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Barracudas letzte Mission

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Ausländische Spieler kommen und gehen. Oft ohne grosse Spuren zu hinterlassen. Doch es gibt Ausnahmen: Dazu gehört Greg Mauldin. Der US-Amerikaner ist einer der dienstältesten Ausländer der Liga. Heute in Ambri absolviert der 34-jährige Stürmer das 230. NLA-Spiel für Gottéron. Gewinnen die Freiburger, ist es sein letztes. «Natürlich habe ich darüber nachgedacht. Aber das ist eben Eishockey, das ist das Leben. Ich habe in meinem Leben früh gemerkt, dass Dinge und Leute kommen und gehen», sagt Mauldin, der zu Beginn des Gesprächs noch so tut, als sei noch offen, ob er in Freiburg bleibt. Irgendwann wird es ihm jedoch zu blöd, und er kaschiert nicht mehr, was ohnehin seit Monaten ein offenes Geheimnis ist. Sein Vertrag bei Gottéron wird nicht verlängert. Sein Einfluss auf das Spiel ist für einen Ausländer nicht gross genug. Hinzu kommt, dass Sportchef Christian Dubé, mit dem er selbst drei Jahre zusammenspielte, ohnehin nie besonders viel von Greg Mauldin als Spieler hielt.

«Unglaubliches» erstes Jahr

Und so schliesst sich heute vielleicht ein Kapitel, das länger war, als man 2012 angenommen hätte. Damals stiess Mauldin erst im Sommer zu Gottéron; die Idee war, dass er als fünfter Ausländer das Team ergänzt. Auf der Tribüne sass er in seinen fünf Jahren in Freiburg aber selten. Besonders sein erster Trainer Hans Kossmann hielt sehr viel von dem loyalen Stürmer mit der vorbildlichen Arbeitseinstellung. Deshalb erhielt Mauldin von seinen Mitspielern eine Zeit lang den Spitznamen «Son», weil ihn Kossmann wie seinen eigenen Sohn behandle.

Wenig verwunderlich, dass seine schönste Erinnerung in die Zeit unter Kossmann fällt. «Das Team, das wir in meinem ersten Jahr hier hatten, war schlicht unglaublich.» Es war das Team, das 2013 bis in den Playoff-Final vorstiess. Vor seinem Wechsel nach Freiburg spielte Mauldin in der AHL bei den Lake Erie Monsters. Die Stimmung dort sei toll gewesen; er habe gedacht, so etwas werde er wohl nicht mehr erleben. «Und dann kam ich nach Freiburg, und es machte vom ersten Tag an «bang»! Das war die beste Gruppe, die beste Chemie in einem Team, die man sich nur vorstellen kann.» Mauldins Augen funkeln nun. «Es waren so viele tolle Charaktere in dieser Mannschaft. Und es hat unglaublich Spass gemacht, ein Teil davon zu sein.» Mauldin redet plötzlich ohne Punkt und Komma, zählt Spieler auf, mit denen er damals eine tolle Zeit hatte: Botter, Cadieux, Vauclair, Jeannin, Kwiatkowski, Gamache, Heins. Am Ende zählt er fast die gesamte Mannschaft auf. «Wir unternahmen auch neben dem Eis viel zusammen, hatten immer irgendwelche kleine Spiele untereinander am Laufen.» Alte Anekdoten kommen ihm in den Sinn. Wie damals, als die erste Mannschaft ein Training der Junioren leitete, und Mauldin, der noch kaum Französisch sprach, etwas verloren wirkte. «Da kam ein Kind zu mir und fragte in perfektem Englisch: Do you need help? Natürlich haben mich meine Teamkollegen danach damit aufgezogen.»

Die Zeiten haben sich geändert

Die Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile spricht Mauldin ganz passabel Französisch. Dass ein ausländischer Spieler eine Landessprache lernt, ist freilich keine Selbstverständlichkeit. «Ich finde das nichts Spezielles. Für mich klingt das ganz einfach nach einer guten Strategie, um mit den Leuten reden zu können», sagt Mauldin mit einem Schmunzeln. «Ausserdem hatte ich Zeit zum Lernen. Um 12 Uhr ist das Training zu Ende, und ich bin Single und nicht mehr im Alter, in dem du stundenlang auf der PlayStation spielst.»

Erst recht verändert hat sich: das Team. Spieler sind gegangen, gekommen und wieder gegangen. Darunter auch Mauldins gute Freunde Joel Kwiatkowski und Marc-Antoine Pouliot, die beide trotz laufenden Vertrags von Dubé in die Wüste geschickt wurden. «Manchmal machen wir Spieler, die schon lange da sind, irgendwelche Witze in der Kabine – und kaum einer versteht sie.» Es sind Witze aus der Kategorie «Weisst du noch?», die nur einige wenige alteingesessene wie Benjamin Conz, Marc Abplanalp, Andrei Bykow und Julien Sprunger verstehen.

