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Austicken, um ein Zeichen zu setzen

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Dank des 4:3-Sieges in der Overtime vom Donnerstagabend in der Resega konnte Gottéron in der Playoff-Viertelfinal-Serie (best of 7) gegen den HC Lugano auf 1:2 verkürzen. Dem für die Freiburger eminent wichtigen Erfolg lag eine geschlossene Mannschaftsleistung zugrunde, aus der Siegestorschütze Killian Mottet sowie Goalie Barry Brust, der ab dem missratenen Startdrittel überragend gehalten hatte, herausstachen.

«Wir lagen in der Serie 0:2 sowie in der Partie 1:3 zurück, und uns fehlte das Momentum. Ich dachte, dass es der richtige Moment ist, um zu reagieren.»

Tristan Vauclair

Gottéron-Stürmer

 

Die wohl aber wegweisende Szene ereignete sich in der 20.  Spielminute, als Tristan Vauclair, der zuvor den zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer geschossen hatte, Luganos Sebastien Reuille mit einer Tracht Prügel überzog. «Wir lagen in der Serie 0:2 sowie in der Partie 1:3 zurück, und uns fehlte das Momentum. Ich dachte, dass es der richtige Moment ist, um zu reagieren», sagt Vauclair am Tag danach. Dass es ausgerechnet Reuille getroffen hatte, sei kein Zufall gewesen, erklärt der Jurassier. «In Spiel zwei hat er mir zwei, drei hinterhältige Stockschläge verpasst. Als wir dann beide in die Ecke fuhren, haben sich die Gemüter erhitzt. Und wenn es mal losgeht, dann geht es eben los.»

Dank an das Team

Der Poker Vauclairs – der mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe frühzeitig unter die Dusche musste – ging auf. Gottéron hätte in der fünfminütigen Unterzahl genau so gut das wohl vorentscheidende 4:1 kassieren können, doch die Gäste überstanden die Strafe ohne weiteres Gegentor und schöpften daraus neue Energie. «Das war der Schlüsselmoment dieser Partie», sagt Gottéron-Trainer Mark French. «Dank des Penaltykilling konnten wir das Momentum auf unsere Seite ziehen.» Vauclairs Dank gilt deshalb seinen Teamkollegen: «So war es nicht sinnlos, was ich getan habe. Hätten wir wegen dieser Strafe verloren, wäre das schwer zu schlucken gewesen.» So aber sei sich das Team der Lage definitiv bewusst geworden und habe die passende Antwort auf den dritten Fehlstart im dritten Spiel gefunden. «Uns fehlte es bis zu diesem Zeitpunkt an der Bissigkeit», führt der 33-jährige Flügelstürmer als Erklärung an, eine Erkenntnis die zu überraschen vermag, sind doch Playoffs.

Dass es ausgerechnet Vau­clair gewesen ist, der für die dringend benötigten Emotionen im Spiel Gottérons besorgt war, entbehrt nicht einer gewissen Logik. «Spieler wie Bykow oder Sprunger kommt in der Offensive eine kapitale Rolle zu, sie müssen sich auf Dinge wie das Powerplay konzentrieren. Ich hingegen kann schon mal eine Schlägerei anzetteln.» Schon in den Playouts vom letzten Jahr gegen Ambri hatte Vauclair gezeigt, dass er einer für die entscheidenden Spiele ist und Präsenz markieren kann, wenn es darauf ankommt. «In der Qualifikation habe ich eine defensivere Rolle und kann es mir nicht erlauben, auszuflippen. Im Playoff ist etwas mehr Platz für kleine Verrücktheiten.» Dank der Erfahrung spüre er, wann der richtige Zeitpunkt ist, auch mal ein Zeichen zu setzen. «Logisch, in einer engen Serie darf man keine dummen Strafen nehmen. Wenn aber so wie am Donnerstag die Frustration sehr gross ist, weil es nicht so läuft wie gewünscht, können solche Austicker etwas in Bewegung bringen», sagt Vau­clair.

