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Auch ohne Label energiebewusst

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Murten ist neu Mitglied des Vereins «Energiestadt», Lurtigen ist Kandidat

Eine Gemeinde, die das Label «Energiestadt» erlangt hat, darf sich mit Fug und Recht als vorbildlich auf energiepolitischem Gebiet bezeichnen. Vorgestern Mittwoch war Robert Horbaty vom Trägerverein Label «Energiestadt» beim Energie-Apéro der Murtner Firma Synetrum in Münchenwiler zu Gast, und er erklärte auch, was es zur Erlangung dieses Labels braucht.

Eine kandidierende Gemeinde setzt erst einmal eine Arbeitsgruppe ein, die in Zusammenarbeit mit dem Verein «Energiestadt» den Ist-Zustand in der Gemeinde aufnimmt. Die Gemeinde erstellt daraufhin ein Energieleitbild, in dem sie Zielsetzungen festlegt.

Die 50-Prozent-Hürde

Es folgt ein Massnahmenplan mit einer detaillierten Auflistung, was man zur Verbesserung der Energiebilanz in der Gemeinde alles tun kann. In Zusammenarbeit mit dem Trägerverein wird jede Massnahme taxiert, so dass eine angestrebte Gesamtpunktzahl zustande kommt. Wenn die Gemeinde nach Ablauf einer Frist 50 Prozent dieser Gesamtpunktzahl erreicht, so darf sie sich «Energiestadt» nennen.

Gemäss Robert Horbaty bringt dieses Label einer «Energiestadt» eine ganze Menge. Man hat einen Leistungsausweis, die Verwaltung und Behörden sind in energiepolitischen Fragen sensibilisiert und motiviert, und Energiekosten der Gemeinden können stark reduziert werden.
Doch auch gegen aussen habe das Label positive Auswirkungen. Als Standort werde man für zukunftsträchtige Technologien attraktiver, die Massnahmen zur effizienten Energienutzung lösen Investitionen aus, und man kann das Label auch auf Ortsschildern oder Briefpapier verwenden.
Derzeit gibt es in der Schweiz 37 Energiestädte. Obwohl die Westschweiz mit den Städten La Chaux-de-Fonds, Lausanne und Neuenburg die drei vorbildlichsten Energiestädte mit den höchsten Prozentzahlen stellt, sucht man auf der Freiburger Landkarte vergeblich nach einer Energiestadt. Robert Horbaty gegenüber den FN: «Der Kanton Freiburg ist tatsächlich etwas zurückhaltend.»

Murten erstes Deutschfreiburger Vollmitglied

Immerhin ist nun seit Beginn dieses Jahres Murten als erste Deutschfreiburger Gemeinde dem Verein «Energiestadt» als Vollmitglied beigetreten. Auch die Stadt Freiburg ist Mitglied, und das kleine Lurtigen ist immerhin als Kandidat beim Verein eingeschrieben. Weitere Freiburger Mitglieder oder Kandidaten sind Broc, Estavayer, Matran und Treyvaux.

Als Mitglied oder Kandidat profitiert man davon, dass ein Berater des Vereins jährlich einen Besuch bei der Gemeinde abstattet, dass man Einladungen zu Tagungen erhält, dass der Verein Informationen verschickt, und dass man so in ein Netzwerk für Erfahrungsaustausch eingebunden ist.
Diese Nutzen haben auch Murten bewogen, Mitglied zu werden, erklärt Stadtschreiber Urs Höchner. Die Initiative war von der Murtner Bauverwaltung ausgegangen. Gemäss Höchner suchte man einfach einen Partner für energiepolitische Fragen. Bereits hat diese Mitgliedschaft es mit sich gebracht, dass der vom Trägerverein mandatierte Urs Grossenbacher von der Firma Synetrum mit den Murtnern eine Bestandesaufnahme in Angriff genommen hat.
Dass Murten dereinst sich auch mit dem Label «Energiestadt» schmücken könnte, daran glaubt Höchner eher nicht. Das Label habe jedenfalls keine Priorität. «Bei uns ist eine bestimmte Infrastruktur gegeben, und wir haben auch nicht mehr viel Land, wo wir selber etwas realisieren könnten.» Auch denkt Höchner, dass das Label aus finanziellen Gründen nicht in Frage käme.

In Lurtigen gab Schulhaus
den Ausschlag

Auch in Lurtigen hegt man nicht die Absicht, vom Kandidaten dereinst zur zertifizierten Energiestadt aufzusteigen. «Bei uns könnte jederzeit die Heizung im Schulhaus aussteigen, und da entschieden wir uns im Gemeinderat, die ganze Energieversorgung im Schulhaus und Zivilschutzraum zu untersuchen», erklärt Ammann Fritz Herren den FN. Uns wurde empfohlen, dem Verein als Kandidat beizutreten, denn so erhalten wir vom Kanton Subventionen für diese Energiestudie.

Möglicherweise will Lurtigen beim Schulhaus eine Holzschnitzelheizung einbauen, und durch das Auseinandersetzen mit der Materie gebe es immer wieder Inspirationen, wo man sonst noch Energie sparen könnte, sagt Herren.
Dass aber auch eine kleine Gemeinde die Möglichkeit hat, das Label zu erreichen, illustrierte am Energie-Apéro die Gemeindepräsidentin der Fricktaler 800-Seelen-Gemeinde Wölflinswil. Sie zeigte auf, wie man im Grossen mit einer Dachsanierung beim Schulhaus oder im Kleinen mit einer automatischen Türschliessung beim Feuerwehrlokal einiges an Energie sparen kann.
Robert Horbaty meinte: «Eigentlich ist ja das Label nur eine Nebenerscheinung. Wir möchten jedoch, dass Energiepolitik für eine Gemeinde genauso selbstverständlich wird wie Finanzpolitik.»

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