Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Aufgeregter Blick durch die Linse

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Sie fallen an den Flugshows der Welt immer auf. So auch an der Air14: Auf einer Länge von Hunderten von Metern stehen sie entlang der Piste des Flugplatzes Payerne dicht aneinander, besonders eng auf zwei sogenannten Spotterhügeln am Anfang und am Ende der Flugbahn. Die Planespotter – die meisten sind Männer – tragen teure Fotoapparate und haben beeindruckende Objektive aufgepflanzt.

Planespotter sind überall dort zu finden, wo Flugzeuge und Piloten sich treffen, wo die Gelegenheit besteht, seltenes Fluggerät aus der Nähe zu sehen und zu knipsen. Für Spotter ist die augenblicklich laufende Air14 ein Paradies, insbesondere am Freitag, wenn zwar der ganze Flugbetrieb läuft, aber ihnen nicht Zehntausende von «normalen» Schaulustigen den besten Platz zum Fotografieren abspenstig machen.

Maschine oder Nummer?

Der Berner Benjamin Matti unterscheidet: Er selbst sei ein leidenschaftlicher Fotograf, ihm gehe es um ein perfektes Bild von möglichst vielen und aussergewöhnlichen Flugzeugen. Er achte auf den passenden Hintergrund, das Licht, wichtig sei ihm die Qualität der Aufnahme. Andreas Weber aus dem luzernischen Emmenbrücke bestätigt: «Für viele hier ist das wie Briefmarkensammeln.» Die Jagd auf möglichst seltene Bilder. Deshalb gehen viele auch ins entfernte Ausland und können dort Flugzeuge knipsen, die sie in hiesigen Breitengraden nicht sehen. Es gebe aber auch jene, die einzig und allein Jagd auf die Registernummern der Flugzeuge machten, so Matti.

Bei wieder anderen schlägt das Herz für die Flugzeuge selbst, namentlich für die älteren Maschinen–so wie dem Süddeutschen Norbert Hafen. «Ich liebe den Sound», sagt er, der mit seinen Freunden in der Region campiert und gewissermassen Airshow-Ferien macht. Besonders gefreut habe er sich auf die Mig-29 aus der früheren Sowjetunion.

Ihn fasziniere die «Technik, die Formen, vor allem diejenigen der alten Flugzeuge. Der Sound, die Kolbenmotoren», schwärmt Marcel Szabo aus Gossau/SG und räumt ein: «Ich kann mir vorstellen, dass ältere Generationen dieses Geräusch nicht gerne hören. Wir leben zum Glück in einer anderen Zeit.» Deshalb sei auch er mit seinen Freunden nach Payerne gekommen. «Andere gehen an ein Openair, wir sind hier.» Richtig poetisch wird Szabos Kollege Kurt Spitzli: «Kerosin ist unser Parfüm, und der Sound ist unser Rock’n’Roll.»

Keine Hardcore-Spotter

Auch der Franzose Sébastien Sauvignet hat das Objektiv aufgeschraubt und richtet es während des Gesprächs immer wieder auf die Startpiste. Die paar Hundert Kilometer nach Payerne, die seien ein Klacks, er habe schon längere Reisen gemacht. Dieses Jahr sei er an seiner sechsten Flugschau. Oder ist es seine siebte? Er ist sich nicht sicher. Die Flugzeuge erkennt er fast am Geräusch. «Es ist faszinierend, das Kerosin in der Nase zu haben, das Geräusch der Motoren zu hören und die Vibrationen zu spüren, das ist eine wahre Leidenschaft.» Ferien? Nein, das sei harte Arbeit für seine Leidenschaft, sagt er. «Ferien sind das nicht, Ferien wären herumliegen, die Beine hochlegen.»

Spitzli zählt seine Reisen auf: In Las Vegas sei er gewesen, in Pensacola, England. Der Traum für einen richtigen Fan wie ihn sei die Schau in San Francisco. «Da fliegen sie unter der Golden-Gate-Brücke durch.» Die Air14 selbst sei ein Highlight in seiner Spotterkarriere. Denn: «Ich glaube nicht, dass wir in der Schweiz in Zukunft etwas in dieser Grösse noch einmal sehen und erleben werden. Für einen Fan ist das hier die letzte Gelegenheit.»

 Manchmal wie Fischen

Alle befragten Spotter sind sich einig, dass die Air14 ihnen ermöglicht, möglichst nahe an den Flugzeugen zu sein. Allerdings: Laut Benjamin Matti sind militärische Übungen noch viel ergiebiger. So sei er kürzlich nach Wales gereist, in ein bekanntes Tieffluggebiet der Royal Air Force. Quasi im Blindflug, wie er betont, denn: «Es kann sein, dass man tagelang auf einem Hügel sitzt und Schafe zählt, und es passiert nichts. Dann plötzlich kommt einer angebraust, dann muss man bereit sein.» Das mache das Hobby spannend und sei vergleichbar mit dem Fischen.

Teure Ausrüstungen

Ausrüstung ist das A und O. Leistungsstark muss sie sein und teuer. «Sonst hast du keine Chance», weiss Benjamin Matti. «Da gibt es ganz Extreme», zeigt sich Norbert Hafen erstaunt, wenn er sich umschaut. Spotter sind auch erfinderisch. Ihnen sind Beziehungen, die den Zugang zu den Pisten der Welt ermöglichen, wichtig. Besonders begehrt sind zum Beispiel Presseaufträge für Fanmagazine. «Für den Normalsterblichen ist der Zugang schwieriger», weiss Matti. Die meisten Spotter sind auch bereit, längere Wege unter die Füsse zu nehmen, um ihrem Hobby frönen zu können.

Überhaupt fällt in den Gesprächen mit Spottern auf, dass sie sich selbst als Fans bezeichnen, echt «hardcore» aber jeweils die anderen sind. Im weiteren Verlauf zeigt es sich dann oft, dass der Befragte während vieler Jahre mehrmals pro Jahr bis ins weitere Ausland reist, um seinem Hobby frönen zu können.

«Kerosin ist unser Parfüm, und der Sound ist unser Rock’n’Roll.»

Kurt Spitzli

Spotter aus Gossau/SG

Planespotter: Beliebt, treu und lukrativ

F ür die Luftwaffe sind die Spotter ständige und gern gesehene Gäste, sagt Sprecher Laurent Savary auf Anfrage. Viele kämen von weither nach Payerne und zu den anderen Flugplätzen für ihr Hobby. Die meisten halten sich an die Vorgaben und stören nicht. Denn echte Fans wüssten, was erlaubt sei und was gefährlich werden könnte. Sie drohten auch den exklusiven Zugang zu verlieren, wenn sie sich nicht korrekt verhalten. Savary hat Verständnis für das Interesse der Spotter an Payerne. «Nirgends sonst können sie im Normalbetrieb bis zu 20 Meter an die Flugzeuge ran», weiss Savary. Deshalb reiche die Luftwaffe auch Hand für spezielle Fototermine. An der Air14 wurde zuerst ein Spotterhügel vorgesehen, dann wurde ein zweiter eingerichtet. 400 Spotter-Spezialkarten wurden verkauft, und zwar doppelt so teuer wie die normalen Billette. Sie gelangten im Januar in den Verkauf und waren schon im April ausverkauft. fca

Mehr zum Thema