Demütig bleiben

Für Freiburg waren Vauclairs Fäuste gegen Reuille in der Retroperspektive überlebenswichtig. «Wir müssen ehrlich sein, hätten wir verloren, wäre es sehr, sehr schwierig geworden, um nochmals in die Serie zurückzukommen. Es ging für uns um Leben oder Tod.» Nach dem Spiel sei die Mannschaft natürlich kurz euphorisiert gewesen, sagt Vauclair, «aber wir müssen demütig bleiben. Es war nur ein Sieg, und noch immer liegt Lugano in der Serie vorne. Nur wenn wir am Samstag zu Hause gewinnen, behält der Overtime-Sieg den Wert. Steht es 2:2, üben wir maximalen Druck auf die Tessiner für Spiel fünf aus.»

Das sagt Gottéron-Trainer Mark French über Maxime Lappiere.

Obwohl sein Bruder und Lugano-Verteidiger Julien Vauclair aktuell verletzt ist, blieben die Bianconeri ein spezieller Gegner für ihn, so Tristan Vauclair. «Ich habe fünf Jahre im Tessin gespielt und kenne noch viele Leute, so zum Beispiel die Präsidentin Vicky Mantegazza, die eine gute Freundin von mir ist. Mein Respekt ist gross, und ich würde deshalb Geschehnisse wie am Donnerstag lieber verhindern», sagt Vauclair, der auf dem vorzeitigen Weg in die Kabine das Publikum mit Gesten provozierte. «Aber so ist der Sport. Ich habe jetzt einen Drachen auf dem Shirt und mache deshalb, was ich kann, um der Mannschaft zum Sieg zu verhelfen.»

Ob er heute Samstag im vierten Aufeinandertreffen Revancheaktionen vonseiten Luganos zu befürchten habe, könne er nicht beurteilen. «Ganz grundsätzlich dürfen wir uns aber nicht auf Scharmützel einlassen und müssen uns auf das konzentrieren, was wir gut machen. Wir frustrieren Lugano am besten, indem wir keine Chancen zulassen.»

Vorschau

Gottéron wohl mit dem gleichen Team in Spiel vier

Nach dem Overtime-Sieg in Lugano kam Gottéron am Freitagmorgen erst gegen 4  Uhr in Freiburg an. Das gestrige Eistraining war deshalb freiwillig. Neben den Goalies Joel Aebi und Ludovic Waeber machten denn auch nur noch die am Donnerstag überzähligen Nelson Chiquet und Jonas Holos, der rekonvaleszente Marc Abplanap sowie Kevin Kühni, Michal Birner und Tristan Vauclair davon Gebrauch. «Wichtig ist jetzt die Regeneration», sagt Trainer Mark French. Kurz in der Halle vorbei kamen gleichwohl alle Spieler, nicht zuletzt, um zu sehen, wie es bezüglich Verletzungen aussieht.

Ausverkauftes St. Leonhard

Stand gestern sah es so aus, als ob der Kanadier für das vierte Playoff-Viertelfinal-Spiel von heute Samstag (20.15 Uhr) im ausverkauften St. Leonhard auf dasselbe Team vertrauen wird wie am Donnerstag. Damit also auch wieder auf Jim Slater. Der Amerikaner hat in Lugano sein Comeback gegeben, nachdem er aufgrund einer Schulterblessur die zwei ersten Partien hatte passen müssen. Die Verletzung handicapiert ihn zwar nach wie vor beim Schiessen, die Präsenz des Teamleaders ist aber unverzichtbar, wie sich im Tessin gezeigt hat.

Die Rückkehr von Verteidiger Marc Abplanalp ist zudem für heute nicht ausgeschlossen. Erst bei einer allfälligen Halbfinal-Qualifikation wieder ins Geschehen eingreifen kann derweil Yannick Rathgeb nach seinem Schlüsselbeinbruch.

Mit einem Freiburger Sieg heute wäre die Serie gegen Lugano wieder völlig offen und damit auch ein Weiterkommen Gottérons. Der Weg dorthin ist aber noch lange. Seit der Einführung der Best-of-7-Serie in den Playoffs im Jahr 1993 gelang es erst sieben Teams, einen 0:2 Rückstand noch zu kehren.

fs

 

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