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Auf Du und Du mit Freiburger Politikern: 300 ZiG-Schüler rocken das Bundeshaus

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Gelächter hallt durch die Sitzreihen des Cars. Fröhliche Schüler in einer angeregten Diskussion. Ja, so eine Klassenfahrt ist etwas Schönes–für einmal darf der Schulalltag mit all seinen Hausaufgaben und dem ganzen Prüfungsstress warten. Noch spannender wird so ein Schulreisli, wenn auch das Reiseziel stimmt. Wo soll es denn hingehen? Ins Bundeshaus nach Bern? Klingt interessant. Zu Bundesrat Alain Berset? Perfekt!

 

Das denken sich auch die rund 300 Mittelschülerinnen und -schüler, die gestern Morgen in Freiburg den Car bestiegen haben, um im Rahmen des Projektes «ZiG–Zeitung im Gymnasium» auf «ihre» Freiburger Parlamentarier zu treffen. Die dreiviertelstündige Fahrt ins Palais fédéral, dem charakteristischen Kuppelbau im Herzen der Hauptstadt, vergeht dank Vorfreude in Windeseile. Erst vor dem Passieren der Sicherheitsschranken und unter dem Eindruck ansteigender Nervosität werden die Minuten dann doch etwas lang. «Hoffentlich können wir als Nächstes rein», meint eine Schülerin zu ihren Klassenkameradinnen. Wenige Augenblicke später schreitet die Schülergruppe durch die Drehtür und stellt sich dem Sicherheitscheck.

 

Auf der anderen Seite der Schranken warten auch schon die Gastgeber auf ihre Gäste. Freiburger Parlamentarier aus dem National- und Ständerat nehmen die nun immer zahlreicher ins Innere des geschichtsträchtigen Gebäudes strömenden Schüler in Empfang, stellen sich vor, schütteln Hände, nicken freundlich. Immer, wenn ein Grüppchen komplett ist, geht es auf die Führung durch die eindrücklichen Räumlichkeiten des Bundeshauses. Und die «Tourguides» wissen den Schülern so einiges zu erzählen. SP-Nationalrat Jean-François Steiert deutet für seine Gruppe den Symbolgehalt der Statuen und Bilder in der eindrücklichen Eingangshalle. Seine Rats- und Parteikollegin Valérie Piller Carrard erklärt den Schülern derweil im Nationalratssaal die während den Sessionen herrschende Sitzordnung und dass die Parlamentarier über Parteigrenzen hinweg gute Beziehungen pflegten. FDP-Nationalrat Jacques Bourgeois beteuert den Schülern, dass es während den Sessionen im weiten Rund des ein wenig an ein Theater erinnernden Saales schon sehr laut zu- und hergehen könne und der Nationalratspräsident öfter mal mit seiner Glocke um Ruhe bitten müsse. Ursula Schneider Schüttel, ebenfalls SP-Nationalrätin, huscht mit ihrer Gruppe im Hintergrund vorbei. Sie hat der Gruppe gerade das Gemälde «Die Wiege der Eidgenossenschaft» präsentiert. Jean-François Rime, SVP-Nationalrat, erklärt einer Gruppe Detailfragen zum politischen System der Schweiz, und Urs Schwaller, CVP-Ständerat, führt eine weitere Gruppe durch sein «Wohnzimmer», den Ständeratssaal. Dass es sich hier gut aushalten lässt, prüfen einige Schüler gleich selbst und nehmen Platz auf den einladenden Sesseln. Einmal im Leben wie ein Ständerat sitzen. «Gar nicht mal schlecht», lautet das Urteil eines Jugendlichen. Auf die Frage von CVP-Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach, wer sich vorstellen könne, einmal selbst als Parlamentarier zu amten, werden aber nur zögerlich Hände erhoben.

