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Bauunternehmen weiterhin unter Preisdruck

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: walter buchs

Gemäss Umfrage war der Auftragsbestand im Bauhauptgewerbe Anfang 2008 höher als ein Jahr zuvor. Können Sie diesen Befund aus regionaler Sicht bestätigen?

Es ist tatsächlich so, dass der Arbeitsvorrat in den vergangenen zwei Jahren sehr gut war und jeweils für fünf bis sechs Monate reichte. Im laufenden Jahr stellen wir nun in der Region einen deutliche Rückgang

fest.

Auffallend ist dabei, dass die Vergaben namentlich für kleinere und mittlere Arbeiten sehr kurzfristig erfolgen. Das bedeutet, dass wir die definitive Zusage oft erst zwei bis drei Wochen vor Arbeitsbeginn erhalten.

Gibt es in der Auftragslage Unterschiede zwischen Hoch- und Tiefbau?

In unserer Region wurden in den vergangenen Jahren sehr viele Neuwohnungen gebaut. Dies hat sich nun deutlich verlangsamt.

Demgegenüber hat der Tiefbau eher etwas angezogen. Die öffentliche Hand investiert wieder etwas mehr. Ich denke dabei an Wegebau von Flurgenossenschaften oder an Gemeinden, welche neue Erschliessungen und Kanalisationssanierungen erstellen.

Hat die gute Auftragslage der vergangenen zwei Jahre auf den Preisdruck früherer Jahre eine Entspannung zur Folge?

Im vergangenen Jahr war die Preisbasis tatsächlich etwas besser. In den Regionen, in denen wir tätig sind, d. h. im Seeland und in der Broye, spüren wir aber wieder verstärkt den Druck von Berner und Neuenburger Unternehmungen.

Insbesondere für kleinere und mittelgrosse Bauten hat der Druck auf die Preise wieder stark zugenommen. Obwohl der Baukostenindex um etwa vier Prozent gestiegen ist, liegt die Preisbasis jetzt tiefer als 2007. Das Angebot liegt also oft unter der Vollkostenkalkulation, und somit kann dies stark an der Substanz der Unternehmungen zehren.

Ist das nicht auch darauf zurückzuführen, dass Neuunternehmen das Glück in einer boomenden Branche versuchen?

Da haben Sie natürlich zum Teil recht. In den vergangenen zwei Jahren wurden zahlreiche Unternehmungen mit 2 bis 3 Mitarbeitern im Kanton gegründet. Es sind oft Leute ohne kalkulatorische Kenntnisse, welche Aufträge zu jedem Preis erhalten wollen.

Bei Lohnkontrollen durch die Paritätische Berufskommission sind schon oft Lohnauszahlungen unter dem GAV festgestellt worden. Diese Kleinstunternehmungen überleben zum Teil nur wenige Jahre, aber in dieser Zeit zerstören sie das Preisniveau von eingesessenen Bauunternehmungen.

Da es im Moment im Baugewerbe keinen Landesmantelvertrag gibt, sind die Sozialpartner im Kanton Freiburg vergangene Woche übereingekommen, die Bedingungen des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) 2006 und das Resultat der Mediation vorderhand einzuhalten. Die Baumeister sind also an einem GAV interessiert?

Jede Bauunternehmung ist grundsätzlich an einem GAV interessiert, gerade auch um einen ruinösen Kampf zu Lasten der Arbeiter zu verhindern.

Alle dem Freiburger und Schweizerischen Baumeisterverband angeschlossenen Unternehmungen haben sich verpflichtet, per 1. Januar 2008

die Löhne generell um 1,30 % sowie individuell um 0,70 % der Gesamtlohnsumme zu erhöhen. Im Weiteren wird den Mitarbeitern im neuen Jahr kein Parifondsabzug von 0,70% vom Lohn abgezogen. Dieser wird neu vom Arbeitgeber finanziert.

Uneinig sind wir uns mit den Gewerkschaften lediglich bei der Flexibilisierung des Arbeitszeitkalenders. Wir wollen und müssen die vorgegebene Jahresarbeitszeit unseren Bedürfnissen entsprechend besser verteilen können. Dies gilt auch für die Kompensation von Schlechtwetterperioden.

Der diplomierte Baumeister Manfred Meyer ist Miteigentümer und Geschäftsführer der GM Bau Gugger+Meyer AG, Murten und Ins. Er ist Vorstandsmitglied des Freiburger Baumeisterverbandes und in

dieser Eigenschaft Delegierter beim Schweizer Baumeisterverband.

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