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Araz’ Neustart bei Xamax

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Dass Freiburger Fussballer den Sprung ins Ausland schaffen, hat eher Seltenheitswert. Einer, dem dies gelungen ist, ist Musa Araz. Im Sommer 2017, nach einer vielversprechenden Super-League-Saison mit Lausanne-Sport, verliess er die Schweiz in Richtung türkische Süper Lig. Im Heimatland seiner Eltern spielte er für Konyaspor, Bursaspor und Afjet Afyonspor und erlebte in zweieinhalb Jahren einige Hochs – und deutlich mehr Tiefs. «Die letzten zweieinhalb Jahre sind mir vorgekommen wie zehn», sagt der 26-Jährige, wenn er an seine Auslandzeit zurückdenkt. «Die Türkei ist fussballverrückt. Für die Spieler wird alles gemacht – und ich meine wirklich alles. Im Gegenzug musst du deinem Verein aber auch alles geben. Ein Leben neben dem Fussball gibt es in der Türkei nicht. Ein solches habe ich aber je länger, je mehr vermisst.»

Held in Konya

Seine Karriere begann der Stadtfreiburger, der im Torry-Quartier aufgewachsen ist, beim FC Freiburg und später beim Team AFF/FFV. Bis eines Tages der FC Basel an seine Tür klopfte. Araz war 15 Jahre alt, als er seine Sachen packte und in die Rheinstadt zog. «So früh von zu Hause wegzugehen, war nicht einfach, aber es hat mich früh selbstständig gemacht.»

Bei den «Bebbis» schaffte er es in die Schweizer Nachwuchs-Nationalmannschaften (34 Länderspiele) und 2014 den Sprung ins Fanionteam. Sein Debüt in der Super League gab er allerdings erst in der Saison 2016/17, nach seinem Wechsel zu Lausanne-Sport. «Bei Lausanne spielte ich in dieser Saison fast alles durch. Ich hatte viel gelernt und fühlte mich bereit fürs Ausland.»

In der Türkei lief es für den damals 23-Jährigen vielversprechend – zumindest in den ersten Monaten. Für Konyaspor, dem Team aus Konya, der siebtgrössten Stadt des Landes, bestritt er 28 Pflichtspiele. Sechsmal kam Araz im Europa Cup zum Einsatz und schrieb dabei sogar ein Stück Clubgeschichte: Am 28.  September 2017, beim 2:1-Sieg gegen Guimaraes, erzielte er das 1:0 und wurde damit der erste Europa-Cup-Torschütze des Vereins.

Kein Platz für andere Dinge

Musa Araz lebte in der türkischen Fussballwelt, in der kaum Platz für andere Dinge als Fussball bleibt. Eine Welt extremer Emotionalität, in der ein Spieler an einem Tag als Held verehrt wird und sich am nächsten nicht mehr auf die Strasse trauen kann. «Acht Stunden pro Tag habe ich im Vereinscampus verbracht. Die sind riesig, da gibt es sogar Schwimmbäder, Restaurants und Wohnungen, in denen viele der Spieler leben.» Jeder Club in der Türkei besitze so ein hermetisch abgeriegeltes Trainingscenter, erzählt Araz. «Wenn wir am Samstagabend einen Match hatten, mussten wir am Freitagmorgen einrücken und durften erst nach dem Spiel wieder heim.»

Trainiert wurde zweimal pro Tag, die Trainings dauerten länger als in der Schweiz, und es ging dabei richtig zur Sache. «Die Zweikämpfe waren viel intensiver, da hat niemand seinen Fuss zurückgezogen. In der Schweiz gibt es eine Trainingseinheit pro Tag, am Wochenende die Matchs, ansonsten ist man als Spieler ziemlich frei.»

Den Mehraufwand und die privaten Entbehrungen, die ein Leben in der türkischen Fussballwelt mit sich bringen, nimmt man in Kauf, solange es sportlich gut läuft. Die Opferbereitschaft sinkt jedoch, wenn Aufwand und Ertrag zu weit auseinanderklaffen – so wie bei Musa Araz ab Ende 2017.

Sehnsucht nach der Ruhe der Schweiz

Als Konyaspor den Trainer wechselte, begann der Leidensweg des Freiburgers. Der neue Coach setzte nicht mehr auf den Linksfuss. Ein Jahr lang bestritt er kein Spiel, ehe er in die 2. Liga zu Afjet Afyonspor ausgeliehen wurde. Im Sommer 2019 kehrte er zu Konyaspor zurück, um nach zwei Runden ohne Einsatz wieder für vier Monate bei Bursaspor in der 2. Liga platziert zu werden. «Bursaspor wechselte Ende Jahr den Trainer, und ich merkte bald, dass der neue Coach und ich nicht die gleichen Vorstellungen hatten und dass sich dies auf meine Chancen zu spielen auswirken würde.» Also kehrte Araz Ende 2019 zu Konyaspor zurück.

