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«Am wichtigsten ist es, kreativ zu sein»

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«Man kann aus fast allem Kunst machen–man muss die Materialien nur finden und schätzen»: Dies ist der Leitspruch von Hans Schöpfer. Der Künstler lässt sich nur ungern schubladisieren. Tatsächlich ist es fast unmöglich, seine Kunst zu beschreiben. Der 74-Jährige hat alles, von Haushaltsmaterialen über Kuriositäten aus fremden Ländern bis zu historisch bedeutsamen Verbleibseln und Elementen aus Flora und Fauna, zu Skulpturen und Gemälden verarbeitet. Sein Garten in Granges-Paccot ist ein Spiegel seines Ideenreichtums. Die erstenFreiburger Telefonleitungsrohre hat er für eine Skulptur verwendet, die er «Kontorsion» nennt, die also eine Art akrobatische Verbiegung imitieren soll. Aus verschiedenen Steinen konstruiert er «Steinfamilien», mit denen er die Originalität der Natur hervorheben will: «Gewisse Dinge werden zu Kunstwerken, wenn man sie nur fusioniert.»

Werke fremder Kulturen

Nicht nur Materialien, sondern auch Kulturen liebt Hans Schöpfer zu vereinen. «Hier habe ich eine Figur, die Taino-Indianer hergestellt haben, mit einer spielerischen Figur aus Westafrika verbunden», erklärt er, während er durch eines seiner fünf Depots läuft. In diesen Räumlichkeiten lagert er eine Grosszahl seiner Werke. Auf seinen vielen Reisen hat sich beim Künstler einiges angesammelt, auch an Ideen: «Die Kunst der Dritten Welt ist für mich eine grosse Inspirationsquelle.» Er kämpfe dagegen, sich auf die westliche Kunstwelt zu beschränken: «Die Kunst anderer Kulturen ist mindestens so imposant», sagt Schöpfer eindringlich.

Anderes Kunst-Verständnis

Der ehemalige Dozent für Entwicklungspolitik arbeitet gerne in Serien. Zu einem bestimmten Thema, etwa Schwarz-Weiss oder Humoresken, gestaltet er dann unterschiedliche Werke, von der Skulptur bis zum Bild. Seine Serie Visages zeigt Gesichter in all ihren Formen und Ausprägungen, Mienen, Masken, Fratzen. «Wenn man sich konzentriert, sieht man Dinge, die anderen gar nicht auffallen», so Schöpfer. Er zum Beispiel sieht Gesichter überall, etwa auf den Innenseiten von Wäscheklammern.

Er ist immer auf der Suche nach neuen Ideen, Materialien, nach Inspiration. Obwohl er auf Wiedererkennungswert pfeift, trägt jedes seiner Kunstwerke seine persönliche, unbeabsichtigte Handschrift. «Ich will mich aber nicht manifestieren.» Dies resultiere aus seiner Abneigung gegenüber dem westlichen Umgang mit Kunst. «Völlig überteuerte Preise haben nichts mehr mit Kunst zu tun.» Dies empfinde er als dekadent. Kein Verständnis hat Hans Schöpfer auch für die polarisierende, neue Art «Kunst», die laut ihm nur Aufmerksamkeit erhaschen will, wie etwa nackte Menschen, die vor dem Kölner Kunstmuseum Eier legen: «Seriöse Kunstwerke müssen eine Aussage haben.»

Und obwohl sein Spektrum an Materialien unwahrscheinlich breit ist, macht auch er Halt vor gewissen Dingen: «Ich würde nie etwas Pornografisches, Beleidigendes oder Menschenverachtendes verarbeiten.» Die Natur gebe schliesslich genug ästhetische Dinge her. Diese veredelt er oft mit Blattgold, lässt sie rosten oder verändert sie gar nicht erst. Egal, für welche Technik, Materialien oder Themen er sich entscheidet: «Am wichtigsten ist es, kreativ zu sein.»

«Gewisse Dinge werden erst zu Kunstwerken, wenn man sie fusioniert.»

Hans Schöpfer

Künstler

«Völlig überteuerte Preise haben nichts mehr mit Kunst zu tun.»

Hans Schöpfer

Künstler

«Die Kunst anderer Kulturen ist mindestens so imposant.»

Hans Schöpfer

Ehemaliger Dozent für Entwicklungspolitik

Zur Person

Metallbearbeiter, Autor und Uni-Dozent

Nicht nur seine Kunst, sondern auch Hans Schöpfers Lebenslauf setzt sich aus den verschiedensten Betätigungen und Interessen zusammen. 1940 in Luzern geboren, begann er schon bald, sich für Kunst und Literatur zu interessieren. Nach verschiedenen Studien in Theologie und Kunstgeschichte doktorierte er 1969. Ab 1970 unternahm er regelmässig Forschungsreisen für Entwicklungsprojekte nach Südamerika. Bilder, die dort entstanden, stellte er an zahlreichen Orten aus. Ab 1980 dozierte Schöpfer an der Universität Freiburg Entwicklungspolitik, um dann 1991 eine völlig andere Richtung einzuschlagen: Er begann eine Lehre als Metallbearbeiter in St. Ursen, um Skulpturen schweissen zu können. Seit 2002 konzentriert er sich auf seine Kunst und Literatur–denn er ist auch als Autor von Kurztexten, wie etwa Satiren, Slam-Texten oder Märchen, tätig.kf

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