Zum Gedenken 26.04.2014

+ Pater Hugo Huber SDV, Menzingen,

Am Montag, 7. April 2014, ist Pater Hugo Huber im Pflegeheim St. Franziskus in Menzingen im Alter von 94 Jahren friedlich eingeschlafen. Von 1960 bis 1989 wirkte er als Professor für Ethnologie an der Universität Freiburg.

Hugo Huber erblickte am 1. Oktober 1919 in Häggenschwil SG das Licht der Welt. Als jüngstes von sieben Kindern der Familie Johann Baptist und Katharina Huber-Müller wuchs er auf dem elterlichen Hof auf. Der frühe Tod seiner ältesten Schwester hat sich bei ihm tief eingeprägt. Die Themen von Tod und Auferstehung, von Diesseits und Jenseits, von Übergängen, von Zeit und Ewigkeit haben sein späteres Forschen geprägt. Seine Gymnasialzeit absolvierte er in Einsiedeln. Danach begann er in Freiburg das Theologiestudium. 1941 trat er ins Noviziat der Steyler Missionare in Steinhausen ein. Am 12. August 1945 wurde er in Häggenschwil zum Priester geweiht.

Ab 1945 widmete sich Pater Hugo unter Leitung seines Mitbruders Wilhelm Schmidt, dem Gründer des Anthropos-Institutes, den Studien der Ethnologie, zuerst in Freiburg, dann in London. 1950 doktorierte er mit der Dissertation «Tod und Fortleben im Glauben westafrikanischer Völker». 1951 brach er nach Ghana zu ebendiesen Völkern auf. Bis 1957 betrieb er dort Feldforschung und half in der Pastoral mit. Diese Zeit hat er in seinem wissenschaftlichen Hauptwerk «The Krobo: Traditional Social and Religious Life of a West African People» festgehalten.

1960 bis 1989 arbeitete er als Professor für Ethnologie an der Universität Freiburg, 1970 war er Dekan. 1973 bis 1977 amtete er als Präsident der neugegründeten Schweizerischen Afrika-Gesellschaft. Ab 1977 bis 1981 stand er der Schweizerischen Ethnologischen Gesellschaft vor. Während all dieser Jahre prägte Pater Hugo das Gemeinschaftsleben in seinem geliebten Froideville. Das SVD-Haus in Posieux war ein Treffpunkt für Studenten und Professoren. Schon fast legendär geworden ist die Abschiedsvorlesung von Hugo Huber zum Thema «Der Narr, die Zeit und der Tod».

Persönliche Freude fand Hugo in seinen pastoralen Tätigkeiten in Derendingen, Eiken, Stein, Grellingen, Wallbach, Hasliberg, Meiringen und bei den Schwestern von Grangeneuve und der Guglera.

2005 kam Pater Hugo in die Marienburg. Besuche empfangen, Bodenseerundfahrten, Ausflüge zum «Weissen Rössli», Spaziergänge im Park und immer wieder ein zünftiger Jass machten ihm grosse Freude. Nach einer Gesichtsrose, die seinen Lebensrhythmus durcheinanderbrachte, übersiedelte er im August 2013 nach Menzingen ZG. Dort erfreute er mit seinem Schalk die Schwestern und alle, die ihn in den letzten Monaten liebevoll begleiteten. Am 7. April ist er friedlich eingeschlafen, sicher in der Hoffnung, Antworten zu finden auf sein lebenslanges Suchen: sterben und auferstehen. Möge Gott ihn in Frieden ruhen lassen. Eing.