 

Er selber habe sich in diesem Alter noch kaum für Politik interessiert, gesteht der Mann, der nun im Nationalratssaal auf die Fragen der aufmerksam lauschenden Schüler antwortet. Es ist der Höhepunkt des Anlasses: Charismatisch und smart geht der Freiburger Bundesrat Alain Berset auf Schülerfragen ein, antwortet aus dem Stegreif–mal auf Deutsch, mal auf Französisch. Er erklärt Sachverhalte zu Themen aus Wirtschaft, Gesundheit und Aussenpolitik. Er spricht heikle Dinge an, macht aber auch Spässe. Ein echter Staatsmann eben. Und ein Sympathieträger, wie sich im Anschluss an den einstündigen Gedankenaustausch zeigt. Mehrere Schüler lassen es sich nicht nehmen, ihren Besuch beim Bundesrat auf einem Foto zu verewigen. Auch der Bundesrat verewigt den Besuch. Via Twitter verschickt er ein Bild des vollen Nationalratssaals und schreibt dazu: «Spannender Austausch mit Mittelschülerinnen und -schülern aus dem Kanton Freiburg bei ihrem Besuch im Bundeshaus.» Eine rundum gelungene Schulreise. Nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Gastgeber, die nun alle gemeinsam zum Imbiss in die Galerie des Alpes schreiten. So viel Politik macht schliesslich hungrig.

 

«Ich fand es toll, dass sich die Parlamentarier Zeit für uns genommen haben. Das ist nicht selbstverständlich.»

Aurélie Tattini

Schülerin (16) aus Murten

«Alain Berset war sehr sympathisch. Er formuliert aber nicht mehr so spitz, wie zu seiner Zeit als Parlamentarier.»

Ivan Ackermann

Schüler (19) aus Tafers

«Es war cool, dass sich die Schülerfragen nicht nur auf Politik, sondern auch auf die Person Alain Berset bezogen.»

Tatiana Charrière

Schülerin (17) aus Corpataux

 

Alain Berset: «Ich bin bewegt von diesem Treffen»

Mit einem tosenden Applaus haben sich die Schülerinnen und Schüler gestern bei Alain Berset für ihren Austausch mit ihm bedankt. Als sich der Nationalratssaal langsam leerte und die Jugendlichen zum Imbissbuffet schritten, schnappten sich die FN den Freiburger Bundesrat für ein kurzes Interview.

 

Alain Berset, welche Wirkung hatte der Besuch der 300 Freiburger Mittelschüler auf Sie?

Ich finde es beeindruckend, wenn der Nationalratssaal und die Tribüne voller Schüler sind, und bin bewegt von diesem Treffen. Die Schüler haben gut zugehört, und es war eine interessante und intensive Diskussion. Es freut mich, zu sehen, dass sie so viel Interesse haben an der Politik, denn sie werden bald abstimmen gehen oder können es bereits.

 

Wie gibt man sich als Bundesrat gegenüber Jugendlichen?

Ich habe kein besonderes Rezept. Ich bin einfach mich selber und spiele ihnen nichts vor. Das ist auch nicht nötig.

 

Was halten Sie vom Projekt «Zeitung im Gymnasium», an dem die Schülerinnen und Schüler zurzeit teilnehmen?

Ich finde dieses Projekt interessant. Wir leben in einem Land mit einer direkten Demokratie und erwarten von jeder Person, dass sie sich über die aktuellen Geschehnisse sowie über die Abstimmungsvorlagen informiert, sich dann eine Meinung bildet und entscheidet. Deshalb ist es unabdingbar, dass sich die Schüler informieren, zum Beispiel via Tageszeitung.

 

Warum ist es wichtig, dass Jugendliche die Zeitung wiederentdecken?

Damit sie wichtige Informationen erhalten und Zusammenhänge entdecken. Dass die Zeitungen auf Papier dabei eine zentrale Rolle spielen, ist klar. Aber die Jugendlichen konzentrieren sich nicht nur auf ein Medium. Der Strauss an verschiedenen Informationskanälen ist deshalb für sie eine Bereicherung. ak

 

