Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Als Betrachter «hinter die Bilder schauen»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Schon als Student haben mich die Deckengemälde fasziniert», so Adalbert Baechler. Am Sonntag wird er am Pfarreifest die Werke vorstellen(siehe Kasten). Der pensionierte Primarlehrer hat sich für die Führungen mit den Bildern auseinandergesetzt–und dabei ein Geheimnis entdeckt.

 Schwabe mit Schalk

Hinter den Gemälden aus dem 18. Jahrhundert steht der Schwabe Gottfried Locher, der als bedeutendster Rokokomaler der Westschweiz gilt. Unter anderem gestaltete er die Decke des Freiburger Rathaussaals. Die 1790 vollendete Deckenmalerei von Bösingen war seine letzte Arbeit. «Bis 1992 waren die Gemälde ganz dunkel», so Baechler. Sieben Farbschichten seien von Fachleuten abgetragen worden. Seit der Restauration erstrahlen die Werke wieder in den Originalfarben. «Lochers Werk hat auch etwas Schalkhaftes, etwa auf dem Bild von Jonas, wo sich zwei Wasserfontänen auf dem Kopf des vermenschlichten Meeresungeheuers befinden», so Baechler.

Hirten statt Könige

Lochers Werke sollten die Bibel für Analphabeten bildlich darstellen. «Dadurch wurde die Frohbotschaft für alle ‹lesbar›», sagt Baechler. «Der Maler lässt uns hinter die Bilder schauen und die Symbolik entdecken.» In der Kirche befinden sich Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament. Letztere illustrieren das Kirchenjahr von Weihnachten bis Pfingsten. «Die alttestamentarische Symbolik findet ihre Erfüllung im Neuen Testament», so Baechler. Das Bild Adams etwa stehe gegenüber demjenigen der Geburt Jesu: Die Geburt der Menschheit und die Geburt der Christenheit. Baechler weist auf ein Detail hin: «Statt der Heiligen drei Könige stellt Locher drei Hirten dar.» Sie hätten keine Geschenke mitgebracht, dafür eine Botschaft: Typisch für den Maler aus dem Allgäu, das als«Armenhaus Deutschlands»gegolten hat.

Wie ein Detektiv

Zu jedem Bild hat Baechler für die Besucher ein Holzpanel mit Informationen vorbereitet. Darauf befinden sich die passenden Passagen aus der Bibelund Baechlers Betrachtungen–sowie ein leeres Blatt. «Darauf können die Besucher ihre Gedanken notieren», sagt er. Ein Ordner mit den Unterlagen wird für Interessierte auch nach dem Pfarreifest in der Kirche bleiben.

Und das Geheimnis? In seinem letzten Werk habe sich der Künstler in Bösingen verewigt. «Locher hat sich auf dem Pfingstbild vermutlich als Apostel Matthias abgebildet», sagt Baechler. Der Maler stelle sich auf dem Bild zu den Frauen–über die anderen Apostel. Er lasse sich vom Heiligen Geist erleuchten und nehme als begnadeter Künstler die Gnade Gottes in Anspruch. Baechler hat ein überliefertes Porträt des 40-jährigen Locher mit der Matthias-Darstellung verglichen. Die Züge stimmenüberein: Die hohe Stirn, breite Augenbrauen, eine gerade Nase und schmale Lippen. «Fast wie ein Indizienprozess», schmunzelt er.

Pfarreifest

Ein neuer Pfarrer für Bösingen

Das Pfarreiteam und die Pastoralgruppe von Bösingen laden amSonntag, 1. September,zum Pfarreifest ein. Derneue Pfarrer Stephan Lauberwird von Abbé Patrick vorgestellt. Das Fest beginnt unter Mitwirkung des Cäcilienchors mit einem Gottesdienst. Nach einem Apéro findet auf dem Begegnungsplatz das Mittagessen statt (Restauration: Gasthof 3 Eidgenossen, Spezialpreis). Danach werden Kaffee und Kuchen serviert. Um 11 Uhr, 13.30 Uhr und 16 Uhr erklärt Adalbert Baechler dieDeckengemäldeder Kirche. Der Rundgang dauert eine Stunde. Wer schon immer einmal denTurm besichtigenwollte, hat dazu bei Josef Käsers Führung um 13 Uhr und 15 Uhr Gelegenheit. Für die Kinder gibt es um 13.30 Uhr und 16 Uhr einKasperlitheatersowie einKinderschminkenmit der Jubla. Offene Tür im Pfarrhaus.ea

Mehr zum Thema