Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Anstatt Bäume in Afrika zu finanzieren

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Er sei kein Winkelried, stellt Norbert Vonlanthen, Geschäftsführer der Trans-Auto AG in Tafers, gleich zu Beginn des Gesprächs klar. Mit anderen Worten: Wenn er sich für die Umwelt engagiert, tut er das nicht aus Opferbereitschaft, sondern in erster Linie, weil es sich für sein Unternehmen finanziell lohnt. Aber er tut es. Die Treibstoffkosten für die 25  Dieselfahrzeuge machen rund zehn Prozent der Ausgaben von Trans-Auto aus. «Sinkt der Verbrauch, schlägt sich das eins zu eins im Portemonnaie nieder», erklärt Vonlanthen. Und sozusagen als Mitnahmeeffekt profitiert auch noch die Umwelt. Mit jedem Liter Diesel, den die Abfall- und Abwasserentsorgungsfahrzeuge einsparen, verbessert sich die CO2-Bilanz des Unternehmens. Und auch das sei wirtschaftlich opportun, weil für viele Kunden die CO2-Frage mittlerweile eine Imagefrage sei. Noch habe ihm zwar keiner seiner Kunden eine konkrete Ansage gemacht, aber dass es besser ist, nicht erst zu handeln, wenn es von anderen diktiert wird, weiss auch Vonlanthen: «Wenn sich die Branche jetzt nicht selber bemüht, wird sie der Gesetzgeber unter Druck setzen.»

Aber nicht nur wirtschaftliche Überlegungen bestimmen Vonlanthens Handeln, sondern auch die ökologische Überzeugung, dass hierzulande verursachtes CO2 nicht einfach durch die Finanzierung von nachhaltigen Projekten im Ausland kompensiert werden soll. «Es geht nicht an, dass man sich mit dem Pflanzen von zehn Bäumen irgendwo in Afrika freikaufen kann. Das ist Ablasshandel.» Aus den genannten Gründen liess Vonlanthen im vergangenen Jahr also eine CO2-Bilanz seines Unternehmens erstellen. Das Ergebnis: Die Last-­ wagen produzierten 2017 gut 550 Tonnen CO2, das entspricht 83 Prozent aller Emissionen des Unternehmens.

Handlungsräume evaluieren

Damit ist eine erste Bestandesaufnahme gemacht. In einem zweiten Schritt geht es nun darum, das Einsparpotenzial zu eruieren. Das tut Vonlanthen mithilfe des wöchentlichen Monitoring Report, den der Lastwagenhersteller für den Fuhrpark von Trans-Auto erstellt. Dabei wird bei jedem Fahrzeug aufgezeichnet, wie oft der Chauffeur den Motor grundlos laufen lässt, ob er ökonomisch fährt respektive wie häufig er stark bremst, wie hoch der Kraftstoffverbrauch ist und so weiter. «Ich spreche dann mit den betroffenen Chauffeuren und frage nach, was genau los war.» So versuche er sie zu einem anderen Fahrverhalten zu bewegen. Was allein aus der Sensibilisierungsarbeit herauszuholen ist, wird sich in der CO2-Bilanz zum Jahr 2018 zeigen.

Entwicklungen verfolgen

Dass es mit Sensibilisieren nicht getan ist, weiss auch Vonlanthen. Für ein Umsteigen auf alternative Antriebstechnologien sei die Zeit aber noch nicht reif. «Wir verfolgen die Entwicklung. Im Moment reden alle von Elektroautos, aber für mich zählt die Gesamtbilanz.» Erstens bestünden Batterien aus Lithium, das zu den seltenen Erden gehöre. Zweitens wiege die Batterie für einen 26-Tonner allein zirka eine Tonne, und drittens koste ein Elektro-Nutzfahrzeug bei der Anschaffung doppelt so viel wie ein Dieselfahrzeug. Zwar würden keine Schwerverkehrsabgaben auf Elektrofahrzeuge erhoben, räumt Vonlanthen ein, und auch die Unterhaltskosten fielen deutlich tiefer aus. Dennoch fehlen dem Unternehmer ausreichend Erfahrungswerte. Gemäss seinen Angaben sind in der Schweiz aktuell erst vier Vollelektro-Kehrichtfahrzeuge in Betrieb und sechs in Bestellung. Zudem gebe es in Basel-Stadt Überlegungen, alle zwanzig Kehrichtfahrzeuge der Stadt durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen. Persönlich glaubt Vonlanthen im Übrigen, dass die technische Lösung im Wasserstoffantrieb liegen wird.

Sensibilisierung – und dann?

«Ja, der grosse Coup fehlt noch», gibt Vonlanthen in Bezug auf seine eigenen Anstrengungen zu. Aber jetzt gehe es erst einmal darum, CO2 zum Thema werden zu lassen. «Vor dreissig Jahren, als ich noch als Chauffeur unterwegs war, gab es keine Abfalltrennung. Wir haben von der Waschmaschine bis hin zum Kompost alles aufgeladen und zur Deponie gefahren.» Heute wäre das undenkbar.

Diesel werde in der Nutzfahrzeugbranche wohl noch lange nicht ausgedient haben. «In der Schweiz und in Europa kann das Brennstoffproblem mit Geld vielleicht schon bald gelöst werden. Aber dass weltweit umfassende Infrastrukturen mit Ladestationen und Wasserstofftankstellen auf die Beine gestellt werden, denke ich nicht.»

Schliesslich weist Vonlan­then darauf hin, dass es auch noch andere Hebel gebe, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren, so etwa die intelligente Verkehrssteuerung. «In den vergangenen Jahren gab es in der Schweiz 28 000 Staustunden, da muss man unbedingt etwas machen.»

Bleibt am Ende doch noch der Ablasshandel, diesmal mit dem Freiburger Zertifikat CarbonFri. Ist das für Trans-Auto eine Option? «Die Kompensa­tionszahlungen für 16,5 Tonnen CO2 pro Mitarbeiter mit Lastwagen würden 12 400 Franken kosten. Das ist ein massgeblicher Betrag und muss sich zumindest marketingmässig lohnen. Das wiederum bedeutet aber zusätzliche Kommunikationsmittel. Deshalb zögere ich noch ein wenig.»

Zahlen und Fakten

KMU mit Umweltbewusstsein

Seit über 50 Jahren ist die Trans-Auto AG in Tafers in den Bereichen Abwasser und Abfall tätig. Wichtigster Be­triebs­zweig sind Kanalreinigung und Schlammentsorgung. Insgesamt sind 25 schwere und leichte Nutzfahrzeuge im Einsatz, wie Geschäftsführer Norbert Vonlanthen erklärte. Die Trans-Auto AG erhält die Hälfte der Aufträge von der öffentlichen Hand, die andere Hälfte von Privaten. Das Unternehmen zählt 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Betrieb verursacht jährlich 660 Tonnen CO2. Heizen, Strom, Pendelfahrten, Wasser, Abfall, Papier, Druck, Versand und Computer machen 17  Prozent aus. Der Rest wird von den 25 Lastwagen produziert.

rsa

 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema