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Ausbildung in der Obhut der Polizei

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Eugène François Vidocq war ein französischer Kleinkrimineller und Betrüger, der aber einen Wandel zum Begründer und ersten Direktor der nationalen Kriminalpolizei durchmachte. Er wird von Historikern heute als Vater der modernen Kriminalistik und der französischen Polizei betrachtet.

Nach ihm ist das Personalrestaurant Le Vidocq der Kantonspolizei in Granges-Paccot benannt. Und in den Augen von Sicherheits- und Polizeidirektor Maurice Ropraz (FDP) kommt dem Namen Vidocq nun eine neue Symbolik zu. War der französische Namensgeber Anfang des 19. Jahrhunderts ein Beispiel für eine gelungene Integrationsgeschichte, so steht Le Vidocq nun ebenfalls für ein Integrationsprojekt.

Ein Ausbildungszentrum

Seit Mitte August betreibt nämlich die ORS Service AG, die in Freiburg für die Aufnahme und die Integration von Personen aus dem Asylbereich zuständig ist, das Personalrestaurant. Die Besonderheit daran ist: Unter der Leitung des in Freiburg bekannten Gastronomen Serkan Varli und der Cheffe de rang Natascha Gross machen derzeit vier 20- bis 27-jährige Asylsuchende aus Somalia und Afghanistan eine Lehre in der Küche oder im Service. Eine fünfte Lehrstelle ist noch nicht besetzt. Die ORS Service AG hat bereits Erfahrung mit dem Partyservice La Salamandre, ebenfalls ein Integrationsprogramm für Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich. Mit dem Restaurant im Polizeigebäude soll nun ein regelrechtes Ausbildungszentrum entstehen.

Wie Philippe Allain, Kommandant der Freiburger Kantonspolizei, gestern an einer Medienkonferenz sagte, ist diesen Sommer nach drei Jahren der Vertrag mit dem bisherigen Leistungsanbieter ausgelaufen. Dieser wollte das Restaurant nicht mehr weiter betreiben, weil es ihm an Umsatz mangelte. Gemäss Allain werden pro Tag 75 bis 80 Menüs und 160 Kaffees serviert.

Als es um die Nachfolge ging, habe man bei der Polizei eine Umfrage gemacht, und da seien zwei Wünsche herausgestochen: ein Anbieter aus dem Sozialbereich und möglichst lokale Produkte.

Mit dieser Vorgabe trat die Sozial- und Gesundheitsdirektion an ORS Service, die knapp drei Monate Zeit hatte, ein Konzept zu erarbeiten. Aus einer Machbarkeitsstudie gingen zwei Ziele hervor: Qualität und Ausbildung. «Wir wollten vom Cafeteria-Stil wegkommen und selber Menüs machen», so Claude Gumy, Betriebsleiter von ORS Freiburg. Und es sollte möglichst einladend sein.

So wurde etwas umgebaut, eine Bar eingerichtet, eine grosse Kaffeemaschine und mehrere kleine auf den Etagen verteilt.

Offenbar mit Erfolg. Philippe Allain sagt: «Die Polizei isst gut und ist stolz, etwas zur Ausbildung beitragen zu können.» Das Personalrestaurant ist fünf Tage die Woche in Betrieb und steht auch Personal von staatsnahen Betrieben im Gebiet Englisberg offen.

Die Polizei und ORS arbeiten seit 2012 in diversen Bereichen zusammen. Staatsrat Maurice Ropraz erinnert etwa an die als Schüler-Patrouilleure eingesetzten Flüchtlinge: «Die Polizei sieht sich als Akteur im Bereich Integration. Sie hat vor fünf Jahren ein Programm ‹Prävention durch Integration› geschaffen. So kann die Polizei auch Vertrauen bei Personen aus dem Asylbereich schaffen.»

«All diese Argumente haben meine Direktion dazu bewogen, das Projekt zu unterstützen», sagte Gesundheits- und Sozialdirektorin Anne-Claude Demierre (SP): «Vielleicht ist es sogar eine Weltpremiere.»

Zahlen und Fakten

Derzeit rund 4000 Personen

Per Ende September zählt der Kanton Freiburg rund 4000 Personen im Bereich Asyl und Flüchtlinge: 239 Asylsuchende, 1307 vorläufig Aufgenommene ohne Flüchtlingsausweis, 1826 anerkannte Flüchtlinge, 429 vorläufig aufgenommene mit Flüchtlingsausweis und 167 Abgewiesene. Bei vorläufig Aufgenommenen und Flüchtlingen mit dauerhaftem Status wird die Integration gefördert, etwa durch Ausbildung und Arbeit.

uh

 

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