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«Alles, was überlebt, ist die Kultur»

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«Alles, was überlebt, ist die Kultur»

Der Künstler Hafis Bertschinger zeigt im Botanischen Garten Freiburg Impressionen einer Reise

«Von X nach A» heisst das jüngste Projekt des freiburgisch-libanesischen Künstlers Hafis Bertschinger. Er hat darin eine Reise entlang der Seidenstrasse umgesetzt. «Meine letzte grosse Reise», wie der 72-jährige Maler sagt.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Wofür das X im Titel der Ausstellung steht, ist klar: X wie Xian, jene chinesische Stadt am Anfang der Seidenstrasse, die den Ausgangspunkt der Reise von Hafis Bertschinger bildete. Schwieriger wird es da schon mit dem A: A wie Agadir, weil Bertschinger in Marokko ein Stück Land gekauft hat und dort seinen Lebensabend plant? Oder A wie Alphabet, weil das Alphabet für den Künstler gleichbedeutend ist mit seiner libanesischen Heimat, wo einst die Phönizier die Buchstabenschrift erfunden haben?

Wenn er über das Alphabet und über die Sprache sinniert, gerät Bertschinger ins Philosophieren. Alles sei im Grunde, wie das Alphabet, eine Abstraktion, seine Kunst genauso, wie alles, was der Mensch je erfunden habe. Und alles sei vergänglich, fährt er fort, und kehrt damit zu einem seiner wichtigsten Themen zurück. «Irgendwann vergeht alles und wird Teil der Geschichte. Das einzige, was überlebt, ist die Kultur.»

Vermischte Kulturen

Mit Kulturen kennt sich Hafis Bertschinger aus: Er sei selber eine Mischung aus vielen Kulturen, und als «reisender Maler», als «Nomadenkünstler», wie er sich gern bezeichnet, habe er fast die ganze Welt gesehen. So hat er mit dem Pferd den Oregon-Trail in Amerika abgeritten, ist auf dem Rücken eines Esels durch Marokko gereist oder hat mit dem Velo Japan erkundet.

Und nun, für seine «letzte grosse Reise», hat er sich die Seidenstrasse ausgesucht, die wie kaum etwas sonst eine Vermischung der Kulturen sei. Wie auf allen seinen Reisen ausgerüstet mit seinem Skizzenbuch, hat er während eines ganzen Jahres die verschiedenen Stationen der Seidenstrasse besucht und im Bild festgehalten. Das Ergebnis ist zugleich Erinnerung an eine grosse Reise und Rückblick auf ein ganzes Leben. «Jeder Mensch muss wissen, was er erlebt hat und wie er damit umgehen soll», sagt Bertschinger. «Als Maler habe ich das Glück, in der Kunst ein Ventil zu haben.»

Film von Jacqueline Surchat

Weil er nicht mehr wie früher mit Ross und Wagen oder auf einem Kamel durch die Gegend reisen könne, habe er sich für sein Seidenstrassen-Projekt etwas Neues ausgedacht: einen Dokumentarfilm. Kurzerhand fragte er die Freiburger Regisseurin Jacqueline Surchat, mit der er schon bei anderer Gelegenheit zusammengearbeitet hatte, ob sie ihn nicht mit der Kamera begleiten wolle. Sie wollte, und es entstand ein Film, der ebenfalls den Titel «Von X nach A» trägt.

Mit der Ausstellung gastiert Hafis Bertschinger derzeit wie schon im Sommer vor zwei Jahren im Botanischen Garten Freiburg. Nebst den grossformatigen Gemälden, gewissermassen der Synthese seiner Reiseerlebnisse, warten weitere Entdeckungen auf die Besucher, unter anderem ein Einblick in Bertschingers Skizzenbuch. Im Rahmen der Ausstellung wird auch der Film von Jacqueline Surchat zum ersten Mal aufgeführt.

Die Ausstellung «Von X nach A» im Botanischen Garten Freiburg (Orangerie) dauert noch bis zum So., dem 14. August. Öffnungszeiten: Mo. bis Fr., 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, Sa. und So. 14 bis 17 Uhr. Finissage und Premiere des Films von Jacqueline Surchat: Fr., 12. August, ab 17.30 Uhr (Filmprojektion um 18.30 Uhr).
Tuschezeichnungen von Yoshiro Kimura

Hafis Bertschinger hat, nach seinen vielen Reisen, Freunde in aller Welt. Zahlreiche Kontakte hat er in Japan; mit mehreren japanischen Künstlern hat er bereits gemeinsame Projekte in der Schweiz realisiert. Einer von ihnen kehrt noch heute immer wieder zurück: Yoshiro Kimura. Der 35-Jährige war schon vor zwei Jahren an Bertschingers Ausstellung im Botanischen Garten beteiligt und hat auch dieses Jahr eine Serie von Tuschezeichnungen beigesteuert.

Wohnen als Inspiration

Die neue Bilderserie heisst «Habitat – Meidaemae», benannt nach dem Quartier, in dem Kimura lebt. Der Künstler, der in seinem Berufsleben Direktor einer Videospiele-Firma ist, hat sich für die Zeichnungen von seiner Wohnung und deren Umgebung inspirieren lassen. Bestimmte Gegenstände, aber auch etwa Grundrisse einzelner Zimmer hat er festgehalten und mit viel Fantasie verfremdet und ausgeschmückt.

«Habitat – Meidaemae» ist parallel zu «Von X nach A» zu se-
hen. cs

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