Die Stimmung in der Kabine? Nicht mehr vergleichbar. «Die Chemie im Team ist immer noch gut. Aber in diesem ersten Jahr damals hatten wir wirklich etwas Aussergewöhnliches.» Die Teamchemie sei etwas, das man nicht trainieren könne. «Schon im Jahr darauf war es nicht mehr dasselbe. So sehr wir es auch probierten, es fühlte sich nicht mehr so natürlich an wie in meinem ersten Jahr.»

Schockmoment mit Heins

Vielleicht hatte es ja damit zu tun, dass Captain Shawn Heins nicht mehr dabei war. Mit dem Kanadier ist auch Mauldins schlechteste Erinnerung an seine Zeit in Freiburg verbunden. Im dritten Playoff-Finalspiel 2013 gegen Bern prallte Heins nach einem Schubser von SCB-Verteidiger Franco Collenberg mit seinem Kopf unglücklich gegen die Schulter Mauldins. Heins wurde mit der Bahre vom Eis getragen und musste seine Karriere beenden. Noch heute leidet er an Kopfschmerzen. «Das war schrecklich für mich. Zu sehen, wie ein so starker Mann wie Heins nach einer scheinbar harmlosen Szene mit der Bahre vom Eis getragen wurde, das hat mir gezeigt, wie schnell alles gehen kann.»

Mauldins wichtigste Erinne­rungen sind schon ein Weilchen her. Die Kinder der Familien, mit denen er sich angefreundet hat, sind plötzlich gross geworden, wie Mauldin nachdenklich sagt – etwa die von Konditionstrainer Bruno Knutti.

Nicht mehr sein Gottéron

Gut möglich, dass die Fans Mauldin nach dem letzten Saisonspiel zu sich rufen werden, um ihn zu verabschieden. Er gehört zu den Lieblingen der Zuschauer. Oft rufen sie ihn liebevoll «Barracuda», in Anlehnung an den gleichnamigen Helden (in der deutschen Version Mr. T) aus der Action-Serie «The A-Team». Mauldin hatte in früheren Playoff-Serien die spezielle Irokesen-Frisur von Barracuda kopiert.

Wird es ein emotionaler Abschied für Greg Mauldin? Wird er weinen? Der Amerikaner aus Boston lacht. «Nein, weinen werde ich wohl nicht.» Das hat verschiedene Gründe. Erstens lässt Mauldin durchblicken, dass das Gottéron von Christian Dubé, bei dem ständig Spieler kommen und gehen, nicht mehr sein Gottéron ist. So wie das etwa auch schon beim letztes Jahr zurückgetretenen Benjamin Plüss der Fall war. Zweitens sei er ein Mensch, der nach vorne schaue. «Haben Sie schon einmal ein wichtiges Familienmitglied verloren?», fragt Mauldin, dessen Vater früh gestorben ist. «Wenn ja, dann wissen Sie, dass der Rest der Welt für dich deshalb nicht stillsteht. Durch diese Erfahrungen habe ich früh gelernt, schöne Bilder und Erinnerungen zu behalten und dann weiterzugehen.» Wo Mauldin nächste Saison spielt, ist noch unklar. «Es klingt abgedroschen. Aber ich will mich wirklich bis zum Schluss auf meine Aufgabe hier konzentrieren und das zu einem guten Ende bringen.» Danach schaue er weiter. «Der Vorteil ist, dass ich als Single sehr flexibel bin. Ausserdem bin ich ein offener Mensch und ein Abenteurer.»

In Freiburg ist die Mission Ligaerhalt die letzte Mission Barracudas. Er wird alles daran setzen, sie bereits heute Abend in Ambri zu erfüllen.

Spiel vier

Sichert sich Gottéron heute den Ligaerhalt?

Im Playout-Final gegen Ambri führt Gottéron mit 3:0. Mit einem Erfolg heute Abend (20.15 Uhr) in Ambri könnten sich die Freiburger somit frühzeitig den Sieg in dieser Best-of-7-Serie sichern und die enttäuschende Saison endlich beenden. Das wird Gottéron weiterhin ohne den verletzten Yannick Rathgeb versuchen müssen. Auch sonst sind in der Aufstellungen kaum Änderungen vorgesehen. Ambri wird derweil weiterhin auf Verteidiger Michael Fora verzichten müssen. Das Verbandssportgericht hat gestern den Rekurs der Tessiner gegen die Fünf-Spiele-Sperre abgewiesen.

fm

 

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