Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Auf der Jagd nach Aufmerksamkeit

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Rund 500 Reiterinnen und Reiter werden am Wochenende zu den Pferdesporttagen in Plaffeien erwartet. Das traditionelle Pfingstturnier ist nicht nur für die Pferdesportfreunde des Sense-Oberlands ein Pflichtanlass, es zieht auch viele Teilnehmer aus dem restlichen Kanton und ennet der Kantonsgrenze an. Wie bei den meisten Concours, bei denen ausschliesslich Prüfungen der regionalen Stufe durchgeführt werden, sind auch in Plaffeien die allermeisten Teilnehmer mit ihrem eigenen Pferd am Start. Nur einige wenige reiten auf Pferden, die ihnen zur Verfügung gestellt werden – so wie Jonas Marty. Der 33-Jährige aus Grolley sattelt in Plaffeien fünf verschiedene Tiere, wobei keines ihm gehört. Er reitet im Auftrag von Züchtern und soll die Pferde optimal vorstellen, damit ihre Besitzer sie später möglichst gewinnbringend verkaufen können.

Als Ausbildner in einer Pferdezucht

Jonas Marty, in Bonnefontaine aufgewachsen und in St. Silvester zur Schule gegangen, war zehn Jahre alt, als er mit Reiten begann. Da seine Familie zu Hause selber jeweils zwei bis vier Pferde hielt, war sein sportlicher Weg gewissermassen vorgezeichnet. «Beim Reitklub Buecha nahm ich meine ersten Reitstunden, und es packte mich sofort. Wie jeder Junge hatte auch ich grosse Ziele, träumte von einer Karriere als Profireiter.» Als 14-Jähriger absolvierte Marty seine ersten Wettkämpfe, doch die sportliche Karriere musste vorerst warten. Die berufliche Ausbildung hatte Vorrang.

Während seines Psychologie-Studiums arbeitete Marty bei der berühmten Züchterfamilie Otto Bertschi in Orsonnens als Pferdeausbildner. Nicht nur den Menschen liegt das Reiten nicht in den Genen, auch die Pferde müssen dies über eine lange Zeitdauer erlernen. Die eigenen Erfahrungen als Reiter, das grosse, zu Hause erlernte Grundwissen über Pferde und die Begabung, auf die Eigenart eines jeden Tieres eingehen zu können, kommen Jonas Marty bei seiner Arbeit zugute. Über 50 verschiedene Pferde hat er seit 2006 ausgebildet und an Wettkämpfen geritten. Immer mit demselben Ziel: das Tier in möglichst hohen Kategorien möglichst optimal vorzustellen und für Käufer interessant zu machen.

«Zwischen Halbprofi und Halbamateur»

Eine innige Beziehung zu einem «eigenen» Pferd, so wie sie die meisten Reiter pflegen, die an diesen Tagen in Plaffeien starten, hat Jonas Marty keine. Er muss sich damit abfinden, dass die Stuten und Wallache, die er reitet, früher oder später den Besitzer wechseln und aus seiner Obhut verschwinden. «Wenn man die Geldmittel nicht hat, um sich ein eigenes Springpferd leisten zu können, hat man zwei Möglichkeiten: Entweder, man lässt das Reiten sein, oder man versucht, sich mit den Pferden verschiedener Händler einen Namen zu machen», sagt Marty. «Der Zugang zum Reiten ist heute dank den zahlreichen Reitvereinen zwar einfacher und erschwinglicher geworden. Um auf nationaler Ebene bei der Elite erfolgreich zu sein, braucht es aber nach wie vor viel Geld.»

Heute ist Jonas Marty «etwas zwischen Halbprofi und Halbamateur», wie er selber sagt. Den Traum vom Profispringreiter hat der 33-Jährige noch nicht aufgegeben, auch wenn er sich bewusst ist, dass es für ihn als inzwischen dreifachen Familienvater nicht einfacher wird. Um seinem Ziel etwas näher zu kommen, hat er im letzten Jahr seinen Job als Senior Psychologe bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB gekündigt und sich selbständig gemacht. «Die Concours beginnen häufig schon am Freitag, als Angestellter konnte ich da nicht einfach freinehmen.»

