonsum befragt haben, auf dem Python-Platz über ihre Erkenntnisse.

kf

 

 

Mehr zum Thema