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«Alpen in Schuss zu halten ist aufwendig»

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Traditionsgemäss hält der Freiburgische Alpwirtschaftliche Verein seine Generalversammlung in jenem Gebiet ab, in dem im Sommer zuvor die Alpinspektion stattgefunden hat. Für Oskar Lötscher, der sich in den letzten 17 Jahren für diesen Verein, seit 2010 als Vizepräsident, engagiert hat, war die Versammlung in Plasselb (siehe Kasten) fast ein Heimspiel, da er ennet dem Schwyberg, im Schwarzseetal, zu Hause ist.

Zukunft der Alpkäsereien

Altershalber hat der 69-Jährige seine Demission eingereicht. Er ist am Freitag verabschiedet und zum Ehrenmitglied ernannt worden. Im Gespräch mit den FN erinnert er sich an Projekte, für die er sich in den letzten Jahren engagiert hat. In guter Erinnerung ist ihm das Programm «Revitalisierung der Alpwirtschaft» aus dem Jahr 2009 geblieben, bei dem der Verein Alpkäse­reien unterstützt hat, nachdem viele von ihnen den neuen Hygienevorschriften des Bundes nicht mehr genügen konnten. Eine Kommission des Alpwirtschaftlichen Vereins hat zwischen Bewirtschaftern und Ämtern vermittelt, damit die nötigen Umbauten umgesetzt und vor allem finanziert werden konnten. 59 Alpgebäude sind schliesslich saniert worden, was mit Investitionen von 1,467 Millionen Franken verbunden war. Dank Bundes- und Kantonsbeiträgen waren die Restkosten für die Bewirtschafter tragbar. «Auf diese Weise konnte der Erhalt dieser Alpkäsereien längerfristig sichergestellt werden», führt Oskar Lötscher aus.

Mit Quellfassungen und vielen neuen Leitungen ist im gleichen Rahmen auch die Wasserversorgung von 48 Alp­betrieben verbessert worden. So konnten diese der Vorschrift nachkommen, dass das verwendete Wasser die Qualität von Trinkwasser aufweisen muss. Das hatte Investitionen von 1,35 Millionen Franken ausgelöst; auch hierfür gab es Bundes- und Kantonsbeiträge. Oskar Lötscher erinnert sich, dass es ein sehr intensives Projekt mit vielen Gesprächen, Sitzungen und Vereinbarungen war, bis in Absprache mit allen involvierten kantonalen Ämtern eine Lösung für jeden einzelnen Alpbetrieb gefunden werden konnte.

Aufwendiger Unterhalt

Auch für das Projekt «Biodiversität auf Sommerweiden» habe es viel Überzeugungsarbeit gebraucht, erklärt er. Im Rahmen des Agrarprogramms AP 14-17 belohnte der Bund Alpbewirtschafter, die auf ihren Alpen besonders artenreiche Flächen aufweisen. Wie Oskar Lötscher ausführte, haben schliesslich 90 Prozent aller Alpbewirtschafter ihr Sömmerungsgebiet von Biologen analysieren lassen und auf diese Weise ihr Einkommen aufgebessert. «Das war notwendig, denn es ist finanziell sehr aufwendig, sämtliche Infrastrukturen wie Gebäude, Stalleinrichtungen, Wasserversorgung, Wege und so weiter in Schuss zu halten – selbst, wenn sie nur vier Monate im Jahr verwendet werden.» Im Gegensatz zu anderen Kantonen seien in Freiburg die Bewirtschafter auf den meisten Alpen im Sommer persönlich vor Ort und nicht nur Angestellte, sagt Oskar Lötscher. «Unsere Alpen sind sehr gut unterhalten, die Hirten leisten einen enormen Einsatz. Das stellen wir jeweils auf den Alpinspektionen fest.» Deshalb sei im Kanton Freiburg auch eine Zunahme der Milchkuhsömmerung festzustellen, während diese anderswo eher am Abnehmen sei. Positiv wirken sich die Anstrengungen der letzten Jahre aus, die Erschliessungen zu verbessern. Das ermögliche einigen Landwirten, ihre Berg- und Talbetriebe parallel zu bewirtschaften. Speziell im Sense-Oberland sei, dass hier noch sehr viele Familien im Sommer auf die Alp gingen. «Erfreulich ist, dass auch viele Junge nachziehen, das stimmt zuversichtlich für die Zukunft.» Denn intakte Landschaften seien auch für den Tourismus wichtig.

