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Auf ein fatales Signal folgte die Wutrede

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Jeder Punkt ist wichtig. So lautet der übliche Diskurs von Exponenten jener Teams, die in den Strichkampf verwickelt sind. Und niemand weiss dies besser als die Freiburger, die letzte Saison die Playoffs um zwei Zähler verpasst haben. Dennoch entschied sich Christian Dubé gestern, für die Auswärtspartie in Davos Reto Berra – den zurzeit wohl besten Torhüter der Liga – zu schonen, und liess damit durchblicken, dass das für ihn wichtigere Spiel an diesem Wochenende, der Strichkampf gegen den SCB, heute im St.  Leonhard über die Bühne geht. Es war ganz offensichtlich ein fatales Signal in Richtung seiner Spieler, das der Trainer mit seinem Entschluss ausgesendet hatte. Nach gerade mal 5:30 Minuten, vier Gegentoren und einer Fangquote von 50  Prozent war der Arbeitstag von Ludovic Waeber vorerst einmal zu Ende, bevor er so richtig begonnen hatte. Der künftige ZSC-Goalie führte damit die Historie der kalt geduschten Freiburger Ersatzhüter in den Bündner Bergen nahtlos weiter. Man erinnere sich nur an Dennis Saikkonen oder Melvin Nyffeler, die bei ganz ähnlichen Spielverläufen gegen den HCD einst ebenfalls schon vorgeführt wurden. Hatte Berra das Spiel seiner Kollegen bis dahin zu Hause auf der Couch mitverfolgt, dürfte er spätestens zu diesem Zeitpunkt zu seiner Lieblingsserie auf Netflix umgestiegen sein.

«Keiner zeigt Eier»

«Der erste Schuss war haltbar, ansonsten tut mir Ludovic einfach nur leid», sagte ein angefressener Dubé nach Spielende. Er habe die ganze Woche darauf hingewiesen, wie wichtig die ersten fünf Minuten sein würden. «Und dann das. Ich habe die Schnauze voll. Wo ist der Stolz dieser Spieler? Keiner zeigt Eier. Wo sind die Leader? Es kann nicht sein, dass ein Junger wie Sandro Schmid vorangehen muss», echauffierte er sich. «Ich habe es wirklich satt, dass immer auf dem Trainer, dem GM oder dem Präsidenten rumgehackt wird. Es sind die Spieler, die auf dem Eis stehen, verdammt!»

«Hätte, hätte, Fahrradkette» lautet eine deutsche Redewendung, und es ist müssig, darüber zu sinnieren, ob die Partie mit Berra im Tor, der aufgrund des momentan wenig intensiven Spielkalenders zuletzt wahrlich nicht über Gebühr gefordert wurde, nach fünf Minuten entschieden gewesen wäre. Tatsache bleibt jedoch, dass die Rechnung Dubés nicht aufgegangen ist. Dass angesichts der vielen Absenzen ein überragender Rückhalt mehr als nur die halbe Miete ist, hatte der 3:1-Sieg gegen Lausanne gezeigt. Obwohl Waeber bei einigen Gegentreffern arg im Stich gelassen wurde, war er ein solches Bollwerk gestern nicht. Nach dem 0:4 kam für ihn der von Ajoie ausgeliehene Joel ­Aebi, aber auch dieser musste sich noch im Startdrittel einmal geschlagen geben. Im zweiten Abschnitt stand dann wieder Waeber zwischen den Pfosten.

Natürlich schalteten die Bündner ein, zwei Gänge zurück, trotzdem war das Bemühen der Freiburger ersichtlich, sich immerhin noch halbwegs anständig aus der Affäre zu ziehen. Adrien Lauper mit seinem ersten Saisontreffer und Killian Mottet verkürzten zwar noch vor dem letzten Drittel auf 2:5, und hätte Ryan Gunderson statt zweimal Metall das Tor getroffen, wäre vielleicht gar noch mehr möglich gewesen. So aber war die Hypothek des Fehlstarts zu gross. Mit dem 6:2 (42.) war dann das Unmögliche definitiv unmöglich geworden, das 7:2 liess schliesslich die Absicht, Waebers Psyche mit der Wiedereinwechslung wieder ein My aufzubauen, scheitern.

Heute kehrt Viktor Stalberg nach seinen zwei Spielsperren zurück und mit ihm Berra. Das allein wird im kapitalen Strichduell gegen die Berner nicht reichen. Die Dringlichkeit ist gross, und es ist zu hoffen, dass der Wille zur Wiedergutmachung zusätzliche Kräfte freisetzen wird. Andernfalls droht der Rückstand auf den Strich auf mehr als fünf Punkte anzuwachsen. Es wäre eine Zäsur, die nur noch schwer wettzumachen wäre. In einer Phase, in der jeder Punkt zählt.

telegramm

Davos – Gottéron 7:2 (5:0, 0:2, 2:0)

Eisstadion. Zuschauer. SR: Stricker/Borga (Kovacs/Betschart). Tore: 1. (0:31) Du Bois (Ambühl, Corvi) 1:0. 2. Corvi (Lindgren, Tedenby/Ausschluss Schmutz) 2:0. 4.  M.  Wieser (Lindgren, Hischier) 3:0. 6.  Hischier (Egli, M. Aeschlimann) 4:0. 15.  M.  Wieser (Hischier) 5:0. 25. Lauper (Marchon) 5:1. 39. Mottet (Boychuk, Brodin/Ausschluss Jung) 5:2. 42. Baumgartner (Tedenby) 6:2. 49. Ambühl (Corvi) 7:2. Strafen: 3-mal 2 Min. plus einmal 10 Min. (Guerra) gegen Davos, 5-mal 2 Min. gegen Gottéron.

HC Davos: S. Aeschlimann; Jung, Du Bois; Guerra, Nygren; Stoop, Kienzle; Buchli, Frehner; Tedenby, Baumgartner, Palushaj; Hischier, Lindgren, M. Wieser; Ambühl, Corvi, Herzog; Egli, M. Aeschlimann, Kessler.

Freiburg-Gottéron: Waeber (6. Aebi, 21.  Waeber); Chavaillaz, Gunderson; Stalder, Kamerzin, Marti, Abplanalp; Schmid, Bykow, Brodin; Mottet, Boychuk, Sprunger; Marchon, Schmutz, Lhotak; Hasler, Gähler, Lauper.

Bemerkungen: Davos ohne D. Wieser, Paschoud und Bader (alle verletzt), Meyer (überzählig) und Rantakari (überzähliger Ausländer), Gottéron ohne Furrer, Walser, Forrer, Rossi, Desharnais (alle verletzt), Berra (geschont), Vauclair (aus privaten Gründen) und Stalberg (gesperrt), Aebi (B-Lizenz Ajoie) Ersatzhüter. – Pfostenschüsse: Lauper (5.), Kessler (5.), Baumgartner (20.), Gunderson (25., 36.).

Die FN-Besten: Hischier, Lauper.

Der heutige Gegner

Fakten zum SC Bern

• Auswärts haben die Berner zuletzt dreimal in Folge verloren.

• Der finnische Goalie Tomi Karhunen hat mit 93.7 Prozent eine überragende Abwehrquote.

• Tristan Scherwey hat mit Minus-13 die schlechteste Plus-Minus-Bilanz im Team.

• In Sachen Saisonduelle zwischen Bern und Freiburg steht es 2:2. Beiden Teams gelang je ein Heim- und ein Auswärtssieg.

 

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