Schüler fragen, Berset antwortet: Geheimtreffen und Jugendsünden

Eine interessante Mischung aus politischen und persönlichen Fragen hielten die Freiburger Mittelschüler gestern für den Freiburger Bundesrat Alain Berset bereit. Und sie forderten ihn mit einigen Fragen auch heraus. Die Frage nach seinen Jugendsünden etwa konnte er nicht auf Anhieb beantworten. «Das ist schwierig, es gibt so viele», sagte Berset und brachte die Schüler damit zum Lachen. Er erhielt Bedenkzeit bis zum Schluss der Diskussion und erklärte ihnen erst einmal, wie sein Tagesablauf aussieht. «Ich habe generell lange Tage.» Heute habe er um sieben Uhr begonnen mit dem Lesen der Zeitung und dem Beantworten der Mails, danach habe eine Sitzung mit seinem Team stattgefunden, eine Sitzung mit dem Bundesamt für Kultur, mehrere Gespräche mit Mitarbeitern – und nun sei er hier bei «Zeitung im Gymnasium». Am Nachmittag folge unter anderem die Vorbereitung auf die Bundesratssitzung vom Mittwoch. «Ein typischer Dienstag ist das. Aber morgen sieht der Tag schon wieder ganz anders aus. Jeder Tag ist unterschiedlich», erklärte Berset. Am Mittwochabend gehe er an die Eröffnung des «Salon du livre» in Genf und um 20 Uhr stehe noch ein Geheimtreffen an. «Ich verrate es nur euch, ich treffe die ehemalige Bundesrätin Micheline Calmy-Rey.» Was er bei diesem «freundschaftlichen Treffen» mit ihr besprechen will, behielt der 43-Jährige dann aber für sich.

«Nicht weit weg von uns»

Auch die Flüchtlingsdramen, die sich zurzeit auf dem Mittelmeer abspielen, beschäftigen die Schüler. Sie wollten vom SP-Politiker wissen, ob die Schweiz stärker intervenieren sollte, um solche Katastrophen zu verhindern. «Wir sind stark betroffen von diesen Dramen, weil dies alles nicht weit weg von uns geschieht», erklärte Berset und erinnerte daran, dass der Bundesrat Anfang März entschieden habe, über die kommenden drei Jahre verteilt 3000 Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen und die Hilfe vor Ort zu verstärken. «Es liegt Arbeit vor uns.»

Jeder dritte Arbeitsplatz

Auch auf die Beziehungen der Schweiz zur EU sprachen die Schüler ihn an. «Was denken Sie über den EU-Beitritt?», so die Frage an den Bundesrat. Dieser sei im Moment kein Thema, sagte Berset. Die Beziehungen der Schweiz zur Europäischen Union hingegen seien ein sehr wichtiger Punkt. Denn in der Schweiz sei man überall nahe der Grenze, das sei die schweizerische Realität. «Unser Wohlstand ist stark abhängig vom Handel mit dem Ausland, jeder dritte Arbeitsplatz hängt vom Handel mit der EU ab.» Die Mittelschüler befragten ihn auch nach seinen Vorbildern – und forderten ihn damit erneut heraus. «Ihr alle», sagte er nach kurzer Bedenkzeit. Denn er sei in seiner Jugend nie im Nationalratssaal gesessen und wäre auch nicht fähig gewesen, eine Frage auf Deutsch zu stellen. Berset ergänzte dann aber, dass er nie konkrete Vorbilder gehabt habe.

Nicht stehen bleiben

Wenn er etwas am politischen System der Schweiz ändern könnte, dann wäre dies eine stärkere Verbindlichkeit nach gewissen Entscheidungen, sagte der Magistrat. Das sei aber auch das Einzige, betonte er und lobte die grosse Integrationskraft des Systems, die in einem Land mit verschiedenen Kulturen zentral sei. «Die Schweiz muss sich bewegen, denn ohne Bewegung hat man keine Stabilität», beschrieb er seine «perfekte Schweiz».

Ganz zum Schluss fiel Alain Berset auf die Nachfrage von FN-Chefredaktor Christoph Nussbaumer dann doch noch eine Jugendsünde ein. Berset war, als er für gewisse Zeit in Hamburg in einer Wohnung im fünften Stock lebte, dort die Treppe mit dem Fahrrad hinuntergefahren – und fuhr das Fahrrad zu Schrott. Die Lacher der Schüler hatte er mit dieser Anekdote jedenfalls auf seiner Seite. ak

 

 

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