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Bauern bleiben auf Kartoffeln sitzen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Beat Mathys und seiner Familie schmecken Kartoffeln. Diesen Winter könnten sie wohl jeden Mittag Röschti oder Kartoffelstock essen – und trotzdem würde ihnen der Vorrat nicht ausgehen. Der Grund: Das ideale Wetter liess die Kartoffeln spriessen, die Bauern haben eine ausserordentlich gute Ernte eingefahren.

Beat Mathys betreibt in Cressier einen Bauernbetrieb und ist einer der grösseren Kartoffelproduzenten in der Region. Diesen Herbst hat er auf 25 Hektaren rund 1200 Tonnen Kartoffeln aus dem Boden geholt. Als Lohnunternehmer erledigt er mit insgesamt fünf Erntemaschinen die Ernte bei Bauern im ganzen Bezirk. Heuer sei eine spezielle Situation, so Mathys. «Die meisten Landwirte haben ausserordentlich viele Kartoffeln geerntet.» Dies sei schon lange nicht mehr vorgekommen.

Futter für Kühe oder Biogas

Die vielen Kartoffeln führen zu einem Problem: Weil die Konsumenten nicht plötzlich mehr Kartoffeln essen, können die Verarbeiter nicht alle Kartoffeln verkaufen. Deshalb nehmen sie den Bauern nicht alle Ware ab. Bei der Landi Seeland in Kerzers sind die letzten Kartoffeln am Mittwoch angeliefert worden. Der für die Kartoffeln zuständige Martin Schmid kann darum noch keine Zahlen über die Mengen nennen. Aber klar ist: Die Landi Seeland hat mit den Kartoffelbergen zu kämpfen. Obschon die Landi auch von einigen Sorten zu viel Ware übernommen hat und diese nun lagert, konnte die Landi laut Schmid «recht viele» Kartoffeln nicht annehmen. Diese Ware wird «denaturiert», wie der Fachmann sagt. Will heissen: Die Kartoffeln werden den Kühen verfüttert oder landen in Biogasanlagen.

Kartoffelbauer Beat Mathys liefert seine Kartoffeln nicht nach Kerzers, sondern an die Landi Courtepin. Von dort werden sie an den Agrarkonzern Fenaco geliefert, und schliesslich gelangen Mathys’ Kartoffeln als Zweifelchips im Ladenregal oder als Pommes frites im McDonald’s-Menü. Heuer landen jedoch rund 150 Tonnen im Futtertrog der Kühe. Das sind gut zehn Prozent von Mathys’ Ernte.Der Kartoffelbauer aus Cressier ist zwar nicht erfreut, dass er seine Kartoffeln den Kühen verfüttern muss. «Aber wir können mit der Situation einigermassen leben.» Bereits die Probegrabungen im Sommer haben auf eine Grossernte hingedeutet. Deshalb musste jeder Bauer pro 100 Kilogramm Kartoffeln bei der Ablieferung Fr. 2.45 in einen Fonds einbezahlen. Dank diesem Kässeli erhalten die Bauern für Kartoffeln, die sie nicht in den Speisekanal liefern können, nun trotzdem eine Entschädigung. Mathys erhielt für seine Ware, die er den Kühen verfüttern muss, zwischen 12 bis 15 Franken pro 100 Kilogramm. Für die Kartoffeln, die er in den Speisesektor liefern konnte, schaut rund doppelt so viel heraus.

Das Wetter entscheidet

Obschon Mathys diesen Herbst nicht alle Kartoffeln abliefern konnte, will er weiter Kartoffeln anbauen. Sein Ziel ist es, eine Lagerhalle zu bauen. So müsste er die Kartoffeln nach der Ernte nicht alle auf ein Mal abliefern und hätte einen gewissen Spielraum gegenüber den Abnehmern. Das Wetter kann Mathys jedoch nicht beeinflussen. «Wir können alles gut planen und durchdenken. Aber schliesslich sind wir doch dem Wetter ausgeliefert», sagt er. «Wenn es im Juli nicht geregnet hätte, hätte es nun, statt zu viel, zu wenig Kartoffeln.»

Weil er zu viele Kartoffeln geerntet hat, muss Landwirt Beat Mathys 150 Tonnen Kartoffeln den Kühen verfüttern.Bild Corinne Aeberhard

Gemüse:

Viele Zwiebeln, Rüebli und viel Sellerie

Nicht nur die Kartoffeln sind dieses Jahr gut gewachsen. Laut dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst haben die Bauern heuer auch überdurchschnittlich viele Zwiebeln geerntet. Die Schweizer Ernte wird 25 Prozent höher geschätzt als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Grossernten werden auch bei Sellerie, Kabis und Rüebli erwartet. Daniel Brandt, Gemüseproduzent aus Ried und Präsident der Gemüseproduzenten-Vereinigung der Kantone Bern und Freiburg, kann für das Grosse Moos noch keine Zahlen nennen. Die Zwiebeln sind bereits geerntet und sind am Lager; die Sellerie-, Rüebli- und Chabisernte läuft derzeit noch auf Hochtouren. Man sei «gut versorgt», so Brandt, und die Bauern erhielten wegen der grossen Menge insbesondere für Zwiebeln «ganz klar» weniger Geld als im Vorjahr. Die überdurchschnittlich hohen Erträge erklärt Brandt mit dem idealen Wetter. Können die überschüssigen Zwiebeln nicht verkauft werden, landen sie wieder dort, wo sie entstanden sind: auf den Feldern. «Hat es im Frühling immer noch zu viel Zwiebeln an Lager, müssen die Bauern die Ware wieder auf dem Land austragen», erklärt Brandt. hs

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