Der Verein engagiere sich auch politisch, wie Oskar Lötscher, der auch im Vorstand des Schweizerischen Dachverbandes ist, ausführt. In Erinnerung ist ihm etwa das Engagement im Rahmen des erwähnten Agrarprogramms 14-17 geblieben. Mit der komp­letten Neuausrichtung der Direktzahlungen wurden keine tierbezogene Beiträge mehr ausgerichtet. «Wir konnten erreichen, dass die Sömmerungsbeiträge erhöht werden und dass auch ein Alpungsbeitrag für Talbetriebe, die Tiere zur Sömmerung auf Alpen geben, ausgerichtet wird.»

Freie Hirten, freie Tiere

Ein Anliegen war ihm die Information und Weiterbildung der Mitglieder. Das erfolge in den sogenannten Winterkursen, die gut besucht seien. «Immer wenn neue gesetzliche Bestimmungen herauskommen, haben wir den Alpbewirtschaftern praktische Tipps für die Umsetzung sowie Lösungshilfen zu geben.» Denn für sie sei es nicht immer einfach, all den sich ständig ändernden Anforderungen gerecht zu werden, sagt Oskar Lötscher. Ein älterer Alphirt habe das bei einer Alpinspektion einmal auf den Punkt gebracht: «Heute ist alles anders. Früher waren die Tiere angebunden und die Hirten frei. Heute sind die Hirten angebunden und die Tiere frei.»

«Sehr lehrreiche Zeit»

Oskar Lötscher verlässt den Vorstand mit einem guten Gefühl. «Es war eine lehrreiche Zeit und eine sehr interessante Aufgabe, bei der ich enorm viele Leute aus der Alpwirtschaft, aber auch aufseiten der Behörden kennengelernt habe», zieht er Bilanz. Diese gute Erfahrung wünscht er auch seinem Nachfolger. Mit der Einweihung der Alpkäserei Gantrischli 2004 sowie dem erfolgreichen Fest zum 120-jährigen Bestehen des Alpwirtschaftlichen Vereins 2017 nennt er zwei Höhepunkte während seiner Tätigkeit. Da ihm die Alpwirtschaft am Herzen liege, habe er die Zeit für den Verein gerne aufgebracht. «Auf die Alpwirtschaft warten auch in Zukunft viele Herausforderungen», sagt er und spricht etwa das geplante Freihandelsabkommen an. «Wenn die bäuerlichen Betriebe zurückgehen, fehlen auch Tiere zur Sömmerung auf den Alpen.»

Freiburgischer Alpwirtschaftlicher Verein

Erfreulicher Mitgliederzuwachs

Die Sympathie der Bevölkerung für die Alpbewirtschafter wirkte sich letztes Jahr, als der Freiburgische Alpwirtschaftliche Verein sein 120-jähriges Bestehen feiern konnte, positiv aus. Mit den 155 neuen Mitgliedern stieg die Zahl der Alpbewirtschafter und Sympathisanten auf 1193 an. An der Generalversammlung in Plasselb wurde Vizepräsident Oskar Lötscher verabschiedet. Auf Antrag von Vorstandsmitglied Elmar Zbinden, Zumholz, der Lötschers grossen Verdienste würdigte, wurde dieser die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Neu in den Vorstand gewählt wurde Christoph Overney, Alterswil.

Einer der Höhepunkte der Jubiläumsfeierlichkeiten vom 21./22. Juli auf der Alp Vounetz war die Übergabe der Preise des Alpprodukte-Wettbewerbs, führte Sekretär Frédéric Ménétrey aus. 40 Hirtinnen und Hirten präsentierten in 13 Kategorien 100 Alpspezialitäten. Beim Wettbewerb sei es vor allem darum gegangen, die Konsumenten für diese Erzeugnisse zu sensibilisieren. Auch nach dem Jubiläum verbleiben der Alpwirtschaft grosse Herausforderungen. Das Aufkommen der Grossraubtiere gefährde die Alpbewirtschaftung, sagte Ménétrey. Die Voraussetzungen für die Bewirtschaftung der 72 Alp­weiden im Plasselbschlund haben sich in den letzten Jahren verbessert, stellten die vier Kommissionen anlässlich der Begehungen vom 13./14. Juli fest. Präsident Philippe Dupasquier konnte zwei Älplern Urkunden für 40 und 50 Alpsommer überreichen. Anerkennende Worte für die Arbeit der Alp­bewirtschafter überbrachten Grossratspräsident Markus Ith, der Plasselber Vizeammann Anton Ruffieux und Bauernpräsident Fritz Glauser.

ju

 

 

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