Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Baden in Flüssen und Seen: Sommerliche Erfrischung oder tödliche Falle?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marjolein Bieri

Der Sommer zeigt sich von seiner schönsten Seite. Auch für die nächsten Tage prognostizieren die Meteorologen hitziges Wetter. Als willkommene Abkühlung bietet Freiburg mit seinen acht Seen und fünf Flüssen eine Fülle von Badeplätzen mitten in der Natur. Doch die Gefahren dabei werden oft stark unterschätzt.

«Grosse Dunkelziffer von Unfällen»

Wer sich abseits von professioneller Beaufsichtigung in einem Schwimmbad ins nasse Element stürzt, geht Risiken ein. Letztes Jahr ereigneten sich in Freiburg drei Badeunfälle, die tödlich oder mit schweren Verletzungen endeten. «In den letzten 15 Jahren gab es im Kanton 15 Todesfälle und 14 Fälle von schweren Verletzungen», erklärt Hans Maradan, Sprecher der Freiburger Kantonspolizei. «Man muss aber auch bedenken, dass dies bloss die Zahlen der Fälle sind, in welchen die Polizei alarmiert wurde. Die Dunkelziffer von leichten bis schweren Badeverletzungen ist in markant höheren Sphären zu vermuten.» Gesamtschweizerisch erreigneten sich gemäss der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) im Jahr 2009 um die 40 Ertrinkungsfälle, 70 Prozent davon in Seen und Flüssen. Nur bis im Juni dieses Jahres mussten schon zwölf weitere Todesopfer beklagt werden.

Strudel, Verengungen und trübe Stellen

Scheinbar harmlose Gewässer können ein grosses Unfallpotenzial bergen: Bei Verengungen in Flüssen wird das Wasser meist unvermittelt tiefer, was dazu führt, dass die Strömung zunimmt und man mitgerissen werden kann. Auch Schwellen sind sehr gefährlich. Nämlich dann, wenn sie Wasserwalzen erzeugen. Dadurch entsteht eine unglaubliche Naturkraft, die selbst einen erfahrenen Schwimmer in die Tiefe reisst, aus der er sich aus eigener Kraft kaum mehr zu retten vermag. In Seen und anderen stehenden Gewässern stellt sich oft das Problem, dass die Wassertiefe bei trüben und unbekannten Stellen nicht abschätzbar ist.

Überlebenstricks der SLRG

Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft rät daher, niemals alleine ins Wasser zu gehen (siehe auch Kasten). So kann man sich im Notfall gegenseitig retten oder rechtzeitig Hilfe holen. Bei Wirbeln und Schwellen in Flüssen nützt der verzweifelte Versuch an die Wasseroberfläche zu gelangen meist nichts, hält die SLRG fest. Denn aufgrund des enorm grossen Soges droht der Erschöpfungstod. «Viel grösser ist die Überlebenschance, wenn man sich auf den Grund sinken lässt, um sich dann mit aller Wucht nach oben abzustossen und so seitlich flussabwärts aus dem Strudel zu gelangen versucht», rät die SLRG.

Beim Versuch, einen «Chöpfler» zu machen, muss man stets die Tiefe des Wassers überprüfen und ein Nichtschwimmer soll sich nie zu stark auf die trügerische Sicherheit von Luftmatratzen und Co. verlassen.

Alkohol und Baden – tödliche Kombination

Nebst den äusseren Gefahrenelementen der Gewässer kann einem auch der eigene Körper einen Strich durch die Rechnung machen: «Wer mit vollem Magen oder überhitztem Körper ins Wasser springt, riskiert einen Kreislaufkollaps», so Beat Lehmann, Chefarzt der Notfallstation des Kantonsspitals Freiburg. Denn der Verdauungsprozess führt zur vermehrten Durchblutung des Magendarmtraktes. Die Blutarmut im Rest des Körpers löst bei Kontakt mit dem kühlen Wasser eine Schockreaktion aus.

Eindringlich warnt Lehmann auch vor dem Schwimmen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum: «Alkohol führt dazu, dass man sich selbst überschätzt, seine Grenzen verkennt und den Respekt vor der Gewalt der Natur verliert. So kann es schnell zu fatalen Unfällen kommen.»

Zweithäufigste Todesursache bei Kindern

Kinder lieben es, im Wasser zu planschen. Hier gilt besondere Vorsicht, wie der Fachmann ausführt. «Die zweithäufigste Unfalltodesursache bei Kleinkindern zwischen ein bis drei Jahren ist das Ertrinken.» Das Problem sei, so Beat Lehmann, dass bei Kindern schon ein Planschbecken, ein Brunnen oder eine Pfütze ausreicht, dass Schlimmes passieren kann. «Hier hilft einzig und allein die Umzäunung der Gewässer rund ums Haus sowie die ständige Aufsicht, sobald es Wasserstellen in der Nähe hat.»

Trotzdem spricht nichts dagegen, auch mit Kindern den Spass im Wasser zu geniessen. Wenn man seinen Verstand benützt, die Regeln beachtet, Gefahren erkennt und seine eigenen Grenzen akzeptiert, steht dem Sommerspass im Wasser nichts mehr im Wege. Denn was gibt es bei dieser Hitze Schöneres als die Flucht ins kühle Nass?

Mehr zum Thema