Dank seiner neu gewonnenen beruflichen Flexibilität kann Jonas Marty nicht nur öfters an Wettkämpfen teilnehmen, er profitiert auch bei der Trainingsgestaltung. Rund 20 Stunden investiert er pro Woche für seinen Sport. «Ich habe zwei Pferde zu Hause, mit denen ich jeden Tag mindestens eine Stunde ausreiten muss. Die anderen drei Pferde, die ich vorführe, werden mir einmal pro Woche von den Besitzern gebracht, damit ich auch mit ihnen trainieren kann.»

Start in der Königsdisziplin

Beim regionalen Concours in Plaffeien wird Jonas Marty alle fünf Pferde satteln. Eigentlich zieht der Freiburger nationale Wettkämpfe vor; sie erhalten mehr Beachtung und ziehen entsprechend mehr kaufinteressierte Pferdehändler an. Am Wochenende hätte Marty dank eines Pferdebesitzers, mit dem er aktuell zusammenarbeitet, am renommierten CSIO St. Gallen starten können. In der Ostschweiz hatte Marty mit dem Sieg in der Goodwill Trophy einen seiner grössten bisherigen Erfolge feiern können. «Ich habe mich aber für die Teilnahme an den Pferdesporttagen entschieden, weil der Reitklub Buecha für seinen Einsatz bei der Organisation des Concours all unsere Unterstützung verdient hat.»

Antreten wird Jonas Marty am Pfingstmontag auch in der «Königsdisziplin» 135 cm – mit der italienischen Stute Carlotta Della Caccia. «Mein Ziel ist es, mich im ersten Drittel der Rangliste zu platzieren. Den Sieg kann ich nicht anvisieren, weil ich Carlotta erst seit sechs Monaten reite. Wichtiger als ein Podestplatz ist es, das Pferd gut zu präsentieren.» Das gilt auch für die anderen vier Pferde, die Jonas Marty im Sense-Oberland vorstellt. Auch sie sollen dereinst einen Käufer finden.

«Um auf nationaler Ebene bei der Elite erfolgreich zu sein, braucht es nach wie vor viel Geld.»

Jonas Marty

Springreiter

Pferdesporttage Plaffeien

Der Zeitplan

Plaffeien. Pferdesportanlage. Freitag. 9.00 Uhr: Kat. R110, anschl. R115 (Zweiphasenspringen). 14.00: Kat. R110 (2. Serie), anschl. R115 (Zweiphasenspringen/2. Serie). 19.30: Six Barres.

Samstag. 8.00: B100 Stilprüfung, anschl. B100 Stilprüfung (2. Serie). 12.00: R100, anschl. R105 (Zweiphasenspringen). 16.30: R100 (Zweiphasenspringen), anschl. R105.

Sonntag. 7.00: B70/80, anschl. B75/85. 10.30: B75/85 (2. Serie), anschl. B75/85 (3. Serie). 14.00: R120, anschl. R125 (Zweiphasenspringen). 20.00: Equipenspringen.

Pfingstmontag. 8.00: R120 Swiss-R-Challenge, anschl. R125 Swiss-R-Challenge (Zweiphasenspringen). 12.30: Rahmenprogramm «Working Equitation» 14.00: R130 Swiss-R-Challenge, anschl. R135 Swiss-R-Challenge (mit Siegerrunde)

Pferdesporttage

«Six Barres» und Equipenspringen

Bei den Pferdesporttagen in Plaffeien dreht sich am Pfingstwochenende alles um den Reitsport. Vom Anfängerspringen bis zur höchsten regionalen Kategorie 135 cm ist für alle etwas dabei. Neben den üblichen Concours können die Zuschauer auch einige spezielle Wettkämpfe mitverfolgen. Zum einen findet ein spektakuläres Barrierespringen, genannt Six Barres, statt, bei dem der letzte Sprung nach jedem Durchgang höher gestellt wird. Das Equipenspringen in Zweierteams verspricht ebenso Spannung wie die Vorführung des Vereins Arbeitsreitweise Schweiz zum Thema «Working Equitation».ms

Mehr zum Thema