Mehrere Verletzungen und Trainerwechsel machten es ihm schwer, irgendwo wieder Fuss zu fassen. «In den zweieinhalb Jahren habe ich acht verschiedene Trainer gehabt. In der Türkei ist das normal. Aber ich habe immer wieder gemerkt, dass nicht nur das ausschlaggebend ist, was du auf dem Platz zeigst.»

Wenn die glücklichen Momente immer seltener werden, steigen die negativen Sachen, die man vorher ausgeblendet hat, vermehrt an die Oberfläche. «Da waren die verspäteten Lohnzahlungen, der ständige enorme Druck, die ganze Energie, die man für Sachen verschwenden musste, die nichts mit dem Fussball zu tun hatten», erinnert sich der Freiburger. «Ich hätte anderswo in der Türkei einen Neustart machen können. Aber als ich wusste, das Xamax Spieler sucht, war ich sofort interessiert. Ich sehnte mich nach der Ruhe der Schweiz, wollte wieder mehr Zeit für Familie und Freunde haben.»

Lehrreiche Wanderjahre

Nein, richtig durchgestartet ist Musa Araz während seiner Zeit bei Konyaspor, Afyonspor und Bursaspor nicht, dafür hat er insgesamt zu wenig gespielt. Aber die Wanderjahre in der Türkei haben seinen Charakter geprägt und seine fussballerischen Fähigkeiten geschmiedet. Er sei ruhiger geworden, abgebrühter, sehe viele Dinge lockerer, sagt Araz von sich selbst. «Ich habe viel Positives aus meiner Zeit in der Türkei mitnehmen können. Ich durfte mit Fussballern spielen, mit denen du normalerweise nur in Berührung kommst, wenn du auf einer Konsole «Fifa» zockst. So wie Samuel Eto’o, mit dem ich während sechs Monaten in Konya sehr viel Zeit verbracht habe.» Der Kameruner sei nicht der Einzige gewesen, der ihn enorm inspiriert habe. «Ich habe oft mit Mannschaftskollegen eine Stunde lang diskutiert. Und als unser Gespräch vorbei war, hatte sich meine Sicht auf die Welt verändert.»

Die Rückkehr in die Schweiz zum abstiegsbedrohten Xamax sieht der «neue» Musa Araz nicht als Abstieg, sondern als Chance, wieder Fahrt aufzunehmen und durchzustarten «Es war der richtige Entscheid, in die Schweiz zurückzukehren. Hier habe ich die Freude am Fussball wiedergefunden.» Auf dem Feld nimmt der Freiburger die Rolle eines klassischen Achters ein, bringt Aggressivität in die Verteidigung und Kreativität ins Angriffsspiel. «Ich habe viel Vorwärtsdrang, renne viel und grätsche gern. Das sind wohl türkische Tugenden», sagt Araz und lacht.

Schicksalsspiel gegen Thun

Der 26-Jährige, der sich inzwischen wieder in der Stadt Freiburg niedergelassen hat, blüht bei Xamax auf. Von seinem Team kann man das momentan eher weniger behaupten. Nach dem Trainerwechsel haben die Neuenburger am Dienstag beim 1:1 gegen Zürich zwar wieder einmal einen Punkt gewinnen können, sie liegen aber dennoch am Tabellenende. Am Sonntag (16 Uhr) im Spiel beim Vorletzten Thun stehen sie entsprechend unter Druck. «Verlieren ist auf jeden Fall verboten», so Araz. «Wir wollen und wir brauchen den Sieg.» Auch wenn die Lage für sein Team momentan eher ungemütlich ausschaut, bleibt der Spieler mit der Nummer 20 zuversichtlich. «Wir haben das Potenzial, um den Ligaerhalt zu schaffen. Xamax ist ein grosser Traditionsverein, er gehört einfach in die Super League.»

«In den zweieinhalb Jahren habe ich acht verschiedene Trainer gehabt. In der Türkei ist das normal.»

Musa Araz

Freiburger Fussball-Profi

«Ich durfte mit Fussballern spielen, mit denen du normalerweise nur in Berührung kommst, wenn du auf einer Konsole ‹Fifa› zockst.»

Musa Araz

Freiburger Fussball-Profi

«Wenn wir am Samstagabend einen Match hatten, mussten wir am Freitagmorgen einrücken und konnten erst nach dem Spiel wieder heim.»

Musa Araz

Freiburger Fussball-Profi

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